Public Cloud und lokaler IT-Betrieb im Einklang Hybrid Cloud unter Kontrolle

Ein Gastbeitrag von Bill Basinas* 3 min Lesedauer

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Hybrid Cloud ist der aktuelle Computing-Standard. Die meisten großen Unternehmen nutzen seit einiger Zeit hybride IT-Umgebungen. Ein interessanter Aspekt dieser Tatsache ist, dass sie zu einer Neubewertung der (vermeintlichen) Stärken und Schwächen unterschiedlicher Cloud-Modelle und herkömmlicher IT-Infrastrukturen geführt hat.

Durch den umfangreichen Einsatz hybrider Clouds werden vermehrt Faktoren wie einfaches und einheitliches Management für die Entscheidung zwischen verschiedenen Produkten, Diensten und Anbietern herangezogen.(Bild:  Photocreo Bednarek - stock.adobe.com)
Durch den umfangreichen Einsatz hybrider Clouds werden vermehrt Faktoren wie einfaches und einheitliches Management für die Entscheidung zwischen verschiedenen Produkten, Diensten und Anbietern herangezogen.
(Bild: Photocreo Bednarek - stock.adobe.com)

Bei einem Blick auf die Nutzung der Hybrid Cloud überrascht es wenig, dass Organisationen dazu tendieren, besonders wichtige oder sensible Daten im eigenen Rechenzentrum zu verarbeiten und zu speichern. Bestimmte Branchen, wie das Gesundheitswesen oder die Finanzbranche, unterliegen strengen Datenschutz- und Compliance-Anforderungen. In einigen Fällen können diese Vorschriften die Speicherung und Verarbeitung sensibler Daten in einer öffentlichen Cloud verbieten. Das Betreiben solcher Anwendungen in einem eigenen Rechenzentrum bietet Unternehmen eine höhere Kontrolle über die Sicherheit und den Schutz der Daten. Auch die Tatsache, dass Unternehmen ihre Legacy-Anwendungen im eigenen Rechenzentrum betreiben und nicht in der Public Cloud, ist beinahe selbstverständlich.

Kosten
Unternehmen, die auf die Hybrid Cloud setzen, müssen darüber hinaus aber häufig auch zwei Grundannahmen über die Public Cloud revidieren. Public-Cloud-Anbieter reklamieren neben der gebotenen Flexibilität gerne auch Kostenvorteile für ihre Lösungen gegenüber On-Premises-Lösungen. In der Praxis erweisen sich diese Vorteile allerdings nicht selten als illusorisch. Häufig erweisen sich Public-Cloud-Angebote als teurer. Dies kann aufgrund von Datenübertragungskosten, Lizenzgebühren oder der Notwendigkeit einer umfangreichen Anpassung der Anwendung an die Cloud-Architektur der Fall sein. In solchen Fällen — und das sind nicht wenige — kann es wirtschaftlich sinnvoller sein, die Anwendungen in der lokalen Infrastruktur zu betreiben.

Performance
Die großen Public-Cloud-Anbieter verfügen über enorme IT-Expertise und die erforderlichen Ressourcen, die leistungsfähigsten Systeme bereitzustellen. Dennoch ist die Grundannahme, Public Cloud Computing sei performanter als der IT-Betrieb im eigenen Rechenzentrum, fast immer falsch. Anwendungen, die eine sehr niedrige Latenz erfordern oder extrem hohe Leistungsanforderungen haben, profitieren von einer direkten Verbindung zu On-Premises-Ressourcen wie Netzwerkkomponenten, Servern und Storage Arrays. Oft ist es effizienter, Daten lokal zu verarbeiten, anstatt sie über das Internet in die Cloud zu übertragen. Dies ist besonders wichtig bei Anwendungen, die Echtzeitverarbeitung erfordern, wie Finanztransaktionen, IoT-Anwendungen oder Systeme, die den Kunden eines Unternehmens besonders schnelle Performance bieten sollen.

Storage besser on-premises

Vor allem diese beiden Faktoren, Kosten und Performance, haben im Rahmen der Hybrid-Cloud-Nutzung zur sogenannten „Cloud Repatriation“ geführt, zur vermehrten Rückverlagerung von Anwendungen aus der Public Cloud in die eigenen Rechenzentren von Unternehmen. Die primären Anwendungen, für die Unternehmen aktuell vor allem die Public Cloud nutzen, sind Backup, Business Continuity und Disaster Recovery, Tests, Entwicklung und Proofs of Concept.

Im Speicherbereich kommt die Public Cloud vor allem als kurzfristige Kapazitätserweiterung oder für die weniger kritischen Lagen einer Speicherhierarchie zum Einsatz. In dem Maße, in dem sich innerhalb eines Hybrid-Cloud-Modells ein Gleichgewicht zwischen Public Cloud und On-Premises einstellt, wird der Faktor eines einfachen und einheitlichen Managements wichtig für die Entscheidung zwischen verschiedenen Produkten, Diensten und Anbietern.

Hybrid unter Kontrolle

Eine große Herausforderung in hybriden IT-Umgebungen resultiert aus der Tatsache, dass viele IT-Lösungen originär entweder für die Cloud oder den Betrieb im Rechenzentrum eines Unternehmens konzipiert sind. Die Herausforderung besteht dann nicht nur in der häufig unterschiedlichen Funktionalität z.B. der Cloud-Speicherumgebung und der Speicherumgebung im eigenen Rechenzentrum, sondern auch im aufwändigen Management, weil die Lösung kein einheitliches Management bzw. Anwendererlebnis bietet.

Die Anforderungsliste an eine moderne Speicherinfrastruktur ist ohnehin schon lang: Neben Zuverlässigkeit und einer hohen Leistung mit minimaler Latenz gehört dazu eine einfache Verwaltung, ein hohes Maß an Automatisierung und Cyber-Resilienz. Zu dieser Liste kommen in Hybrid-Cloud-Umgebungen noch die Anforderung, dass die Lösung on-premises und in der Cloud denselben Code, dieselben Schnittstellen, APIs, CLIs und Integrationen bietet. Je mehr sich Hybrid Cloud zum vorherrschenden Paradigma der IT entwickelt, desto wichtiger werden diese Faktoren werden.


* Der Autor Bill Basinas ist Senior Director Product Marketing bei Infinidat.

Bildquelle: Infinidat

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