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Renaissance des Server-based Computing - dieses Mal mit VMware

Horizon View 6 vereint VDI, Terminal-Services und Anwendungs-Virtualisierung

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RD Session Hosts

Das mit Abstand wichtigste Feature im Vergleich zur Vorgängerversion besteht aber zweifelsohne in der Unterstützung für RD Session Hosts. Hier lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen.

VMware hatte Session Hosts zwar schon vor längerer Zeit in seine VDI-Lösung gepackt, allerdings damals „nur“ mit Hilfe von RDP, ohne die Möglichkeit einer Produkt-übergreifenden Verwaltung. Es gibt zwar auch noch „VMware Thinapp“, als zur Anwendungs-Virtualisierung recht verbreitetes Werkzeug, dieses ist aber keine echte Alternative für die RDS-Unterstützung in Horizon, weil die mit Hilfe von Thinapp virtualisierten Programme nur auf Windows-Clients funktionieren.

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VMware schließt mit Horizon 6 in puncto Anwendungs-Virtualisierung funktional zu Citrix Xenapp 7.5 auf. Dass Horizon 6 unter anderem einen Migrationspfad für Xenapp 6.5 bietet, liegt offenbar im Kalkül des Herstellers.

Horizon Workspace kann nämlich auch Thinapp-, RDS- und Web-Anwendungen in seinen Katalog integrieren, die via Xenapp 5 oder 6 veröffentlicht wurden, wobei dank Single-Sign-On eine zusätzliche Authentifizierung der Benutzer nicht notwendig ist. Außer dem über Horizon Workspace verwaltbaren Parallel-Betrieb von Horizon 6 und Xenapp erlaubt die Lösung auch das Migrieren von Xenapp-Anwendungen.

Thinapp führt Applikationen in einer Sandbox aus und emuliert Teile des Dateisystems derart, dass die virtualisierten Programme nur den umgebenden Container verändern können und nach dem Beenden keinerlei Rückstände auf dem Virtualisierungs-Host hinterlassen. VMware Horizon 6 dagegen überträgt Sessions und „Remoteapp dank PCoIP oder HTTPS/HTML5 („Blast“) unter Zuhilfenahme der gleichen Protokolle, die auch für virtuelle Desktops verwendet werden.

PCoIP und HTML5

Das auf HTTPS und HTML5 beruhende Blast war zwar auch bisher schon in Horizon enthalten, erlaubte aber vormals nur den auf HTTPS und HTML5 beruhenden Zugriff auf virtuelle Desktops im Browser. Erst in Horizon 6 ist es möglich, auch einzelne Anwendungen von Remote Desktop Session Hosts zu empfangen, ebenso wie über PcoIP.

Verwirrend ist aber, dass die Marketing-Abteilung von VMware die Bezeichnung „Blast“ inflationär gebraucht, ähnlich wie es Citrix mit HDX tut. So überträgt etwa „VMware Blast Adaptive UX“ nicht nur das HTML5-Protokoll, sondern auch PCoIP. Für die nahtlose Integration von Remoteapp in die Desktops von Windows- oder Mac-PCs nutzt VMware Technologien, die das Unternehmen aus dem Unity-Modus von VMware Workstation weiter entwickelt hat.

Clients und Editionen

Darüber hinaus hat VMware seinen Lösungen einen neuen nativen Client für Mac OS, iOS und Android spendiert, der virtuelle Desktops oder Applikationen wahlweise über eine on premise betriebene Cloud, über VMware vCloud Hybrid Services oder eine von einem Service-Provider-Partner betriebene Cloud verbinden kann, wozu in Horizon 6 weit reichende Automatisierungs- und Self-Service-Funktionen, einschließlich des benötigten Connection Broker zur Verfügung stehen.

Die verschiedenen Bezugsmodelle für Horizon 6.
Die verschiedenen Bezugsmodelle für Horizon 6.
(Bild: VMware)

VMware bietet Horizon 6 in den Editionen Standard, Advanced und Enterprise an. Die Standard-Edition hört genau genommen auf die Bezeichnung „Horizon View“, was darauf hindeutet, dass es sich bei der Standard-Edition „nur“ um die reine Desktop-Virtualisierung-Lösung einschließlich Thinapp, aber ohne vCenter Operations und Virtual-SAN-Support handelt. Die beschriebenen neuen RDS-Funktionen sind genau wie der Virtual-SAN-Support nur in der Advanced- oder Enterprise-Edition enthalten. Letztere bietet gegenüber der Advanced-Edition zusätzliche Management-Werkzeuge, etwa für das Health-Monitoring.

Der Autor:

Thomas Drilling ist freier Autor und Blogger; siehe Dillings OpenSource-Eck bei DataCenter-Insider.de".

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