Auf der it-sa 2025 war deutlich zu spüren: Cloud-Security ist längst kein Randthema der Infrastruktur mehr und digital souveräne Lösungen gewinnen an Bedeutung. Die Anbieter zeigten aber auch: Digitale Souveränität ist weit mehr als Datenschutz, sondern muss als strategisches Prinzip moderner IT-Sicherheit und nicht nur als Zusammenreihung von Produkten verstanden werden. Souveräne Sicherheit sei gar „eine Haltung“.
Die it-sa ist Europas führende Fachmesse für IT-Sicherheit: Dieses Jahre kamen über 28.000 Fachbesucher aus 64 Ländern und 993 ausstellende Unternehmen nach Nürnberg.
(Bild: NürnbergMesse / Thomas Geiger)
Von technischer wie rechtlicher Kontrollierbarkeit über hybride Architekturen bis hin zu Air-Gap-Backups und Zero-Trust-Transparenz: Auf der it-sa 2025 zeigten sehr viele Anbieter wie sich Cloud-Sicherheit und digitale Souveränität gegenseitig bedingen. Doch bereits beim Souveränitätsbegriff selbst zeigen sich Unterschiede: Betriebs- und Datenkontrolle, Übernahme von Verantwortung für die Sicherheit, rechtliche Rahmenbedingungen, Datenintegrität, Architekturfreiheit oder auch lokale Wertschöpfung. Digitale Souveränität beinhaltet zahlreiche Aspekte, die sich in den Lösungen der Security-Unternehmen widerspiegeln. Einigkeit herrscht aber darüber, dass nur wer Kontrolle, Vertrauen und Transparenz verbindet, langfristig sicher und unabhängig bleiben wird. Welche Lösungen sich hier anbieten zeigt dieser Nachbericht exemplarisch für Fast LTA, Novastor, Open Systems, SEC Consult, Trend Micro und Versa Networks.
Trend Micro präsentierte sich mit einer klaren Botschaft: Digitale Souveränität und proaktive Sicherheitsstrategien gehören zusammen. Das japanische Unternehmen betonte, dass Datenschutz und Compliance in Japan ähnlich streng gehandhabt werden wie in der EU, mit einem vergleichbaren ethischen und menschenrechtlichen Verständnis von Datensicherheit.
„Unsere Kunden sollen frei entscheiden können, ob sie ihre Sicherheitslösungen in der Cloud oder lokal betreiben. Oder sogar komplett on-premises, wenn es die Sensibilität ihrer Daten erfordert“, erklärte Udo Schneider, Governance, Risk & Compliance Lead im Gespräch mit CloudComputing-Insider. Diese Flexibilität sei zentraler Bestandteil der Plattform Trend Vision One, die sowohl Cloud- als auch On-Premises-Betrieb unterstützt und so souveräne IT-Architekturen ermöglicht.
Udo Schneider, Trend Micro: „Sicherheit muss dort stattfinden, wo die Daten sind – und das ist heute zu großen Teilen in der Cloud.“
(Bild: ewg / VIT)
Strategisch setzt Trend Micro auf einen proaktiven Security-Ansatz, der auch den Fachkräftemangel im IT-Sicherheitsbereich adressieren soll. Mit künstlicher Intelligenz (KI) gestützte Automatisierung übernimmt Routineaufgaben, identifiziert Vorfälle frühzeitig und kann vordefinierte Maßnahmen wie Quarantäne oder Playbook-Auslösungen automatisch einleiten. Das Ziel: Unternehmen ohne große Security-Teams sollen dennoch ein hohes Schutzniveau erreichen.
Als neues Produkt stellte Trend Micro auf der Messe seine Initiative „Proactive Security“ vor – eine Weiterentwicklung der Trend Vision One-Plattform mit stärkerem Fokus auf KI-basierte Automatisierung und Bedrohungserkennung über Cloud-, Endpoint- und Netzwerksysteme hinweg. Damit will der Hersteller den Schritt von reaktiver zu vorausschauender Sicherheit vollziehen.
Versa Networks: EU-souveräne SASE-Plattform für maximale Datensicherheit
Auf der it-sa 2025 stellte Versa Networks eine neue Sicherheitslösung vor, die speziell auf die Anforderungen europäischer Unternehmen zugeschnitten ist: die EU-souveräne Plattform „Versa Sovereign SASE“. Damit reagiert der Anbieter auf die wachsende Nachfrage nach datenschutzkonformen, unabhängig betriebenen Sicherheitsarchitekturen in Europa. Die Lösung ist laut Versa sowohl technisch als auch vertraglich vollständig EU-konform. Das Unternehmen bietet eine eigenständige europäische Unternehmensstruktur mit einer EU-Entity an, über die sämtliche Verträge abgewickelt werden. Parallel dazu wird die Infrastruktur ausschließlich in europäischen Rechenzentren – zunächst in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich – betrieben. Alle Komponenten, von der Hardware bis zur Software, stammen direkt von Versa, ohne Einbindung externer Subprozessoren.
