Souveräne Datenwertschöpfung HPE schnürt Lösungspaket für Gaia-X-Anschluss

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Neue HPE-Lösungen sollen Kunden helfen, über die Gaia-X-Infrastruktur Daten und Dienste auszutauschen. Das „HPE Solution Framework for Gaia-X“ unterstützt die Funktionen, die erforderlich sind, um Daten und Dienste in einer dezentralen Umgebung wie Gaia-X bereitzustellen und zu nutzen.

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Dezentrale Daten werden zum Motor für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt – wenn sie auch entsprechend genutzt werden können.
Dezentrale Daten werden zum Motor für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt – wenn sie auch entsprechend genutzt werden können.
(Bild: gemeinfrei© Paul Brennan / Pixabay )

Dafür hat Hewlett Packard Enterprise (HPE) ein Lösungspaket entwickelt, das sich an Unternehmen, Service Provider und Behörden richtet. Sie sollen dabei unterstützt werden, ihre digitale Wertschöpfung zu verbessern, riesige verteilte Datenpools anzuzapfen und ihre Souveränität über ihr datengetriebenes Geschäftsmodell zu stärken.

Das Framework basiert auf einer Referenzarchitektur, die Schlüsselkomponenten aus dem HPE-Softwareportfolio, Software von Drittanbietern und die Cloud28+ Business Platform, ein Marktplatz für die Monetarisierung von Daten und Diensten, nutzt. Einzelne Komponenten und ganze Lösungsumgebungen sind als Dienste über HPE GreenLake Cloud Services verfügbar.

HPE kündigt mit dem „HPE Roadmap Service for Gaia-X“ außerdem Dienstleistungen an, mit dem Kunden ihre Gaia-X-Bereitschaft bewerten und eine entsprechende Roadmap entwickeln können.

Dezentrale Datenerschließung und -nutzung

Gaia-X ist ein Projekt zum Aufbau einer föderierten Dateninfrastruktur, das von mehr als 300 Organisationen in Europa und weltweit unterstützt wird. Gaia-X sei eine Antwort auf die Schlüsselfrage der nächsten Welle der digitalen Transformation, erklärt Johannes Koch, Senior Vice President, Deutschland, Österreich und Schweiz, HPE: „Wie können wir Netzwerkeffekte schaffen, ohne alle Daten zu zentralisieren?“ Diese Aufgabe könne Gaia-X allerdings nicht allein erledigen, sondern es erfordere bestimmte Fähigkeiten, um von dieser Plattform zu profitieren. Gaia-X diese Aufgabe nicht allein. „ Im Kern muss man in der Lage sein, Daten wertschöpfend einzusetzen. Genau das ermöglichen wir Kunden mit unseren Gaia-X-Lösungen“, so Koch.

Laut der Europäischen Kommission sei die Datenwertschöpfung von entscheidender Bedeutung für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt der nächsten Jahrzehnte. Sie werde von einer „neuen Welle“ von Geschäftsdaten angetrieben, wobei bis 2025 80 Prozent des gesamten Datenvolumens dezentral verarbeitet werden sollten. Laut dem Weltwirtschaftsforum könnten Unternehmen auf diese Weise Daten in Mehrwerte verwandeln – etwa neue Einnahmequellen und Geschäftsmodelle, bessere Entscheidungen und Kundenerlebnisse. McKinsey schätzt beispielsweise, dass die Monetarisierung von Daten aus vernetzten Autos den Akteuren im gesamten Mobilitätssystem im Jahr 2030 einen jährlichen Mehrwert von 250 bis 400 Milliarden US-Dollar bringen könnte. Und für die Europäische Union wird prognostiziert, dass sich die Datenwirtschaft zwischen 2018 und 2025 fast verdreifachen und ein Volumen von 829 Milliarden Euro erreichen werde.

