Unternehmen erkennen Datenschutz zunehmend als Hemmnis

KI und Blockchain führen Nischendasein

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Die Befragten benennen Datenschutz-Anforderungen häufiger als Problem als noch im Vorjahr.
Die Befragten benennen Datenschutz-Anforderungen häufiger als Problem als noch im Vorjahr. (Bild: TCS)

Während die Cloud mittlerweile im Mainstream angekommen ist, führen die aktuellen Trendthemen Blockchain und KI im realen Unternehmensalltag bislang ein Schattendasein. Das legt zumindest eine von Tata Consultancy Services (TCS) beauftragte Studie nahe.

Unter dem Titel „Unterwegs zu digitalen Welten“ hat TCS jetzt Ergebnisse der nunmehr dritten Auflage einer jährlichen Trendstudie zum Stand der digitalen Transformation in Deutschland veröffentlicht. Mit Blick auf ihre Vorgänger erlaubt die Erhebung damit auch Rückschlüsse auf Entwicklungen des hiesigen Marktes.

Anscheinend mit Inkrafttreten der DSGVO verschob sich beispielsweise die Bewertung von Datenschutzanforderungen als mögliches Hemmnis für die digitale Transformation. Diesmal stimmte dem Punkt jeder Zweite zu, im Vorjahr waren es noch 41 Prozent. Damit führen „Anforderungen an den Datenschutz“ das Feld der Hemmnisse gleichauf mit dem bisher alleinigen Spitzenreiter „Anforderungen an die IT-Sicherheit“ an. Am Geld sollte die digitale Transformation übrigens in den wenigsten Fällen scheitern: Laut Studie glauben nur noch zwei Prozent der Befragten, dass „Investitionen finanziell nicht leistbar“ sind.

Das Thema Cloud Computing ist mittlerweile bei einem Großteil der deutschen Unternehmen angekommen: 76 Prozent nutzen entsprechende Architekturen bereits, weitere zwölf Prozent planen ganz konkret damit. Auch Big Data Analytics werden schon von 41 Prozent der Organisationen eingesetzt; drei von vier Befragten stehen dem Thema aufgeschlossen gegenüber.

Das lässt sich freilich nicht von allen derzeitigen Trends behaupten. So interessieren sich bislang etwa lediglich zwölf Prozent der Unternehmen für Blockchains; im Einsatz ist die von der Kryptowährung Bitcoin bekannte Technik nur in jeder 20. Firma. Ähnlich zurückhaltend wird wohl auch das Thema „Künstliche Intelligenz“ betrachtet – entsprechende Lösungen sind derzeit bei sieben von hundert Firmen im Einsatz; aufgeschlossen zeigt sich dem Thema KI immerhin fast einer von drei Befragten.

Alles in allem zeichnet Sapthagiri Chapalapalli im Vorwort der Studie jedoch ein zuversichtliches Bild. Dem Vice President und Geschäftsführer von Tata Consultancy Services Deutschland zufolge weisen nahezu alle Indikatoren für die Digitalisierung nach oben: „Durchschnittlich 4,9 Prozent des Jahresumsatzes fließen in die Digitalisierung der Unternehmen. Im Vorjahr waren es noch 4,6 Prozent. Die grundsätzliche Offenheit für den Wandel stieg ebenfalls signifikant um 5 Prozentpunkte auf 75 Prozent. Darüber hinaus haben die meisten Unternehmen ihre Transformation strategisch, organisatorisch und personell fest verankert.“

Die von TCS beauftragte Studie wurde von der Bitkom Research GmbH erstellt. Der Dienstleister interviewte im Mai und Juni 2018 per Telefon Führungskräfte von 954 nach Branche und Größenklasse repräsentativ ausgewählter, deutscher Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern. Weitere Details und Ergebnisse zur Trendstudie gibt es online.

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