Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von Cloud Computing (Teil 1)

In die Cloud? JA, aber überlegt!

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Während sich die Provider um den Ausbau klarer Service-Management-Strukturen und transparenter Service-Portfolio kümmern müssen, die den unterschiedlichen Geschäftsprozessen ihrer Kunden Rechnung tragen, müssen die Cloud-Kunden ihre Anforderungen und Prozesse klar beschreiben.

Da das Cloud Computing alle Teilbereiche der IT streift, kommen auf Forschung & Entwicklung sowie Technologieanbieter die meisten Aufgaben zu.

So steigt gemäß der aktuellen Studie „Cisco Visual Networking Index Global Forecast and Service Adoption for 2013 to 2018“ der weltweite IP-Datenverkehr in den nächsten vier Jahren um das Dreifache und erreicht 1,6 Zettabyte.

Das bedeutet, dass der Ausbau der Möglichkeiten von IPv6 im Netzwerk sowie von Netzwerk-Technologien wie z. B. SDN (Software Defined Network) oder Networks Functions Virtualization (NFV) für mehr Sicherheit im LAN und WAN vorangetrieben werden müssen.

Im Softwareentwicklungsbereich müssen die Standardisierung und Weiterentwicklungen bei Design Pattern, bei Architekturmodellen, beim Secure Coding und die kryptographischen Methoden vorangebracht werden.

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Klassifikation von Cloud Services

  • Software as a Service (SaaS): Bei Software as a Service wird Software als integrierte Dienstleistung Netzbasiert über die Cloud bereitgestellt.
  • Platform as a Service (PaaS): Bei Platform as a Service ersetzt die Cloud beim Anwender die Dienstleistungen auf der höheren Infrastruktur-Ebene.
  • Infrastructure as a Service (IaaS): Bei Infrastructure as a Service ersetzt die Cloud die IT-Basis-Infrastruktur wie Speicher-, Netz- und Rechenkapazität.
  • Business Process as a Service (BPaaS): Business Process as a Service vereint nicht nur das Bereitstellen von Software, sondern auch die inhaltliche Durchführung von Teilprozessen
  • Security as a Service (SecaaS): Security as a Service verlagert Sicherheitsprozesse in die Cloud.

Weiterhin müssen Cloud-spezifische Managementtools entwickelt werden (z. B. für Integration, Monitoring, Reporting, IT-Sicherheit, Test, Identity & Access Management - IAM).

Wichtig für die Unternehmen ist die Schaffung international einheitlicher rechtlicher Rahmenbedingungen für Cloud Computing sowie die Definition von Basisanforderungen an Cloud Services.

So existieren verschiedene Verbände und Organisationen mit unterschiedlichen Prüfsiegeln und Best Practices wie z. B. die Cloud Security Alliance (CSA), das CloudEco System e.V. mit dem Siegel „Trust in Cloud“, die Euro Cloud mit dem Zeichen „Eurocloud Star Audit SaaS“ und weitere.

Derzeit gibt jedoch keine allgemeingültigen Regelungen und keinen verlässlichen Rechtsrahmen für das Cloud Computing. Hier sind Gesetzgebung und Regierungen gefordert. Trotzdem sollte Cloud Computing an den Stellen, wo es nachweislich mehr Effizienz bringt, eingesetzt werden.

Themenschwerpunkt: In die Cloud? JA, aber überlegt!

Dies ist der erste Teil einer sechsteiligen Artikelreihe, die sich mit grundlegenden Aspekten rund um Cloud Computing beschäftigt.

Die Themen im Überblick:

Teil 1 - Einführung: Ist-Situation Cloud Computing

Teil 2: Risikoanalyse mit speziellen Cloud-Risiken

Teil 3:Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für die Cloud-Einführung

Teil 4: Identitäts- und Access Management in der Cloud

Teil 5:IT-Sicherheit in der Cloud

Teil 6: Rechtliche Rahmenbedingungen

* Die Autorin:

Dr. Daniele Fiebig ist freiberuflich als Projektleiter und Berater im IT-Bereich tätig. Zu ihren fachlichen Schwerpunkte gehören IT-Infrastruktur und Softwareentwicklung, IT Service Management und ITIL, Prozess- und Organisationsstrukturen, IT-Sicherheit und Projektmanagement.

Frau Dr. Fiebig ist zudem PRINCE2 Professional, ITIL v3 Expert, ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 20000 Consultant und Lead Auditor, Weiterbildung IT-Grundschutz und BPMN 2.0.

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