Offener Standard erlaubt Drittentwicklungen General Motors entwickelt eigene Cloud-Plattform

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

General Motors geht eigene Wege bei der Anwendungstechnologie in Autos. Während andere Marken auf die Cloud-Plattformen von Google oder Apple setzen, hat der US-amerikanische Autobauer eine eigene Ende-to-End-Softwareplattform entwickelt, die „das digitale Leben der Kunden vernetzen soll“.

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Die neue Ultifi-Plattform ist Teil der GM-Strategie, den Umsatz über den Verkauf von Fahrzeugen hinaus zu steigern und Kunden ein Leben lang zu binden.
Die neue Ultifi-Plattform ist Teil der GM-Strategie, den Umsatz über den Verkauf von Fahrzeugen hinaus zu steigern und Kunden ein Leben lang zu binden.
(Bild: General Motors)

Die Eigenentwicklung „Ultifi“ soll softwaredefinierte Funktionen, Apps und Dienste in Fahrzeugen über das Internet bereitstellen. Zugleich soll sie das große Potenzial für mehr cloud-basierte Dienste, schnellere Softwareentwicklung und neue Möglichkeiten zur Kundenbindung ausschöpfen.

Ultifi basiert auf der GM-Architektur Vehicle Intelligence Platform (VIP). VIP-fähige Fahrzeuge bieten heute Over-the-Air-Fähigkeit, eine große Datenbandbreite, robuste Cybersicherheit und eine hohe Verarbeitungsleistung. Auf dieser Grundlage werden die GM-Ingenieure wichtige Software in einer neuen zentralisierten Schicht zusammenfassen, die als leistungsfähiger Knotenpunkt für die Fahrzeugsysteme fungiert. Die Ultifi-Plattform soll dann die beschleunigte Entwicklung und Bereitstellung von Software und Anwendungen für Millionen von Kunden ermöglichen, ohne die grundlegende Hardware-Steuerung zu beeinträchtigen.

Individuelle Anpassungen möglich

Ähnlich wie bei einem Smartphone können die Kunden regelmäßige Updates erwarten und aus einer Reihe von Over-the-Air-Upgrades, Personalisierungsoptionen und neuen Apps wählen. Aktivierte Fahrzeuge sollen somit immer Zugang zur neuesten Software und Funktionen haben. Einige dieser Upgrades und Einstellungen können in authentifizierten Konten gespeichert werden, so dass sie zwischen ähnlich ausgestatteten GM-Fahrzeugen übertragen werden können.

Die cloud-basierte Konnektivität von Ultifi erlaubt es, digitale Funktionen nahtlos zu integrieren. In Zukunft könnten beispielsweise die internen Kameras für die Gesichtserkennung genutzt werden, um den Motor zu starten. Auf der Grundlage von Routenplanung und GPS könnten die Einstellungen für jugendliche Fahrer so angepasst werden, dass sie beispielsweise vor Schulen besonders vorsichtig sind. Die Fahrzeuge könnten sogar mit Smart Homes auf dem Weg dorthin kommunizieren, um das Sicherheitssystem zu deaktivieren und den Thermostat einzustellen.

In ähnlicher Weise könnte die Cloud-Konnektivität auf V2X- oder Vehicle-to-Everything-Anwendungen ausgedehnt werden, um Unfälle oder Staus zu vermeiden. Durch die Kommunikation mit anderen vernetzten Geräten und der Infrastruktur könnten Fahrer vor Gefahren oder veränderten Straßenbedingungen gewarnt werden und in der Lage sein, Verkehrssignale effektiv zu steuern.

Obwohl es sich bei Ultifi um eine interne Plattform handelt, wurde sie mit Blick auf externe Entwickler entwickelt. Sie verwendet Linux-Software, um autorisierten Drittentwicklern Zugang zu geben und andere Anwendungen zu entwickeln. Ab 2023 soll Ultifi in ausgewählten Verbrenner- bzw. Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen.

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