Neuer Ansatz für souveräne Datenwertschöpfung

Es ist jedoch nicht sicher, inwieweit Unternehmen in der Lage sein werden, diese Möglichkeiten auch tatsächlich zu nutzen. Laut IDC und Seagate werden nur 32 Prozent der Daten genutzt, die den Unternehmen zur Verfügung stehen. Außerdem, so die Europäische Kommission, befindet sich ein „großer Teil der weltweit vorhandenen Daten derzeit in der Hand einer kleinen Zahl großer Technologieunternehmen. Dies könnte die Anreize für das Entstehen datengetriebener Unternehmen und für deren Wachstum und Innovation in der EU heute schmälern.“

Dezentrale Cloud- und Dateninfrastrukturen verfolgen einen radikal neuen Ansatz, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sie ermöglichen die gemeinsame Nutzung und Aggregation von Daten, Erkenntnissen und Diensten in großem Umfang ohne einen zentralen Vermittler. Dies schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen, bei denen Macht und Möglichkeiten auf alle Parteien verteilt sind.

Gaia-X steht im Mittelpunkt dieser Bestrebungen. Gaia-X verbindet zentrale und dezentrale Infrastrukturen, um einen sicheren und vertrauenswürdigen Datenaustausch zu ermöglichen. Mit ersten Leuchtturmprojekten startet jetzt die Anwendungsphase und die ersten Gaia-X-konformen Lösungen werden voraussichtlich im Dezember 2021 zertifiziert werden.

HPE ist Mitglied der Gesellschaft Gaia-X AISBL und mehrerer Gaia-X-Arbeitsgruppen. Zudem arbeitet HPE bereits mit Dutzenden von Kunden in ganz Europa wie beispielsweise Orange Business Services oder das finnische Unternehmen CSC – IT Center for Science Ltd, Betreiber von Europas erstem Pre-Exascale-Supercomputer namens LUMI, um sie auf die Teilnahme an Gaia-X vorzubereiten.

Lösungspaket für Gaia-X

Herzstück des HPE Solution Framework for Gaia-X ist eine Referenzarchitektur. Sie bildet die Grundlage für die Komponenten, die erforderlich sind für den Aufbau von Gaia-X-Anwendungsfällen. Zudem gewährleistet sie den sicheren Betrieb dezentraler Workloads und umfasst eine zentrale Steuerungsstruktur.

Das technische Fundament ist die HPE Ezmeral Software Platform. Sie umfasst Funktionen etwa für den einheitlichen Zugriff auf verteilte Daten und die einheitliche Steuerung von verteilten Kubernetes-Clustern. HPE nutzt außerdem SPIFFE (Secure Production Identity Framework For Everyone) und SPIRE (SPIFFE Runtime Environment) – Open-Source-Standards für die sichere Authentifizierung von Software-Services durch die Verwendung von plattformunabhängigen, kryptografischen Identitäten.

Mit der Cloud28+ Business Plattform können Kunden ihre Daten und Dienste über einen Marktplatz präsentieren und monetarisieren. Diese Plattform wurde ursprünglich als Service-Katalog für die Cloud28+-Community entwickelt – jetzt steht sie außer dem HPE-Partnernetzwerk auch einzelnen Unternehmen, Service Providern und Behörden zur Verfügung.

Als Mitentwickler der Gaia-X-Architektur und Gaia-X-Standards wird HPE sein Lösungspaket mit den erforderlichen Schnittstellen, Konnektoren und Diensten ausstatten, damit sich Kunden nahtlos mit der Gaia-X-Plattform verbinden können.

Sofortige Verfügbarkeit in Europa

Das „HPE Solution Framework for Gaia-X“ und der „HPE Roadmap Service for Gaia-X“ sind in Europa verfügbar. Einzelne Lösungskomponenten und ganze Lösungsumgebungen sind über HPE GreenLake Cloud Services als Dienst verfügbar. Gaia-X-Schnittstellen und -Konnektoren werden zur Verfügung gestellt, sobald die Spezifikationen dafür finalisiert sind.

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