Bringen Cloud-Strategien tatsächlich die gewünschten Geschäftsvorteile? Dieser Frage ging der Reisekonzern TUI grundlegend nach und hat seine „Agile Cloud Journey“ mit FinOps verbunden. Das Ergebnis: Cloud-Investitionen und ihr geschäftlicher Wertbeitrag sind nun bis auf Applikationsebene transparent und werden kontinuierlich optimiert.
Die Cloudability-Implementierung von TUI demonstriert den Wert seiner Cloud-Ausgaben und -Strategie, hält gleichzeitig die Cloud-Kosten niedrig und bewahrt die Agilität im operativen Betrieb.
Die TUI Group ist ein Reise- und Tourismusunternehmen mit Hauptsitz in Hannover, Deutschland. Seit mehr als 50 Jahren in der Tourismusbranche tätig, betreut TUI jährlich mehr als 27 Millionen Kunden. Getreu seiner Mission „Live happy“ bringt das Unternehmen seine Kunden zu über 180 Zielen weltweit und bietet flexible, maßgeschneiderte Reiseerlebnisse. Mit 4.400 Hotels in über 30 Ländern, fünf Fluggesellschaften mit 100 Flugzeugen, 16 Kreuzfahrtschiffen und mehr als 1.000 Reisebüros bietet TUI ihren Kunden auch Multidestinationsreisen mit über 5.000 Kombinationsmöglichkeiten an.
Mit einer konsequenten Cloud-Strategie hat TUI seine IT-Landschaft grundlegend transformiert. Im Zuge ihrer Cloud-Journey wurden die europaweit verteilten Rechenzentren in die Cloud verlagert, Software-Systeme durch cloud-fähige Lösungen ersetzt und IT-Teams neu organisiert. Mit dem Konzept des „Domain Model“ lösten globale cloud-native Anwendungen über alle Märkte bestehende lokale Insellösungen ab.
Nach dem Start der Transformation Anfang 2018 ist die Implementierung der grundlegenden Technologie zusammen mit der Transformation der Organisation abgeschlossen. Die Migration der Services von den Altsystemen wird wie geplant fortgesetzt mit dem Ziel, die physischen Rechenzentren bis 2025 zu schließen. Diese umfassende technische Umstellung mit Fokus auf Effizienz und dynamische Skalierbarkeit erforderte auch ein Umdenken im IT-Finanzmanagement.
Korrelation von IT-Kosten und -Wertbeiträgen
TUI hat sich zum Ziel gesetzt, Kosteneffizienz durch vollständige Transparenz der Aufwendungen für Cloud-Ressourcen über alle Konten und Service-Provider hinweg zu erreichen – einschließlich der Aufwendungen für Container, Support und Shared Services. Erreicht wurde dies durch die Implementierung von Apptio Cloudability. Die Plattform ermöglicht die kontinuierliche Korrelation von IT-Ausgaben gegenüber ihren geschäftlichen Wertbeiträgen bis auf Applikations- und Business-Unit-Ebene sowie eine Berichterstattung auf Anwendungs- und Geschäftseinheitsebene.
TUIs Cloudability-Implementierung ermöglicht es, fundierte Cloud-Investitionsentscheidungen zu treffen sowie Budgets für einzelne Teams besser nachzuverfolgen. Dank der auf Machine-Learning basierenden Planungen und Forecasts ermöglicht Cloudability auch einen zeitnahen Einblick in Trends und Kostenanomalien. Dadurch können die IT-Teams mit den Fachabteilungen zusammenarbeiten, um geeignete Maßnahmen und mögliche Optimierungsmöglichkeiten zu bewerten.
