Marispace-X Gemeinsam gegen explosive Altlasten und den Klimawandel

Das Gaia-X-Projekt „Marispace-X“ soll ein leuchtendes Beispiel für den Schulterschluss zwischen Unternehmen aus der Wirtschaft und wissenschaftlichen Einrichtungen werden. Bei „Maritime Smart Sensor Data Space X“ geht es um den Aufbau eines digitalen Ökosystems des Meeres.

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Blindgänger (Unexploded Ordnance - UXO), die vor Lanikai Beach, Hawaii, geborgen wurden. UXOs können explosives Material oder gefährliche Chemikalien enthalten und sind daher noch immer extrem gefährlich.
Blindgänger (Unexploded Ordnance - UXO), die vor Lanikai Beach, Hawaii, geborgen wurden. UXOs können explosives Material oder gefährliche Chemikalien enthalten und sind daher noch immer extrem gefährlich.
(Bild: U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Charles Oki/Released)

Unter der Leitung des deutschen Cloud-Anbieters Ionos und dem Digitalunternehmen north.io arbeiten unter anderem das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in den Bereichen Klima- und Meeresschutz eng zusammen und wollen zeigen, wie Digitalisierung und Umweltschutz Hand in Hand gehen.

Ziel des Projekts ist es, einen virtuellen Raum für alle verfügbaren maritimen Daten zu schaffen und so neue Businessmodelle sowohl auf lokaler, regionaler als auch internationaler Ebene zu ermöglichen. „Wir wollen maritime Geodaten nutzbar machen, sie mit anderen Quellen verknüpfen und teils unter Wasser verarbeiten“, fasst north.io-Geschäftsführer Jann Wendt zusammen.

Die Meeresdaten werden in einer Cloud-Umgebung sicher und effizient gespeichert, geteilt und analysiert. Somit können die Projektbeteiligten aus den Weltkriegen stammende, giftige Munitionslast auf dem Meeresboden kartographieren und beseitigen. Auch die Identifikation von Algen und Seegraswiesen zur Bindung von CO2 hilft, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Das 15 Millionen Euro große Kooperationsprojekt Marispace-X wird vom Bund gefördert.

Ionos stellt die Cloud-Infrastruktur und leitet ein Konsortium aus 16 Mitgliedern. Ministerpräsident Daniel Günther sagte bei der öffentlichen Präsentation des Projekts: „Es freut mich, dass dieses maritime Leuchtturmprojekt für die digitale Transformation in Europa aus der mittelständischen Digitalwirtschaft Schleswig-Holsteins heraus initiiert wurde. Es geht um den Meeres- und Klimaschutz, um die Beschleunigung der Energiewende und um die Räumung der Munitionsaltlasten aus dem Meer. All diese Themen machen nicht an Landesgrenzen halt. Daher begrüße ich dieses Kooperationsprojekt sehr und bin mir sicher, dass der Norden hier starke Impulse setzen wird.“ Claudia Müller, Koordinatorin der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, betonte den ökonomischen Mehrwert: „Marispace-X bildet die Grundlage für maritime digitale Geschäftsmodelle, ermöglicht neue Formen digitaler Wertschöpfung und schafft Hightech-Jobs im maritimen Sektor in Deutschland.”

Marispace-X ermöglicht kurzfristig drei Use Cases

  • Schätzungen zufolge liegen über 1,5 Tonnen an Altmunition auf dem deutschen Meeresboden. Marispace-X ermöglicht es, diese Altlasten in Nord-und Ostsee schneller zu finden und zu räumen.
  • Für die Speicherung von Kohlendioxid spielen Seegraswiesen eine entscheidende Rolle. Mit Marispace-X kann erforscht werden, wo in Nord- und Ostsee ideale Bedingungen für Seegras herrschen, um den gezielten Anbau zu steuern. Federführend ist hier die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
  • Für das Gelingen der Energiewende spielt der weitere Ausbau von Off-Shore Windkraftanlagen eine zentrale Rolle. Mit Hilfe von Marispace-X kann die Ausbaugeschwindigkeit signifikant erhöht werden, indem es beispielsweise die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung bei der Flächenerkundung vervielfacht.

Breites Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

Das Projekt ist ein Schulterschluss zwischen Wirtschaft, wissenschaftlichen Einrichtungen und politischen Akteuren. Ionos ist Konsortialführer, north.io übernimmt die technische Projektleitung. Daneben sind an dem Projekt die Unternehmen TrueOcean GmbH, Stackable GmbH, MacArtney Germany GmbH, Siemens Gamesa Renewable Energy, Quality Positioning Services B.V., Windea, Offshore GmbH & Co. KG, OffCon24 und Wallaby Boats beteiligt. Als wissenschaftliche Einrichtungen, öffentliche Institutionen und Verbände sind das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel – AG Deep Sea Monitoring, die Universität Rostock, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, das Maritime Cluster Norddeutschland, die Gesellschaft für Maritime Technik e.V., TransMarTech Schleswig-Holstein, die IHK Schleswig-Holstein, Labs Network Industrie 4.0 e.V. sowie das Ministerium für Energie, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein und die Ocean Data Alliance mit an Bord.

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