In diesem Jahr wollen Unternehmen in EMEA ihre IT-Budgets für Cloud-Speicherlösungen erhöhen. Gründe hierfür sind unter anderem die steigende Beliebtheit von Cloud-Nutzung und versteckte Anbietergebühren, wie der aktuelle Wasabi Cloud Storage Index 2023 dokumentiert.
Der Global Cloud Storage Index von Wasabi Technologies bildet den derzeitigen Stand von Speicherinfrastrukturen in Unternehmen aus EMEA ab.
(Bild: JustSuper - stock.adobe.com)
Eine große Mehrheit (87 %), der im Auftrag von Wasabi Technologies von Vanson Bourne befragten Unternehmen der EMEA-Region, verlagerten 2022 ihren Speicher von On-Premises in die Public Cloud. Etwa die Hälfte (52 %) hat damit ihr Budget für Public Cloud Storage im vergangenen Jahr sogar überzogen. Der Trend hin zu mehr Cloud-Speicherung wird aber weitergehen, antworteten 83 Prozent: Die Menge, der in der Cloud gespeicherten Daten wird 2023 auf jeden Fall zunehmen. In Folge planen 81 Prozent, ihr Budget für Cloud-Speicherlösungen aufzustocken. Auch deswegen, weil 90 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass die Menge der in der Cloud gespeicherten Daten 2023 gleichbleiben oder sogar steigen wird.
Allgemein steigt die Beliebtheit von Cloud-Speicherumgebungen (öffentlich und private) bei dem EMEA-Unternehmen, die diese herkömmlichen IT-Umgebungen inzwischen vorziehen. Dennoch glauben viele Organisationen, dass es schwierig werden könnte, die mit Public-Cloud-Speicher verbundenen Gebühren- und Kostenstrukturen zu bewältigen.
Gründe für die Migration
Laut Umfrage sind die drei wichtigsten Faktoren für die Migration von On-Premises zu Cloud-Lösungen eine widerstandsfähigere Infrastruktur (43 %), die Vermeidung von Kosten für die Erneuerung alter oder den Kauf neuer Hardware (40 %) und die Notwendigkeit, Ressourcen zu skalieren (38 %).
Für Unternehmen aus Großbritannien und Deutschland ist die Erfüllung von Compliance- und Regulierungsanforderungen ihr drängendstes Problem. In Großbritannien ist die DSGVO mit Abstand die wichtigste Norm bei der Cloud-Nutzung, während für Deutschland und Frankreich ISO-Standards auf Platz eins liegen.
Sicherheitsbedenken bleiben vorrangig
In Frankreich geben 40 Prozent der Unternehmen an, dass mangelnde Erfahrung mit Cloud-Plattformen und unzureichende Mitarbeiterschulung ihre größten Sicherheitsprobleme sind. Die Befragten im Vereinigten Königreich nennen hier den unbefugten Zugriff auf (oder die Einsicht in) die eigenen Daten. Unternehmen in Deutschland sehen in fehlenden Richtlinien und fehlenden Tools für das Identitäts- und Zugriffsmanagement das größtes Sicherheitsmanko bei der Cloud-Speicherung. Befragte aus den Niederlanden bemängelten fehlende nativeBackup-, Disaster-Recovery- und Datenschutz-Tools.
Auch bei der Auswahl eines Cloud-Speicheranbieters steht Sicherheit für die EMEA-Region ganz oben: Generell sind Datenschutz-, Sicherheits- und Compliance-Funktionen wichtigste Kriterien. Für Unternehmen in Großbritannien stehen der Preis bzw. die Gesamtbetriebskosten bei der Auswahl des Anbieters an erster Stelle. Nachhaltigkeit ist für Franzosen und Niederländer am wichtigsten.
Höhere Ausgaben für Cloud-Speicher
In EMEA geben Unternehmen durchschnittlich 14 Prozent ihres gesamten IT-Budgets für Cloud-Speicher aus (weltweit 12 %). 81 Prozent planen aber, ihr Budget für Cloud-Speicher im Jahr 2023 zu erhöhen. Am wichtigsten für die Erhöhung des Public-Cloud-Storage-Budgets in den nächsten zwölf Monaten sind IT-Initiativen (51 %), neue Geschäftsvorhaben (47 %) und neue Anforderungen an Datensicherheit, -sicherung und -wiederherstellung (43 %).
52 Prozent der befragten EMEA-Unternehmen geben an, dass sie ihr Budget für Public-Cloud-Storage im letzten Jahr überschritten hätten – wegen einer höheren Speichernutzung als erwartet (39 %), höhern Gebühren für den Datenbetrieb als vorausgesagt (37 %), zusätzlicher Migration von Anwendungen in die Cloud (37 %), gestiegener Listenpreise für Speicherplatz (37 %), höheren Gebühren für den Datenabruf (35 %), API-Aufrufen (31 %), Ausstiegsgebühren (26 %) und/oder Datenlöschungen (26 %).
Insgesamt geben die Befragten in der EMEA-Region an, dass im Durchschnitt 48 Prozent ihrer Rechnung für Cloud-Speicher auf Gebühren und 51 Prozent auf Speicherkapazität entfallen. Die Niederlande gaben mit 51 Prozent den höchsten Anteil für Gebühren aus, Großbritannien mit 45 Prozent den niedrigsten.
Die wichtigsten Daten aus Deutschland im Überblick:
• Deutsche Unternehmen haben nach eigenen Angaben durchschnittlich etwa 14,5 PB in der Public Cloud gespeichert. • In Deutschland machen die Cloud-Speicherkosten im Durchschnitt 16 Prozent des gesamten IT-Budgets aus. • 43 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland geben als Grund für die Überziehung des Cloud-Speicher-Budgets an, dass ihr eigentliches Maß an Datenverarbeitung und Wachstum höher war als geplant. • 98 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland sind im Jahr 2021 von On-Prem-Speicherlösungen in die Public Cloud migriert. • 41 Prozent der Unternehmen in Deutschland sehen in der Einhaltung von Vorschriften und Regulierungen die größte Herausforderung für ihr Unternehmen bei der Migration On-Prem in die Public Cloud. • 45 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen für ihre Archivierung in der Public Cloud Objektspeicher. Damit stellt dies den wichtigste Anwendungsfall dar. • 37 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland nutzen mehr als einen Cloud-Anbieter. • 54 Prozent halten die Nutzung einer vertrauten Cloud-Umgebung für einen entscheidenden Vorteil. • 36 Prozent sehen fehlende Richtlinien im Umgang mit Zugriff auf die Daten ihres Unternehmens (Zugriffsmanagement) als das größte Sicherheitsrisiko in Bezug auf öffentliche Cloud-Speicher.
Methodik Im Rahmen des Cloud Storage Index 2023 befragte das unabhängige Marktforschungsinstitut Vanson Bourne im November und Dezember 2022 im Auftrag von Wasabi Technologies 1.000 IT-Entscheidungsträger, die zumindest in gewissem Umfang an der Anschaffung von öffentlichen Cloud-Speichern in ihrem Unternehmen beteiligt oder dafür verantwortlich waren. Davon waren 35 Prozent (350 Personen) in der EMEA-Region ansässig (insbesondere in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich). Die Befragung fand in Organisationen mit mehr als 100 Mitarbeitern aus allen öffentlichen und privaten Sektoren statt.
Stand: 08.12.2025
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