DSAG-Trendumfrage zur SAP-Sicherheit

IT-Sicherheit zwischen Wunsch und Wirklichkeit

| Redakteur: Peter Schmitz

Eine zentrale Erkenntnis der DSAG-Trendanalyse: Im Bereich SAP-Sicherheit braucht es mehr Standards und eine noch bessere Unterstützung durch SAP.
Eine zentrale Erkenntnis der DSAG-Trendanalyse: Im Bereich SAP-Sicherheit braucht es mehr Standards und eine noch bessere Unterstützung durch SAP. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

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Die Bereitschaft, zusätzlich in die Sicherheit der SAP-Systeme zu investieren, ist laut Trendanalyse der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 42 Prozent zurückgegangen. Zudem herrscht über alle Unternehmensgrößen hinweg die Ansicht, dass Cloud-Lösungen andere Sicherheits-Strategien und -Konzepte benötigen als herkömmliche Lösungen.

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) hat einen ausgewählten Kreis von Mitgliedern zum Thema SAP-Sicherheit befragt. Die Umfrage war in einen allgemeinen und einen fachspezifischen Teil untergliedert und brachte u.a. die Erkenntnis: Security by default, Security by design und Security Management Tools sind dringend erforderlich und SAP muss entscheidend dazu beitragen. Ein Thema, bei dem sich 91 Prozent der großen Unternehmen und 88 Prozent der kleinen Unternehmen einig sind. „Auch für das Cloud-Umfeld fordern wir Security by design und Security by default. Die DSAG-Arbeitsgruppe Cloud-Security nimmt sich dieses Themas an“, kommentiert Dr. Alexander Ziesemer, Sprecher des DSAG-Arbeitskreises Security & Vulnerability Management.

Security Dashboard gefordert

Den Überblick über ihre sicherheitsspezifischen Einstellungen verschaffen sich nur 11 Prozent (im Vorjahr: 15 Prozent) mithilfe eines Sicherheits-Dashboards. 76 Prozent nutzen dies nicht (im Vorjahr: 72 Prozent). Ein ordentliches Dashboard ist die zentrale Voraussetzung, um zwingend erforderliche bessere Sicherheitskonzepte entwickeln und umsetzen zu können. „Die Anforderung eines Standards für ein umfassendes SAP Security Dashboard haben wir bereits im letzten Jahr an SAP kommuniziert. Eine Lösung dafür gibt es bislang aber leider nicht“, fasst Dr. Alexander Ziesemer zusammen.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen bei der Zufriedenheit mit der Unterstützung seitens SAP bezüglich der System-Sicherheit ebenfalls noch einige Prozentpunkte. Lediglich 4 Prozent der Befragten vergeben hier die Note 1 und 18 Prozent die Note 2. Die Note 3 vergeben 49 Prozent. Werte, die sich im Vergleich zu 2018 verschlechtert haben. „Das ist ein klares Indiz dafür, dass es noch bessere Unterstützung in Form von regelmäßigen aktuellen Whitepapers, Handlungsempfehlungen und Sicherheits-Leitfäden seitens der SAP bedarf“, erläutert Dr. Alexander Ziesemer das Ergebnis.

Diese werden laut Umfrage für die unternehmensinternen SAP-Sicherheitsrichtlinien (72 Prozent), als Orientierung beim Betrieb (64 Prozent) und als Argumentationshilfe gegenüber dem Management und den Fachbereichen (48 Prozent) eingesetzt.

Security by default gefordert

Im fachspezifischen Teil der Umfrage ging es u.a. um die Forderung nach Security by default. Also dass Security-Bestandteile in neuen Releases und Services standardmäßig bereits aktiviert ausgeliefert werden. Waren es 2018 noch 78 Prozent, erwarten ein Jahr später bereits 84 Prozent diesen „Service“ von SAP. „Dass mehr Security by default auch für die Zukunft möglich ist, zeigt die enge Zusammenarbeit mit SAP. Konnten doch bereits deutliche Fortschritte in konkreten Punkten wie Verschlüsselung, Protokollierung (Logging) und Monitoring erzielt werden“, so Dr. Alexander Ziesemer.

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Sicherheit im On-Premise-Bereich weiter wichtig

SAP-Cloud-Produkte in ein entsprechendes Sicherheitskonzept zu integrieren, empfinden große Unternehmen (45 Prozent) und mittelgroße Unternehmen (41 Prozent) als sehr große Herausforderung. Bei kleinen Unternehmen teilen nur 35 Prozent diesen Eindruck. Interessanterweise hat es das Thema Cloud jedoch nicht unter die Top-3 der wichtigsten Handlungsfelder geschafft. An erster Position rangiert wie im letzten Jahr Security by default, gefolgt von den SAP-Sicherheits-Richtlinien. Die dritte Stelle hat das Patch-Management eingenommen und die Awareness für SAP-Sicherheit verdrängt. „Bei den Unternehmen werden neben der Cloud-Sicherheit weiterhin die Sicherheitsfragen rund um den On-Premise-Bereich im Zentrum stehen. Denn noch ist nicht alles Cloud was glänzt“, fasst Dr. Alexander Ziesemer zusammen.

Fazit der Umfrage

Die zentrale Erkenntnis der Trend-Umfrage lautet: Mehr Security by design und by default ist weiterhin eine wichtige Forderung. Bessere Sicherheitskonzepte, vor allem auch im Cloud-Umfeld, sind zwingend erforderlich, aber ohne ein ordentliches Dashboard nach wie vor kaum umzusetzen. Das heißt: Im Bereich SAP-Sicherheit braucht es mehr Standards und eine noch bessere Unterstützung von SAP. Die DSAG arbeitet zu diesem Thema bereits mit SAP zusammen.

Dr. Alexander Ziesemer leitet aus den Ergebnissen aber auch konkrete Handlungs­empfehlungen für die Anwenderunternehmen ab: „Verschaffen Sie sich Transparenz über die Sicherheit und die Landschaft Ihrer SAP-Systeme für die Planung von weiteren Aktivitäten. Starten Sie mit den Sicherheits-Basics wie Schnittstellen, Verschlüsselung und Einstellungen.“ Es gelte, das Bewusstsein für IT-Sicherheit auf alle Ebenen zu schaffen, von den Mitarbeitern über die Führungskräfte bis zu den Managern. Zudem sei es aufgrund der hohen Innovationsgeschwindigkeit wichtig, regelmäßig die SAP-Sicherheitsrichtlinien zu aktualisieren. Des Weiteren sollten neue SAP-Systeme mit den wesentlichen aktuellen Sicherheits-Einstellungen (Security by default) installiert werden. Nicht zu vergessen die ausgelagerten Systeme, z. B. in der Cloud, die ebenfalls sicher an das Unternehmens-Netzwerk angebunden werden müssen.

Über die Trendanalyse: Für das DSAG-Meinungsbild wurde von Dezember 2018 bis Januar 2019 in ausgewählten Arbeitskreisen in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Umfrage durchgeführt. Insgesamt 170 Antworten wurden ausgewertet. Den allgemeinen Teil der Umfrage beantworteten 170 Teilnehmer, den fachspezifischen Teil 141 Teilnehmer. 50 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Bereich Handel und Dienstleistungen, 32 Prozent aus dem produzierenden Gewerbe. 41 Prozent der Unternehmen beschäftigen 500 bis 4.999 Mitarbeiter, 45 Prozent ab 5.000 Mitarbeiter.

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