Homeoffice-Herausforderungen Hybrid Work erfordert Investitionen in die Cybersicherheit

Von Ira Zahorsky

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Hybride Arbeitsmodelle sind in Deutschland angekommen. Herausforderungen bleiben die digitale Kompetenz der Mitarbeiter, passende Technologien und vor allem die Cybersicherheit. Welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen, hat eine Studie von Okta herausgefunden.

Hybride Arbeitsmodelle bringen Unternehmen und Mitarbeitern Vorteile, stellen sie aber auch vor Herausforderungen.
Hybride Arbeitsmodelle bringen Unternehmen und Mitarbeitern Vorteile, stellen sie aber auch vor Herausforderungen.
(Bild: VectorMine-stock.adobe.com)

In 91 Prozent der deutschen Unternehmen ist Hybrid Work inzwischen Gang und Gäbe. Dies ergab eine Studie, die Okta, Spezialist für Identitäts- und Zugriffsmanagement, durchgeführt hat. 16 Prozent der Angestellten können dabei frei zwischen Homeoffice und Büro wählen. 19 Prozent erhalten konkrete Vorgaben, an welchen Tagen sie remote arbeiten können. Etwas mehr als die Hälfte (57 %) hat die Möglichkeit, bis zu drei Tage im Homeoffice tätig zu sein.

Hier sieht man, dass sich das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Angestellten verbessert hat. Vor der Pandemie waren Arbeitgeber eher der Ansicht, dass die Mitarbeiter von zu Hause weniger produktiv wären. Heute sind 60 Prozent der Vorgesetzten der Ansicht, dass die Produktivität im Homeoffice sogar größer ist und rund ein Drittel meint, dass die Mitarbeiter genauso produktiv sind wie im Büro.

Warum sich Unternehmen – auch längerfristig – für ein hybrides Arbeitsmodell entscheiden, hat unterschiedliche Gründe. 44 Prozent tun dies wegen der gesteigerten Produktivität. 35 Prozent versprechen sich Kosteneinsparungen. Nur einem Drittel liegt das Wohlergehen der Mitarbeiter am Herzen – der europäische Durchschnitt liegt bei 42 Prozent. 15 Prozent versprechen sich durch das Angebot von Hybrid Work eine höhere Attraktivität des Unternehmens für neue Mitarbeiter beziehungsweise eine stärkere Bindung der Angestellten.

Tendenziell bewerten die Firmen das Arbeitsmodell aber regelmäßig neu: 30 Prozent alle 12 Monate, 40 Prozent jedes halbe Jahr und 10 Prozent fortlaufend. „Obwohl sich ein ‚Recht auf Homeoffice‘ in Deutschland bisher nicht durchgesetzt hat, haben die letzten drei Jahre gezeigt, dass hybride Arbeitsformen in der Praxis nicht nur als Übergangslösung funktionieren, sondern absolut zukunftsfähig sind“, ist Sven Kniest, Vice President Central & Eastern Europe bei Okta, überzeugt.

Mitarbeiter sind die wertvollste Unternehmensressource. Deshalb sollte die Gesundheit und das physische und mentale Wohlbefinden der Teams bei der Ausgestaltung von Arbeitsmodellen größte Priorität haben.

Sven Kniest, Okta

Seiner Meinung nach müssen Unternehmen dieses Arbeitsmodell von der reinen Aufrechterhaltung der Business Continuity dahingehend wandeln, dass „angesichts von geopolitischen Unsicherheiten und steigenden Cyberbedrohungen neben dem Management von Risiken und Kosten auch langfristig die Produktivität und Innovationskraft erhalten bleibt und ausgebaut wird“.

Cybersicherheitskultur

Die Pandemie hat den Ausbau der technischen Infrastruktur zweifellos vorangetrieben. 31 Prozent der Befragten sehen dennoch in der Auswahl und der Nutzung der passenden Technologien eine Herausforderung. Ein Prozent mehr findet, dass die digitale Kompetenz der Mitarbeiter ein Problem darstellt. Eine weitere große Challenge ist für 31 Prozent die Cybersicherheit. Deren Verbesserung hat für mehr als ein Drittel (36 %) eine sehr hohe Priorität. „Unternehmen brauchen Technologien, die nicht nur sicher sind, sondern auch einfach in der Anwendung für die Mitarbeitenden“, so Kniest. Er empfiehlt zudem eine Cybersicherheitskultur, die das digitale Know-how der Angestellten erweitert und sie für Cybergefahren sensibilisiert.

Denn trotz der erhöhten Cybersicherheitslage setzt die Hälfte der Unternehmen noch auf das „klassische“ Passwort. Hardware-Einmalpasswörter und Sicherheitsschlüssel werden von 37 bzw. 36 Prozent genutzt. Zusätzliche Authentifizierungsverfahren per Push oder Biometrie verwenden 19 bzw. 24 Prozent. Immerhin 42 Prozent nutzen Single-Sign-On-Lösungen (SSO). Weitere 41 Prozent könnten sich eine Einführung dieser Technologie vorstellen. Drei Viertel wollen ihre Investitionen in die IT-Sicherheit sowie in Datenschutzlösungen erhöhen. Zusätzliches Geld soll auch in Videokonferenzlösungen (78 %), Produktivität und Zusammenarbeit (70 %) sowie in das Wohlbefinden der Mitarbeiter (64 %) fließen.

Über die Studie

Die Studie wurde von Okta in Auftrag gegeben und von Statista zwischen September und Oktober 2022 über eine Online-Plattform durchgeführt. Die Stichprobe bestand aus Führungskräften aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und dem Vereinigten Königreich, die Einfluss auf das Arbeitsmodell und den digitalen Arbeitsplatz haben. Die Gesamtstichprobe umfasste 524 Befragte, darunter 108 aus Deutschland.
Der Artikel bezieht sich auf die deutschen Befragten, soweit nicht anders vermerkt.

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