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Gespräch mit dem Microsoft-Strategen Werner Leibrandt

„Deutschland verliert den Anschluss im Cloud-Geschäft“

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Microsoft braucht für Azure engagierte Partner

Großes Potenzial für Partner birgt Leibrandt zufolge auch Azure, das andere zentrale Cloud-Angebot von Microsoft. Bislang haben hauptsächlich Web-Entwickler und Startups die Plattform im Self-Service genutzt. Künftig wird sich nach Prognose der Experton Group aber der Anteil an Enterprise-Workloads auf Azure deutlich erhöhen. Dabei seien „engagierte Partner ein zentrales Erfolgskriterium für die Transformation und das Onboarding der Kunden“.

Als Public-Cloud-Angebot ist Azure zugleich essenziell für die Hybrid-Cloud-Strategie von Microsoft. Unternehmen sollen Workloads einfach auf die Plattform verschieben können, um ihre Infrastruktur in die Cloud zu erweitern. „Mit Azure können wir eine größere Flexibilität anbieten als jeder andere Wettbewerber im Markt“, betont Leibrandt.

Der Manager sieht als Wettbewerb aber nicht nur reine Cloud-Provider wie Amazon oder Google an, sondern auch einen Technologie-Anbieter wie VMware. Dessen Hybrid-Cloud-Strategie basiert auf der Zusammenarbeit mit zertifizierten Service-Providern, die in ihren Rechenzentren den gleichen vCloud-Stack einsetzen wie die Kunden in ihrer On-Premise-Infrastruktur. „Zu komplex“, urteilt der Marktstratege. „Der Unternehmenskunde möchte sich nicht mit mehreren Anbietern abstimmen müssen.“ Die Stärke von Microsoft liege darin, Infrastruktur-Lösungen und Cloud-Services aus einer Hand anbieten zu können.

Differenzierung über Applikation

Nach Leibrandts Worten ist Azure mit dem darunterliegenden Virtualisierungs-Layer aber auch technologisch dem Rivalen überlegen. „VMware ist eine hervorragende Technologie-Company, aber der Ansatz allein ist nicht mehr ganz zeitgemäß.“ Die Differenzierung im Virtualisierungsmarkt finde inzwischen über die Applikationen statt, verweist der Manager auf eine aktuelle Einschätzung von Forrester Research. „Die Anwendungen geben heute vor, wie die Virtualisierungstechnologie zu funktionieren hat, und nicht umgekehrt.“

Diese Anforderung hat Microsoft laut Leibrandt mit Hyper-V und der Management-Suite System Center 2012 umgesetzt. Der Software-Riese biete gegenüber dem Rivalen inzwischen Vorteile bei den Gesamtkosten einer Infrastruktur und sei zudem offener, was die Integration von Fremdsystemen angeht. Zudem bilde System Center alle wesentlichen Management-Funktionen in einer einfach zu bedienenden Konsole ab.

In puncto Überlegenheit der Virtualisierungsplattformen kommt die Experton Group allerdings zu einem anderen Urteil als der Microsoft-Stratege. Nach wie vor verfüge VMware über das breiteste Portfolio, das technologisch ausgereift und stark integriert sei, schreiben die Analysten. Allerdings liefere Microsoft „eine nahezu ebenbürtige Alternative“. □

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