Salih Dik-Fesci von Versa Networks: „Vertrauen entsteht nicht durch Marketing, sondern durch Architektur und Verträge.“
(Bild: ewg / VIT)
„Wir haben eine Lösung geschaffen, die nicht nur technisch, sondern auch rechtlich souverän ist, so dass außerhalb der EU ein Zugriff auf Kundendaten kaum möglich ist“, erklärte Salih Dik-Fesci, Enterprise Account Executive bei Versa Networks. Mit diesem Ansatz positioniert sich Versa klar im Wettbewerb um die digitale Souveränität in Europa. Kunden sollen frei entscheiden können, in welchem Land ihre Daten verarbeitet werden – auf Wunsch auch mit Gateway-Instanzen, die flexibel in weiteren EU-Staaten eingerichtet werden können.
Die neue Plattform basiert auf Versas langjähriger Erfahrung im Bereich Secure Access Service Edge (SASE) und kombiniert Software-Defined Networking (SD-WAN, SD-LAN) mit integrierten Sicherheitsfunktionen wie Firewall, Zugriffsmanagement und KI-gestütztem Monitoring in einer einheitlichen Architektur. Sie richtet sich insbesondere an große Unternehmen und Behörden, die auf eine vertragsrechtlich und technisch abgesicherte europäische Cloud-Alternative setzen möchten.
Stand: 08.12.2025
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SEC Consult: Europäischer Sicherheitspartner mit globalem Blick
Mit der neuen Threat-Intelligence-Plattform „SEC Radar“ will SEC Consult die zentrale Bedeutung digitaler Souveränität als europäisches Sicherheitsprinzip betonen. Das Beratungsunternehmen, Teil der Atos-Eviden-Gruppe, positioniert sich als unabhängiger Security-Partner, der Organisationen bei der Umsetzung nachhaltiger und souveräner Cyberstrategien begleitet.
„Digitale Souveränität bedeutet für uns, dass Unternehmen und Behörden die Kontrolle über ihre Sicherheitsprozesse und Daten behalten – unabhängig von außereuropäischen Anbietern oder Hyperscalern“, sagte Bojana Dorzi, Bojana Dorzi, Head of Sales Germany bei SEC Consult Group (ein Unternehmen der Atos Gruppe), im Gespräch auf der Messe. SEC Consult setzt dafür auf ein starkes Fundament europäischer Sicherheitskompetenz. Forschung, Beratung und Testing finden ausschließlich in europäischen Teams statt, wodurch regulatorische und datenschutzrechtliche Vorgaben der EU konsequent eingehalten werden.
Bojana Dorzi, SEC Consult: „Technik ist wichtig, aber sie ersetzt kein Sicherheitsbewusstsein. Man muss Prozesse schaffen, die regelmäßig geprüft und trainiert werden.“
(Bild: ewg / VIT)
Das Unternehmen unterstützt seine Kunden mit Penetrationstests, Red-Teaming, Compliance-Analysen und Sicherheitsstrategien, die auf die individuellen Reifegrade von Organisationen abgestimmt sind. Ein besonderer Fokus liegt auf der Verknüpfung technischer Tests mit Governance- und Risikoaspekten. Damit reagiert SEC Consult auf die wachsende Komplexität moderner IT-Landschaften, in denen Cloud, OT-Systeme und KI-Anwendungen zunehmend ineinandergreifen. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu helfen, nicht nur Schwachstellen zu finden, sondern auch langfristig resilienter zu werden.
Die auf der it-sa als Neuheit vorgestellte Plattform „SEC Radar“ ist ein modulares Tool, das Threat-Intelligence-, Schwachstellen- und Compliance-Daten in einer zentralen Übersicht zusammenführt. Die Lösung soll Sicherheitsteams ermöglichen, Bedrohungen in Echtzeit zu analysieren und Handlungsprioritäten automatisiert zu bewerten. Die Besonderheit: Alle Datenverarbeitungsprozesse finden innerhalb europäischer Rechtsräume statt, womit SEC Consult einen klaren Souveränitätsvorteil gegenüber US-basierten Konkurrenzsystemen bietet.
Fast LTA: Datensouveränität trifft KI und Air-Gap-Sicherheit
Der Münchner Spezialist Fast LTA stellte in Nürnberg zwei neue Lösungen für besonders sensible Datenumgebungen vor. Beide Produkte zielen auf Unternehmen, die höchste Anforderungen an Datenschutz, Datenintegrität und digitale Souveränität stellen wollen oder müssen. „Wir sehen uns nicht als Gegner der Cloud, sondern als Befürworter eines souveränen Hybridkonzepts“, erklärte Roland Stritt, Chief Revenue Officer (CRO) von Fast LTA. „Kunden sollen entscheiden können, welche Daten sie in die Cloud geben und welche sie besser sicher vor Ort halten – mit der Gewissheit, dass alles in Deutschland entwickelt, produziert und gewartet wird.“
Fast LTA versteht Datensouveränität nicht nur als rechtlichen, sondern auch als technologischen Anspruch: Entwicklung, Fertigung und Support erfolgen vollständig in Deutschland. Damit garantiere man Kontrolle über die gesamte Lieferkette und Lieferfähigkeit – ein entscheidender Punkt, den öffentliche Auftraggeber und sicherheitskritische Branchen zunehmend nachfragen. Zudem reagiert das Unternehmen auf den Trend zur Datenklassifizierung: Viele Kunden verlagern nicht mehr alles in die Cloud, sondern definieren, welche Daten lokal verbleiben müssen. Die konsequente Umsetzung dieser Hybridstrategie sieht Fast LTA als Grundpfeiler digitaler Selbstbestimmung.
Roland Stritt, Fast LTA, beobachtet eine Rückbesinnung auf physische Sicherheitsmechanismen: „Air-Gap ist wieder Pflicht.“
(Bild: ewg / VIT)
Mit dem Silent Brick Max Air adressiert Fast LTA die steigende Nachfrage nach Air-Gap-Lösungen. Das System erlaubt die physikalische Trennung vom Netz per Knopfdruck – eine kosteneffiziente und einfache Möglichkeit, Backup-Daten gegen Angriffe oder Ransomware zu sichern. Parallel präsentierte das Unternehmen die Appliance Silent Brick AI, eine on-prem betreibbare KI-Suchplattform für sensible Datenbestände. Sie ermöglicht die sichere Nutzung von Large-Language-Modellen (LLMs) auf eigener Hardware, etwa für Gesundheitsdaten, Behördenakten oder interne Wissensbestände – vollständig verschlüsselt und ohne Datenabfluss in externe Clouds.
Stritt betonte, dass viele Unternehmen inzwischen von reinen Cloud-Strategien abrücken und wieder stärker auf hybride Architekturen setzen. Fast LTA wolle diesen Wandel unterstützen mit Lösungen, die Datenverlust verhindern (für „Zero Loss Companies“) und zugleich rechtliche wie technische Souveränität sicherstellen.
Novastor: Datensicherung „made in Germany“
Datensicherungsspezialist Novastor aus Hamburg präsentierte sich mit einer klaren Botschaft: Digitale Souveränität beginnt bei der Kontrolle über die eigenen Daten. Das Unternehmen setzt konsequent auf Softwareentwicklung, Support und Datenspeicherung in Deutschland. Auf der Messe zeigte man seine neue Backup-as-a-Service-Plattform für Systemhäuser und Managed Service Provider (MSP).
„Digitale Souveränität bedeutet für uns, dass Wirtschaft, Technologie und Produkte in regionaler Verantwortung bleiben“, sagte Stefan Utzinger, Geschäftsführer von Novastor. „Wenn wir auch künftig selbstbestimmt handeln wollen, müssen wir lokale Anbieter stärken.“ Utzinger betonte, dass digitale Abhängigkeiten von Hyperscalern langfristig ein Sicherheits- und Wirtschaftsrisiko darstellen. Ziel sei es daher, lokale Wertschöpfung zu fördern und deutsche Rechenzentren und Softwarehersteller zu vernetzen. In diesem Kontext arbeitet Novastor mit Ionos zusammen, um eine souveräne Cloud-Alternative zu internationalen Anbietern zu bieten.
Stefan Utzinger, Novastor: „Wir brauchen mehr Technologiekompetenz in Europa, sonst bleiben wir nur Anwender.“
(Bild: ewg / VIT)
Novastor richtet sich mit seinen Lösungen vor allem an Systemhäuser und IT-Dienstleister, die ihren Kunden Cloud-Backups und IT-Sicherheitsservices anbieten möchten, ohne auf US-amerikanische Infrastrukturen zurückzugreifen. Die Plattform wird vollständig in Deutschland betrieben inklusive rechtlicher und technischer Absicherung und kann individuell auf Compliance-Anforderungen angepasst werden. Das auf der Messe vorgestellte neue Produkt erweitert Novastors Portfolio um eine MSP-fähige Backup-Lösung, die es Dienstleistern ermöglicht, ihren Kunden rechtssichere, skalierbare und vollständig in Deutschland gehostete Datensicherung anzubieten. Novastor bietet dabei nicht nur die Technologie, sondern unterstützt Partner auch konzeptionell etwa beim Aufbau von Geschäftsmodellen und der Preisgestaltung für wiederkehrende Services.
Open Systems: Schweizer SASE-Plattform für digitale Souveränität und KI-Zukunft
Der Schweizer Sicherheitsanbieter Open Systems positioniert sich als europäische Alternative zu US-amerikanischen SASE- und Security-Cloud-Anbietern. Mit seiner neuen SASE-Plattform „Open Systems S3“ (Secure, Smart, Sovereign) setzt das Unternehmen auf digitale Souveränität, technologische Unabhängigkeit und integrierte KI-Unterstützung im Sicherheitsbetrieb.
„Souveränität bedeutet für uns, dass Unternehmen echte Wahlmöglichkeiten haben – bei der Infrastruktur, beim Deployment und bei der Datenhaltung“, erklärte Stefan Keller, Chief Product Officer von Open Systems. Kunden könnten die Plattform sowohl on-premises, virtuell als auch cloud-native betreiben – oder alle drei Varianten kombinieren. Damit richte sich Open Systems an Organisationen, die ihre Sicherheitsarchitektur flexibel gestalten und dennoch alle Daten in europäischen Rechtsräumen kontrollieren wollen.
Dennis Monner und Stefan Keller (v.l.) von Open Systems: „Souveränität heißt, Optionen zu haben und sie technisch umzusetzen.“
(Bild: ewg / VIT)
Open Systems betont, dass digitale Souveränität und operative Exzellenz kein Widerspruch sind. Der Anbieter setzt auf eigene Schweizer Infrastruktur, ein hochqualifiziertes Support-Team aus ETH-Ingenieuren und ein Servicemodell, das Sicherheit als gemanagten End-to-End-Service anbietet. Das Ziel: Kunden sollen Netzwerke und Sicherheitsfunktionen vollständig an Open Systems übergeben können, ohne Kontrolle oder Transparenz zu verlieren. Der frischgebackene CEO Dennis Monner beschreibt die strategische Mission so: „Mit unserem europäischen Cyber-IT-Stack und eigenen Managed Services erreichen wir ein Sicherheitsniveau, das weltweit Maßstäbe setzt – backdoorfrei und unabhängig von US-, israelischen oder chinesischen Anbietern.“
Open Systems S3 kombiniert Secure Access Service Edge (SASE) mit integrierter KI-gestützter Bedrohungsanalyse. Sie bietet Sicherheits- und Netzwerkfunktionen aus einer Hand, etwa Zero-Trust-Zugriff, SD-WAN, Cloud-Firewall und Threat Detection. Ein Alleinstellungsmerkmal ist auch hier die Unabhängigkeit von US-Hyperscalern: Open Systems nutzt eigene europäische Rechenzentren, bleibt jedoch Cloud-agnostisch, kann auf Wunsch aber auch mit Anbietern wie AWS, Azure oder Google integriert werden. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an einer KI-Initiative zur automatisierten Incident-Erkennung, die auf Millionen anonymisierter Netzwerkdaten basiert. Diese sollen künftig den operativen Aufwand im Security Operations Center (SOC) deutlich senken.
Vertrauen und Transparenz: Einordnung von Illumio
Leider konnte ich Christoph Buschbeck, Leading Sales Director for Central Europe bei Illumio, nicht persönlich auf der it-sa 2025 treffen. Er hat mir aber eine Videobotschaft geschickt, in der er zwei Fragen beantwortet: Warum Vertrauen in Cloud-Anbieter heute wichtiger ist denn je und wie Unternehmen ihre Sicherheits- und Compliance-Ziele wirksam durchsetzen können.
Fazit: Vertrauen, Kontrolle, Transparenz
Die it-sa 2025 machte deutlich, dass digitale Souveränität und Cloud-Security in vielen Aspekten untrennbar miteinander verbunden sein müssen. Viele Anbieter, die verschiedenen Ansätzen für digital souveräne Sicherheit werben, sind sich in einem einig: Der Weg zu einer souveränen Cloud-Sicherheit ist kein technischer Schnellschuss, sondern ein struktureller Wandel. Oder wie es Roland Stritt von Fast LTA formulierte: „Souveränität heißt nicht, auf die Cloud zu verzichten, sondern sie so zu gestalten, dass sie uns gehört. Sicherheit ist dabei kein Produkt, sie ist eine Haltung.“