Souveräne Cloud für Weltraumdaten ESA baut Erdbeobachtungsplattform mit OVHcloud und CGI

Von Mihriban Dincel 3 min Lesedauer

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Die ESA beauftragt OVHcloud und CGI mit dem Aufbau von „Digital EO“. Die dezentrale Infrastruktur soll Erdbeobachtungsdaten, Rechenkapazitäten und KI-Ressourcen bündeln, nationale und europäische Systeme föderieren sowie die Digitale Souveränität Europas stärken.

Digital EO soll Erdbeobachtungsdaten, Rechenkapazitäten und Services in einer souveränen europäischen Infrastruktur zusammenführen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Digital EO soll Erdbeobachtungsdaten, Rechenkapazitäten und Services in einer souveränen europäischen Infrastruktur zusammenführen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat den Cloud-Anbieter OVHcloud und CGI, ein Unternehmen für IT- und Managementberatung mit End-to-End-Leistungsspektrum, mit dem Aufbau von „Digital EO“ beauftragt. Der Vertrag hat einen Wert von mehreren Millionen Euro und läuft über 30 Monate.

Digital EO soll als Earth Observation Information System der ESA Daten, Services und Verarbeitungskapazitäten rund um die Erdbeobachtung zusammenführen. Die Plattform richtet sich an Wissenschaft, Behörden, Unternehmen und Bürger und soll neue Nutzungsmöglichkeiten für Weltraumdaten erschließen.

Bis 2035 erwartet die ESA mehr als 500 Petabyte an Erdbeobachtungsdaten. Die effiziente Verwaltung und Nutzung dieser Datenmengen sieht die Organisation als wachsende Herausforderung und zugleich als strategisches Ziel für Europas Digitale Souveränität.

Dezentrale Plattform für Daten, KI und Services

Digital EO ist als dezentrales, skalierbares und resilientes System angelegt. Die Plattform soll große und heterogene Datenbestände ebenso wie Rechen- und KI-Ressourcen effizient verwalten. Vorgesehen ist zudem die Föderation mit nationalen und europäischen Infrastrukturen. Digital EO soll die Entwicklung, Bereitstellung und Governance von Algorithmen, Anwendungen und Services aus Wissenschaft, öffentlichem Sektor, Wirtschaft und Zivilgesellschaft unterstützen.

„Digital EO soll es uns ermöglichen, bei der Verwaltung und Nutzung von Erdbeobachtungsdaten einen neuen Schritt nach vorn zu machen. Gemeinsam mit CGI und OVHcloud werden wir ein innovatives und souveränes europäisches System aufbauen und betreiben, das diesem Anspruch gerecht wird und Programme der ESA und der Europäischen Kommission wie Copernicus und DestinE dauerhaft unterstützt“, sagt Nicolaus Hanowski, Head of EO Mission Management and Ground Segment Department bei der ESA.

Cloud-Fundament in mehreren europäischen Ländern

OVHcloud stellt für Digital EO ein Cloud-Fundament aus Rechen-, Speicher- und Netzwerkressourcen sowie Managed Cloud Services bereit. Das System soll zunächst in Italien, Frankreich und Deutschland bereitgestellt werden. Supportkapazitäten werden von Polen aus betrieben. Die Infrastruktur kann laut OVHcloud auf weitere europäische Länder sowie Kanada ausgeweitet werden. Der Cloud-Anbieter will die Weiterentwicklung des Systems langfristig begleiten, um Leistung und Resilienz sicherzustellen und das Angebot an den Bedarf der Nutzer auszurichten.

„Europa muss unbedingt die Kontrolle über die Infrastruktur haben, auf der seine strategisch wichtigsten Programme laufen“, sagt Octave Klaba, CEO und Founder von OVHcloud. „Mit Digital EO stellen wir unsere Expertise im Bereich souveräner Cloud in den Dienst der ESA, damit sie innovative Lösungen entwickeln kann, um die stetig wachsenden Mengen an Erdbeobachtungsdaten zu verarbeiten, zu speichern und optimal zu nutzen.“

Der Anspruch sei, „ein robustes, souveränes europäisches Digital EO aufzubauen, das sich im Einklang mit den Anforderungen und Ambitionen der ESA kontinuierlich weiterentwickeln kann.“

CGI verantwortet Integration und Architektur

Der Digital-EO-Backbone bildet den technologischen und operativen Kern der geplanten Infrastruktur. CGI übernimmt die Rolle des Integrators und Architekten. Das Unternehmen soll Organisationen bei der Verwaltung ihrer Datenbestände, Services und Anwendergemeinschaften unterstützen, Nutzer und Entwickler begleiten sowie zur kontinuierlichen Verbesserung des Systems beitragen.

„Mit Digital EO stellen wir unsere Expertise in der Raumfahrt und bei kritischen digitalen Plattformen in den Dienst eines strategischen Ziels für Europa“, sagt Didier Thérond, President France bei CGI. „Indem wir unser Knowhow in den Bereichen Cybersicherheit, Daten und Künstliche Intelligenz bündeln, unterstützen wir die ESA beim Aufbau einer souveränen, robusten und skalierbaren Plattform.“

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