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Freiwilliges Angebot HPI-Cloud-Lösung für Schulen wird angenommen

| Autor: Susanne Ehneß

Die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hat die Erwartungen der Bundesregierung erfüllt. Sie habe die im Projektantrag vereinbarten Ziele erreicht und die Schul-Cloud einem grundsätzlich unbeschränkten Nutzerkreis geöffnet.

Hauptgebäude des Hasso-Plattner-Instituts
Hauptgebäude des Hasso-Plattner-Instituts
(© HPI)

Laut Bundesregierung haben sich bis 13. Juli 4.031 Schulen bei der HPI Schul-Cloud angemeldet. Aktiv genutzt haben die Cloud bis zum Stichtag

  • 142 MINT -EC-Schulen,
  • 210 Schulen im Rahmen des Projekt Open Edu Hub,
  • 13 deutsche Auslandsschulen und
  • 1.826 Schulen im Rahmen der Länderprojekte Brandenburg, Niedersachsen und Thüringen.

Wie viele Schulen die Cloud-Lösung nutzen sollen, wurde im Projekt allerdings nicht verankert. Die Lösung versteht sich vielmehr als freiwilliges Angebot. „Die HPI Schul-Cloud hat die im Projektantrag vereinbarten Meilensteine erreicht und die Schul-Cloud einem grundsätzlich unbeschränkten Nutzerkreis geöffnet sowie die hierfür erforderlichen Maßnahmen wie die bedarfsorientierte technische Skalierung ebenso realisiert wie eine einfach zu handhabende Onboarding-Routine. Somit hat die HPI Schul-Cloud die Erwartungen der Bundesregierung erfüllt“, kommentiert die Regierung.

Förderung

Der Förderzeitraum für das Schul-Cloud-Projekt soll wie geplant am 31. Juli 2021 enden. „Eine Verstetigung der HPI Schul-Cloud erfordert aus Sicht des BMBF ein finanziell tragfähiges Betreiber- und Finanzierungskonzept zur Verwertung der Projektergebnisse“, betont die Bundesregierung. Eine inhaltliche Fortentwicklung finde derzeit im Rahmen des Projekts „Open-EduHub“ statt, das zum Jahresende ausläuft.

„Zur schnellen Unterstützung der Schulen in der Coronakrise möchte das Hasso-Plattner-Institut die durch das BMBF geförderte HPI Schul-Cloud für alle Schulen, die kein vergleichbares Angebot des Landes nutzen können, öffnen“, heißt es zur Zielsetzung des Projekts Open-EduHub. „In dieser Notsituation ermöglicht das HPI eine deutliche Ausweitung der Nutzung der Schul-Cloud und bündelt seine Ressourcen mit Wikimedia Deutschland e. V. und edu-sharing.net e. V. mit dem Ziel, möglichst viele digitale Lerninhalte für die HPI Schul-Cloud und andere schulische Plattformen bereitzustellen.“ Beide Vereine seien Mitglieder des Bündnis Freie Bildung und könnten die Einbindung von freien pädagogisch-didaktischen Lerninhalten in den Lern-Store der HPI Schul-Cloud sicherstellen.

Meilensteine der Schul-Cloud

Die Förderung der Schul-Cloud sah und sieht folgende Ziele vor:

Im Bereich „Nutzungsangebot“:

  • April/Mai 2020: „Angebot einer online- und cloudbasierten Lern- und Arbeitsumgebung“

Im Bereich „Technische Skalierung“:

  • April/Mai 2020: „Aufbau und stetige Weiterentwicklung skalierender Hosting-und Betriebsinfrastrukturen“
  • April/Mai 2020: „Aufbau einer technischen und medialen Infrastruktur für Homeschooling (inkl. Videoconferencing)“
  • Juni/Juli 2020: „Entwicklung von Strukturen für die Nutzung der angebotenen Lern- und Arbeitsumgebung durch Eltern inkl. Möglichkeiten für die Vernetzung“

Im Bereich „Einführungs- und Unterstützungsleistungen“:

  • April/Mai 2020: „Aufbau skalierender Strukturen für das Onboarding von Schulen“
  • April/Mai 2020: „Aufbau skalierender Strukturen für den Nutzersupport (LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern)“
  • April/Mai 2020: „Integration von Technologien für die pädagogisch- & didaktische Unterstützung und Fortbildung“
  • Juni/Juli: „Fachliche Beteiligung an Projektteil ‚Content-Infrastruktur und Erschließung‘ und Implementation der Ergebnisse in den Lernstore der HPI Schul-Cloud“

Die Bewertung für das Verbundvorhaben von HPI und MINT EC e.V. erfolgt laut Bundesregierung planmäßig am 13. Juli 2021, „OpenEduHub“ endet am 31.12.2020. Die Fördermittelnehmer müssen dann ihre Abschlussberichte vorlegen. „Das Projekt gilt als Erfolg, wenn die im Projektantrag definierten Meilensteine und Gesamtergebnisse erreicht wurden“, kommentiert die Bundesregierung, aber Abweichungen seien möglich, „wenn im Entwicklungsprozess begründete und entsprechend mit dem Fördermittelgeber abgestimmte Anpassungen vorgenommen wurden“. Zudem sei das Projekt „OpenEduHub“ in dem Grundverständnis aufgesetzt worden, dass ein dynamisches Infektionsgeschehen auch zu kurzfristigen, im Benehmen von Fördermittelnehmer und Fördermittelgeber zu vereinbarenden Korrekturen ursprünglicher Projektziele und der entsprechenden Meilensteine führen könne.

Kritik

An der Förderung der HPI-Cloud gab es auch Kritik. „Dass der Bund den Schulen bei der Umstellung auf digitales Lernen unterstützen muss, ist angesichts der enormen Herausforderungen absolut richtig, sogar unerlässlich. Doch der Zuwendungsvorgang für die Öffnung der HPI-Schulcloud ist doch mehr als fraglich und vollkommen intransparent“, kommentierte beispielsweise Ekin Deligöz, Mitglied des Deutschen Bundestages und Mitglied des Haushaltsausschusses für die Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

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