FinOps-Kultur mit Kennzahlen und Metriken
„Mit der zentralen Apptio-Plattform für das Cloud-Finanzmanagement haben wir nun von der IT über das Finanzwesen bis hin zu den Fachabteilungen und der Unternehmensführung eine einheitliche Datenbasis für Technologiekosten und -Planungen“, erklärt Joao Vieira Santos, Head of Technology bei TUI. „Für ein besseres Verständnis der Kosten/Wert-Analysen haben die einzelnen Rollen eine individuelle Sicht auf die für sie relevanten Bereiche.“
Die durchgängige Sicht auf den geschäftlichen Wertbeitrag der Cloud-Infrastrukturen unterstützt das technologische Change-Management von TUI hin zu einer FinOps-Kultur, also die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit für agile Innovationen, dezentrale Entscheidungen und schnelle Anpassungen an Veränderungen unter Einsatz von Kontrollmechanismen bzw. Kennzahlen und Metriken.
Dafür vereinfacht Apptio Cloudability Chargeback/Showback-Analysen. Das heißt, den Business Units kann ihr Anteil der genutzten Cloud-Ressourcen zugeordnet und verursachergerecht in Rechnung gestellt werden. „Dies erhöht das Kostenbewusstsein für IT und ermöglicht es den Teams, Cloud-Workloads für maximale Wirtschaftlichkeit zu optimieren“, ergänzt Joao Vieira Santos.
Einführung von FinOps-Best-Practices in verteilten IT-Teams
Um die FinOps-Kultur bei den geografisch verteilten IT-Teams zu etablieren, wurde im Zuge der Implementierung von Apptio Cloudability zunächst eine zentrale Anwendergruppe geschult. Die dabei entwickelten Best Practices für FinOps wurden den im Nachgang trainierten Teams zur Verfügung gestellt, um unternehmensweit Konsistenz in den Cloud-orientierten Rahmenbedingungen und Prozessen sicherzustellen.
Optimierung von Cloud-Investitionen in volatilen Märkten
Wo und in welchem Umfang die Cloud-Strategie zu mehr Agilität, Skalierbarkeit und Wertschöpfung bei TUI geführt hat, zeigten die vergangenen drei turbulenten Jahre deutlich. So konnten etwa 2019 für die gestiegene Nachfrage nach der Insolvenz von Thomas Cook die IT-Kapazitäten unmittelbar erweitert werden. Ein Jahr später waren gegenläufige Maßnahmen erforderlich, sagte Yasin Quareshy, Leiter des Bereichs Technologie, Cloud bei TUI.
Stand: 08.12.2025
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„Mit dem Einbruch des Tourismus im Jahr 2020 waren wir in der Lage, ohne Beeinträchtigung der Geschäftsprozesse die Cloud-Kosten um die Hälfte zu reduzieren, indem beispielsweise Ressourcen für Tests und Entwicklungen eingespart wurden“, erklärt Quareshy. „Über Apptio Cloudability war es uns möglich, die globalen Kosteneffekte zu analysieren und Zusammenhänge einzelner Anpassungsmaßnahmen mit allen Betroffenen zu bewerten. Zudem gibt das System Empfehlungen, wie z. B. Rightsizing und den Kauf von reservierten Instanzen, die uns geholfen haben, Möglichkeiten zur Kostenoptimierung zu identifizieren.“
Geschäftsorientierte Skalierung der IT mit „Unit Economics“
In der aktuellen Erholungsphase nimmt TUI einige der gestoppten Cloud- und IT-Entwicklungsprojekte wieder auf. Um für künftige Marktschwankungen gewappnet zu sein, ist das Konzept der „Unit Economics“ angedacht. Dabei sollen spezifische Kennzahlen und Metriken über Cloudability sicherstellen, dass das Verhältnis von Cloud-Nutzung und Wertbeitrag der einzelnen Geschäftsbereiche optimal gesteuert werden kann. Ziel ist, jeweils den aktuellen Stand zu erfassen, damit CloudOps-Teams die Bereitstellung und Nutzung von Cloud-Ressourcen an der Geschäftsentwicklung ausrichten können.
* Der Autor Sven Schrade ist Strategic FinOps Advisor bei Apptio.