Interview mit dem Initiator und Univention-Chef Peter Ganten

Ein Jahr Open Cloud Alliance

< zurück

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Welche Anforderungen hat das OCA-Projekt an die mit Univention verbundenen Softwarehäuser gestellt?

Zunächst mal: Ein Partner, der seine Anwendungen in unserem App Center und damit auch für Cloud Service Provider anbietet, muss nicht zwingend Mitglied der Open Cloud Alliance sein. Gleichwohl wollten das einige, und das hat uns gefreut. Die Open Cloud Alliance verlangt, dass die Softwarehäuser die OCA-Charta unterschreiben und sich damit zu Grundsätzen wie der Offenheit bei der Datenhaltung und der Migrationsmöglichkeit hin zu anderen Lösungen und Cloudanbietern bekennen. Die Applikationen, die wir im UCS App Center zur Verfügung stellen, sind beinahe vollständig Web-fähig und damit eigentlich Cloud-geeignet. Der Rest ist Container-Sache. Wichtig für die OCA ist, dass es ein breites Angebot in unserem App Center gibt.

Dass viele Anwendungen im Univention App Center nicht Multi-Tenant-fähig sind, spielt also keine Rolle?

Das brauchen sie auch nicht zu sein. Das Grundprinzip bei der OCA heißt „Virtual Private Cloud“. Das bedeutet, Cloud Service Provider bieten ihren Kunden ein virtuelles eigenes Rechenzentrum, die Trennung zwischen den Kunden erfolgt wie in allen großen Clouds auf der Ebene des Hypervisors. Mit Ausnahme sehr kleiner Kunden ist dieses Modell grundsätzlich für Anwender spannender, denn es ermöglicht deutlich mehr Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Welche Cloud Service Provider sind aktuell in der OCA dabei?

Die Webseite der OCA listet zehn Partner. Die fundamentalen Fragen sind geklärt, und jetzt geht es mit den produktiven Angeboten los. Einige, zum Beispiel Teutonet, ratiocontact, Netzlink oder Stylite waren dabei besonders engagiert und haben nun die ersten Cloud-Angebote online. Daneben sprechen wir mit einigen der großen Anbietern aus Deutschland und den USA.

Wie engagieren sich Cloud Service Provider für die OCA?

Sehr kleine Service Provider sind häufig sehr stark in ihr Tagesgeschäft eingebunden und haben Schwierigkeiten, die Ressourcen aufzubringen, die für die inhaltliche Diskussion und Lösung etwa von Vertragsverhältnissen notwendig sind. Darunter hat gelegentlich die Weiterenwicklung gelitten. Jetzt wo viele der grundlegenden Fragen geklärt sind, merken wir, dass wir auch bei den kleineren besser vorankommen können.

Wie ist die Aufstellung der Provider? Bei OCA-Gründung spielte der regionale Faktor im Business der Provider eine wichtige Rolle.

Da gibt es durchaus eine Veränderung. Diese regional tätigen Unternehmen bleiben sehr wichtig. Allerdings werden sie nicht in jedem Fall auch Betreiber des Cloud-Angebots sein. In den USA tritt Rackspace als Reseller von Amazon auf, bietet den Kunden aber den Betrieb und den Support, weil sie darin ihre Stärke sehen. Ich bin sicher, dass kleinere Service-Provider künftig den Kunden den Cloud-Service mit Integration, Support und Know-how anbieten, sie aber nicht unbedingt auch diejenigen sein werden, denen auch der Server-Schrank gehört.

(ID:43724681)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Cloud Computing

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung