Schnell wachsende Datenmengen, strikte Compliance-Anforderungen und Datensouveränität stellen insbesondere IT-Entscheidende vor immer größere Herausforderungen. Storage entwickelt sich dadurch zu einem entscheidenden Hebel für Kontrolle, Effizienz und Skalierbarkeit.
Im Gastbeitrag erläutert Uwe Kemmer von Western Digital, wie Architekturen für eine zukunftssichere Datenstrategie beschaffen sein sollten.
(Bild: Western Digital Corporation)
Moderne Speichertechnologien wie hochkapazitive HDDs mit energieassistierten Aufzeichnungsverfahren sowie souveräne Cloud-Modelle bieten die Grundlage für eine Architektur, die sowohl Datenhoheit als auch Wachstum ermöglicht. Sie beantworten die zentralen Herausforderungen heutiger IT-Infrastrukturen – explodierende Datenmengen, Kostenkontrolle, regulatorische Sicherheit und nachhaltige Skalierung – mit einem Speicherdesign, das auf Effizienz, Transparenz und Zukunftssicherheit ausgelegt ist.
Datenregulierung und Sicherheitsanforderungen als Richtungsweiser
IT-Entscheidende führen deshalb zunehmend Daten aus der Public Cloud zurück in souveräne Cloud-Umgebungen, um die geltenden Datenregelungen zu erfüllen. So erhalten sie die volle Kontrolle über Datenhaltung, Compliance und Sicherheit, ohne auf die Vorteile moderner Cloud-Betriebsmodelle verzichten zu müssen. Laut dem „Private Cloud Outlook 2025“ vertrauen 92 Prozent der IT-Entscheidenden privaten Cloud-Lösungen mehr als öffentlichen Lösungen.
Kein Wunder also, dass souveräne Clouds branchenübergreifend als immer wichtiger eingestuft werden – besonders dort, wo Compliance und Sicherheit höchste Priorität haben. 70 Prozent der europäischen Organisationen gehen davon aus, dass sie eine souveräne Cloud in irgendeiner Form einführen werden (müssen), um Regularien und Standards einzuhalten. Aktuelle Zahlen aus einer Studie unter IT-Verantwortlichen und C-Level-Entscheidern aus dem vergangenen Jahr zeigt jedoch: Nur 26 Prozent der Befragten nutzen bislang eine souveräne Cloud. 88 Prozent derer, die bereits auf eine souveräne Infrastruktur zugreifen, sind damit sehr zufrieden.
Generative KI beschleunigt den Shift zu nachhaltigen Cloud-Umgebungen
Parallel dazu steigen die Datenmengen, die durch KI-Workloads entstehen. Unternehmen brauchen deshalb Speicher und Netzwerke mehr denn je zuvor, um mit diesem rasanten Wachstum Schritt zu halten. Das führt zu steigenden Kapazitätsanforderungen und Kosten. Private Clouds gewinnen hier an Bedeutung, da sie lokale Datenverarbeitung, Kontrolle über Zugriffe und planbare(re) Kosten bieten. Analysten erwarten, dass bis 2025 sieben von zehn Unternehmen Nachhaltigkeit und Datensouveränität als zentrale Kriterien bei der Auswahl von Cloud-Angeboten nennen werden. Das zeigt den Trend zu souveränen Hybrid-Architekturen, also einer Mischung aus privaten Cloud-Ressourcen und souveränen Diensten externer Cloud-Anbieter.
Moderne HDD-Technologien als Fundament souveräner und effizienter Speicherarchitekturen
Hochkapazitive HDDs sind das Rückgrat souveräner Speicherarchitekturen. Sie sind essenziell, um große Datenmengen kostengünstig zu speichern, seien es Backups, Langzeitarchivierung oder selten genutzte („kalte“) Daten. Neue Technologien steigern zudem die Leistungsfähigkeit von HDDs und machen sie für anspruchsvollere Cloud-Workloads attraktiver.
Ein Beispiel ist Shingled Magnetic Recording (SMR), das speziell für sequenzielle Schreibvorgänge ausgelegt ist und so eine höhere Speicherdichte ermöglicht. Für Anwendungen, die große Datenmengen kontinuierlich in Blöcken speichern, wie Archivierung oder Protokollierung, bietet SMR viele Vorteile. Im Zusammenspiel mit Energy-Assisted-Magnetic-Recording-Technologien (EAMR) wie ePMR und HAMR können immer höhere Kapazitäten bei quasi identischem Formfaktor erreicht werden.
Bereits jetzt sind HDDs mit mehr als 30 Terabyte (TB) auf dem Markt. Im Vergleich zu HDDs mit geringerer Kapazität reduziert der Einsatz von Festplatten mit höherer Speicherdichte die Anzahl der benötigten Laufwerke. So führt beispielsweise der Einsatz von 32-TB- gegenüber 26-TB-HDDs zu 18,7 Prozent weniger benötigten Racks – was wiederum 18,8 Prozent Einsparungen beim Gesamtstromverbrauch (inklusive Kühlung und Stromkosten) ermöglicht.
Insgesamt sinkt dadurch die Total Cost of Ownership (TCO) in (Cloud-)Rechenzentren. Für Cloud-Service-Provider sowie Betreiber von On-Premises-Infrastrukturen lohnt es sich deshalb, in moderne Hochkapazitätslösungen zu investieren. Zudem leisten hochdichte HDDs einen direkten Beitrag zur Nachhaltigkeit, da sie Energieverbrauch, Flächenbedarf und Materialeinsatz deutlich reduzieren und so den ökologischen Fußabdruck moderner Rechenzentren verkleinern.
Stand: 08.12.2025
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Disaggregierte Speicherarchitekturen: maximale Flexibilität und Kontrolle für souveräne Clouds
Disaggregierte Speicherarchitekturen ermöglichen es, Ressourcen unabhängig voneinander zu skalieren: mehrere Server teilen sich denselben Speicherpool, Kapazitäten können flexibel zugewiesen werden. Gerade im Kontext von Sovereign-Clouds ist diese Architekturform ideal, weil sie maximale Kontrolle über Datenflüsse und Speicherorte bietet – ein zentrales Kriterium, um regulatorische Anforderungen und Datenschutzauflagen einzuhalten. Gleichzeitig erlaubt sie, Speicherkapazitäten bedarfsgerecht zu verschieben, etwa wenn KI-Projekte kurzfristig wachsende Datenmengen erzeugen.
IT-Abteilungen gewinnen damit Agilität, ohne Sicherheit oder Compliance zu gefährden. Die Speicherung von Daten wird somit zu einem entscheidenden Faktor, der weit über die reine Datenhaltung hinausgeht: Er bestimmt, wie schnell Unternehmen auf neue Workloads reagieren können und ob ihre Cloud-Strategie ökonomisch nachhaltig bleibt.
Zukunftssichere Datenstrategien sind hybrid, kontrolliert und skalierbar
Die Cloud von morgen ist nicht mehr nur Public oder Private – sie ist hybrid und souverän. Unternehmen, die ihre Datenstrategie zukunftssicher gestalten wollen, setzen auf Architekturen, die lokale Kontrolle, Compliance und flexible Skalierbarkeit miteinander verbinden. Moderne Speicherlösungen bilden dabei das Fundament und sorgen für Effizienz, Agilität sowie Performance, egal ob für KI-getriebene Workloads, Archivierung oder dynamische Unternehmensanwendungen.
Souveräne Cloud-Architekturen schaffen Transparenz über Datenflüsse und Speicherorte, während es hybride Modelle erlauben, Ressourcen bedarfsgerecht zu verteilen und gleichzeitig die Vorteile externer Cloud-Dienste zu nutzen. So können Unternehmen Cloud-Umgebungen jeder Größe wirtschaftlich, leistungsfähig und an individuelle Anforderungen angepasst betreiben, ganz ohne Abhängigkeiten oder Kompromisse bei Sicherheit und Compliance. Wer heute in skalierbare Speicherinfrastrukturen investiert, legt den Grundstein für nachhaltiges Wachstum und digitale Zukunftsfähigkeit.
* Der Autor Uwe Kemmer ist Director EMEA Field Engineering bei Western Digital.