Große Bedeutung für Künstliche Intelligenz oder Blockchain

Immer mehr deutsche Firmen nutzen Open-Source-Software

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Open-Source-Software besticht durch hohe Sicherheit, bessere Anpassbarkeit und auch geringere Kosten.
Open-Source-Software besticht durch hohe Sicherheit, bessere Anpassbarkeit und auch geringere Kosten. (Bild: gemeinfrei © Gerd Altmann / Pixabay)

Immer mehr Unternehmen in Deutschland setzen Open-Source-Software ein. Doch nicht mehr allein deshalb, weil sie kostenlos ist, wie der Branchenverband Bitkom herausfand.

Zwei Drittel der größeren Unternehmen haben bewusst offene Software im Einsatz, wie eine Umfrage des Bitkom unter mehr als 800 hierzulande ansässigen Unternehmen mit hundert oder mehr Mitarbeitern ergab. Drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) bezeichnen sich selbst an Open Source interessiert und dem Thema gegenüber als aufgeschlossen. 4 Prozent sagen, dass sie Open Source grundsätzlich kritisch sehen oder ablehnen, und jedes Fünfte (19 Prozent) ist noch unentschieden. Und jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) ab 100 Beschäftigten nutzt Open Source gar nicht.

Die Lizenz von Open-Source-Software erlaubt es, die Programme frei auszuführen, den Quellcode zu analysieren und anzupassen sowie die Software auch in modifizierten Varianten weiterzugeben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Quellcode der Software offen zugänglich ist. In Deutschland setzen immerhin zwei Drittel (69 Prozent) daher bewusst Open-Source-Software ein. Vielleicht sogar viel mehr, wie Bitkom-Präsident Achim Berg vermutet, denn viele Unternehmen wüssten wohl gar nicht, dass sie OS-Lösungen nutzen, entweder als Smartphone-Betriebssystem oder als Softwarebasis für Webserver. Dabei käme Open Source vor allem bei neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Blockchain eine entscheidende Bedeutung zu, weil dort das Entwicklungstempo besonders hoch sei, erklärt Berg.

Open-Source-Software hat für Unternehmen viele Vorteile, von mehr Sicherheit bis zur einfachen Individualisierung der Software.
Open-Source-Software hat für Unternehmen viele Vorteile, von mehr Sicherheit bis zur einfachen Individualisierung der Software. (Bild: Bitkom)

Neun von zehn Unternehmen (88 Prozent), die bereits Open-Source-Software einsetzen, sehen deutliche Vorteile. Für 17 Prozent der OS-Nutzer ist die Kosteneinsparung, da keine Lizenzgebühren anfallen, der Hauptgrund, auf Open Source zu setzen. Weitere Gründe sind hohe Sicherheit durch zeitnahe Updates und Unabhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern sowie die breite Auswahl an Open-Source-Komponenten, der Zugriff auf den Quellcode und einfache individuelle Anpassungen an der Software. Daneben gelten offene Standards, die Kompatibilität zu weiteren eingesetzten Tools und eine aktive Community für den Wissensaustausch als entscheidende Vorteile von Open Source.

Allerdings sehen auch acht von zehn der befragten Unternehmen (79 Prozent) Nachteile beim Einsatz von Open Source, wie fehlende Fachkräfte, also Experten im Unternehmen, um zum Beispiel die Software an den individuellen Bedarf anzupassen und weiterzuentwickeln. Dahinter folgen mangelnde Akzeptanz im Unternehmen sowie die unklare Gewährleistungssituation, fehlende Schulungsangebote, fehlende Lösungen für den eigenen Anwendungsfall, die aufwändige Umstellung von der bisherigen Software auf Open Source sowie eine zu große und damit unüberschaubare Auswahl an Open-Source-Lösungen. Einige beklagen zudem einen hohen Schulungs- und Einarbeitungsaufwand.

Die Angaben wurden im Rahmen einer repräsentativen Befragung von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Rahmen des Projekts „Open Source Monitor 2019“ erhoben. Dabei wurden 804 Unternehmen ab 100 Mitarbeitern in Deutschland telefonisch befragt.

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