Der ganzheitliche, effiziente Einsatz von FinOps ist für die Digitalisierung und Entwicklung eines Geschäftsmodells genauso wichtig wie die Implementierung eines Multi-Cloud-Environments. Die optimale Nutzung entsprechender Tools setzt ein Bewusstsein der kosteneffizienten Verwendung der Multi-Cloud voraus.
Eine FinOps-Strategie lässt sich mithilfe der drei Säulen „Inform“, „Optimize“ und „Operate“ entwickeln und umsetzen.
(Bild: Watchara - stock.adobe.com)
FinOps ist die Kombination von Finance und DevOps. Das Konzept hebt die Kommunikation und Zusammenarbeit von Business- und IT-Teams hervor, die angesichts der stark schwankenden Ausgaben und der verteilten Geschwindigkeit der Bereitstellung von Cloud-Kapazitäten erforderlich ist. Neben der reinen Kostenkontrolle hilft FinOps dabei, die Vorteile des variablen Kostenmodells der Cloud-Nutzung zu erschließen, um Produkte in einem schnelleren Rhythmus bereitzustellen und Stückkosten sowie Ausgaben verlässlich zu prognostizieren. Dabei ist zu beachten, dass FinOps vor allem sinnvoll in Verbindung mit einer Multi-Cloud-Strategie anzuwenden ist.
Zu den Top-Faktoren für die erfolgreiche Implementierung eines Multi-Cloud-Environments zählen die Verfügbarkeit der erforderlichen Services und Tools, hohe Performance und Sicherheit, Anbindung an die vorhandene Location und Infrastruktur sowie Anschlussfähigkeit an das Netzwerk und Kostenmanagement. Ein detailliertes Monitoring von Kosten und Nutzen ist von Anfang an entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung einer Multi-Cloud-Strategie. Ansonsten drohen die Bildung von Datensilos, mangelnde Kostentransparenz, nicht ausgelastete Ressourcen und überzogene Budgets.
Als Best Practice für Multi-Cloud-Environments empfiehlt sich ein Practice-FinOps-Framework, das die Weiterentwicklung der Disziplin und der kulturellen Praxis des Cloud-Finanzmanagements unterstützt. Methodisch haben sich die drei Schritte Inform, Optimize und Operate bewährt. Im Vordergrund stehen dabei die iterative Arbeit in verschiedenen Phasen, die Bildung eines Teams, das die Etablierung von FinOps zentral vorantreibt, und Entscheidungen, die am Geschäftsvolumen der Cloud ausgerichtet werden.
Sichtbarkeit ist entscheidend
Den größten Nutzen im Unternehmen entfaltet das Konzept FinOps dann, wenn die Mitarbeitenden in die Lage versetzt werden, es richtig anzuwenden. Dazu zählt vor allem die Einbettung in die täglichen Arbeitsroutinen – beispielsweise durch Tagging der genutzten Cloud-Ressourcen mit dem Ziel, das Reporting zu vereinfachen und transparent zu erfassen. Allgemein ist Transparenz ein zentraler Schlüsselfaktor, damit ein FinOps-Konzept aufgeht.
Eine Säule bildet daher das Gebot „Inform“, das die Sichtbarkeit des Cloud-Einsatzes durch Nutzung der zur Verfügung stehenden Tools postuliert. Dazu können unter anderem sogenannte In-Console Tools verwendet werden, mit denen sich die Dauer der Cloud-Nutzung erfassen lässt. Der Einsatz weiterer Erfassungssysteme und Filter kann anhand von Compartments, Tags oder genutzten Services vorgenommen werden. Jede einzelne Abfrage sollte gespeichert werden, damit sie bei Bedarf wiederverwendet und in ein optionales Dashboard integriert werden kann. Zur besseren Visualisierung bewährt es sich, wenn Daten aus Grafiken und Tabellen in PDF-Dateien exportiert werden können. Auch Forecasts liefern wertvolle Informationen: Anhand verfügbarer aktueller Daten der Cloud-Nutzung lässt sich der zukünftige Bedarf prognostizieren.
Als Ergänzung liefert ein Custom Cost Reporting einen Überblick des Verbrauchs von Cloud-Ressourcen auf Stundenbasis. Anwender haben die Option, einen Sammelbericht aller Lizenzen innerhalb des Unternehmens erstellen zu lassen. Zusätzlich sorgen Leverage Cloud Cost Management Tools dafür, dass im Rahmen einer Multi-Cloud-Strategie ein übergreifender Blick auf die Kosten entsteht, die bei allen Providern anfallen. Das eröffnet wertvolle Optionen für Cross-Charging, Budgetverfolgung und kostenwirksame Optimierungen der Cloud-Nutzung.
Identifizierte Einsparpotenziale nutzen
Die zweite Säule eines systematischen FinOps-Konzepts bildet das Gebot „Optimize“. Im Kern steht dabei das Ziel, durch Automatisierung von Prozessen proaktiv Kosten zu sparen – auch mithilfe von In-Console und Drittanbieter-Tools. Die meisten Kostenmanagement-Tools für die Cloud enthalten ein Feature, mit dem sich der Ressourcenbedarf präzise ermitteln und passgenau auf die individuellen Anforderungen zuschneiden lässt.
Sogenannte Recommendation Engines identifizieren Kosteneinsparungspotenziale in Abhängigkeit von der konkreten Ressourcennutzung, erstellen darauf basierende Empfehlungen für die Anwender und bieten teilweise Lösungen an. Bei der Überschreitung von Schwellenwerten aus dem Forecast wird automatisch ein Alarm an die Nutzer ausgelöst.
Als dritte und letzte Säule fasst „Operate“ ein Bündel von Maßnahmen zusammen, mit denen FinOps zum Teil der Unternehmenskultur entwickelt werden können. Dazu zählen beispielsweise das Anpassen der Cloud-Migration, der Roadmap und der Lizenzen, die Aufklärung der Belegschaft über Cloud-Richtlinien und -Programme zur Optimierung des Geschäftsergebnisses und Ausrichtung der Cloud-Nutzung an den Geschäftskennzahlen.
Stand: 08.12.2025
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FinOps – eine Frage der Kultur
Ein FinOps-Konzept erfolgreich umzusetzen, setzt vor allem in der Einführungsphase Planung und ein gewisses Maß an Disziplin voraus. Ressourcen organisieren, Daten demokratisieren, Optimierungspotenzial proaktiv identifizieren und immer am jeweiligen Bedarf spiegeln – Unternehmen, die das FinOps-Konzept systematisch anwenden und mit ihrer Multi-Cloud-Strategie harmonisieren, tun einen entscheidenden Schritt in Richtung eines kostenoptimierten und wirtschaftlich nachhaltigen Geschäftsmodells. Dadurch legen sie die Basis, Errungenschaften der Digitalisierung für seinen eigenen Erfolg effizient einzusetzen und sich als zukunftsfähiges Unternehmen im besten Sinne zu behaupten.
* Der Autor Tobias Deml ist Head of Cloud Engineering bei Oracle.