KPMG Cloud Monitor 2023 Kalkulationen in Sachen Cloud

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Im Paper „Cloud Monitor 2023“ hat sich die Wirtschaftsprüfungs­gesellschaft KPMG intensiv mit dem Thema Cloud auseinandergesetzt. Welche Rolle der Cloud im datenhungrigen KI-Zeitalter zukommt und warum FinOps zum essentiellen Erfolgsfaktor wird, erläutert KPMG-Partner Gernot Gutjahr.

Bei KPMG hat man das Phänomen Cloud genauer untersucht.(Bild:  Midjourney / Stefan Riedl)
Bei KPMG hat man das Phänomen Cloud genauer untersucht.
(Bild: Midjourney / Stefan Riedl)

Der „Cloud Monitor 2023“ ­beinhaltet ein erstaunliches Ergebnis. Zumindest findet es KPMG-­Partner Gernot Gutjahr, Head of CIO Advisor, überraschend, „dass und wie die Cloud die digitalen Geschäftsmodelle aller Branchen durchdrungen hat.“ So würden inzwischen alle großen Automobilhersteller die Cloud als Backend für die digitalen Dienste der Fahrzeuge bis hin zum autonomen Fahren nutzen. Alle großen Einzelhändler nutzen die Cloud als Backend für intelligente Lager und intelligente Geschäfte. Alle großen Energieversorger nutzen die Cloud zur Optimierung ihrer Kraftwerke und Netze.

Cloud und KI

Doch ein einfacher Ersatz für Rechenzentren sei die Cloud nicht; vielmehr „die“ Plattform für digitale Geschäftsmodelle und digitale Dienste. „Digitale Geschäftsmodelle sind datenbasiert“, so Gutjahr, „und die Cloud ermöglicht es, diese Daten hoch­skaliert und oft in Echtzeit zu verarbeiten.“ Analytische und generative KI werden demnach diesen Datenverarbeitungs­hunger, in Hinblick auf Speicherplatz und Computing-Möglichkeiten, in der Cloud weiter beschleunigen.

Datensicherheit

Angriffe auf Organisationen, ihre Systeme und Daten nehmen ständig zu. Laut dem KPMG-Manager spielt die Cloud bei der Abwehr dieser Angriffe eine ganz zentrale Rolle: „Systeme und Daten sind in der Cloud typischerweise sicherer als auf On-Premise-Systemen“ so seine Einschätzung, die er mit einem Beispiel unter­mauert: Im August dieses Jahres wehrte demnach einer der Hyperscale-Cloud-­Anbieter erfolgreich einen DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service) ab, der in der Spitze 46 Millionen Anfragen pro Sekunde erreichte. Das war der größte bisher gemeldete DDoS-Angriff.

Orchestrierung

CIOs entwickeln sich laut dem Chef-CIO-Advisor immer mehr zu Brokern und Integratoren von Cloud-Services, also von SaaS, PaaS und IaaS. Ihnen rät er bei der Auswahl einzelner Services so vorzugehen wie Dirigenten bei der Auswahl von Musikern: „Bei dieser Auswahl sollte das Zusammenspiel der Services im Cloud-­Orchester mindestens genauso im Fokus stehen wie die Qualität der einzelnen Cloud-Solisten.“ In dem Zusammenhang stellt sich die Frage nach dem Risiko des Vendor-Lock-ins, also den Wechsel­barrieren, wenn man von Anbieter A zu B, C oder D wechseln will.

Perspektivisch sehen CIOs ihre Rechenzentren in der Public Cloud.

Gernot Gutjahr, Head of CIO Advisory, KPMG

IaaS, PaaS und SaaS im Lichte der Orchester-Metapher

Gutjahr denkt das Bild des Cloud-­Orchesters in dem Kontext weiter: „CIOs sollten das Cloud-Orchester kontinuierlich technologisch, betriebswirtschaftlich und regulatorisch optimieren. Sie sollten zudem für jeden Musiker einen Plan B haben. In der IaaS-Schicht des Orchesters ist das einfacher, in der PaaS-Schicht gibt es unersetzliche Cloud-Solisten und in der SaaS-Schicht unersetzliche Cloud-Diven“.

FinOps gewinnt an Bedeutung

Beim Orchestrieren helfen kompetente FinOps-Teams, die sich zum „essenziellen Erfolgsfaktor für die Cloud“ etablieren. Traditionell setzten sich FinOps-Teams hauptsächlich aus Cloud-Architekten und IT-Controllern zusammen. „Für effektive FinOps-Teams ist Predictive-Analytics-­Expertise erforderlich“, sagt der KPMG-Partner, nämlich, „um zukünftige Nachfrage zu verstehen, das Monitoring von Verhaltensveränderungen vorzunehmen, die Wirtschaftlichkeit der Cloud-Nutzung einzuschätzen und den Ressourcenverbrauch zu optimieren.“

Kalkuliert man es durch, ist die Private-Cloud letztlich eine Form von On-Premises-Betrieb, und der sei laut Gutjahr häufig ineffizient. Das sei systemimmanent und liege daran, dass teure Technologien überwiegend manuell betrieben und mit weniger als der vollen Kapazität genutzt werden.

Rechenzentren und die Cloud

Perspektivisch sehen CIOs ihre Rechen­zentren in der Public Cloud angesiedelt. Doch die Private Cloud hat nach ­Einschätzung des KPMG-Managers weiterhin wichtige Anwendungsfälle, nämlich als Edge-Cloud, für Legacy-­Anwendungen und für spezifische ­Compliance-Anforderungen.

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