Auch Boomi soll weg Dell Technologies spaltet VMware ab

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Bereits im vergangenen Jahr waren Gerüchte im Umlauf, jetzt wurde bestätigt: Dell und VMware gehen künftig eigene Wege in zwei eigenständigen Aktiengesellschaften. Aber die Gerüchteküche brodelt weiter.

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Dell will seine Beteiligung an VMware abstoßen und auch Boomi könnte zum Verkauf stehen.
Dell will seine Beteiligung an VMware abstoßen und auch Boomi könnte zum Verkauf stehen.
(Bild: gemeinfrei© Gerd Altmann / Pixabay )

Dell Technologies trennt sich von seinem wertvollsten Vermögenswert, indem der Konzern seine 81-prozentige Beteiligung an VMware abspaltet. Die Transaktion soll zu zwei eigenständigen Unternehmen führen. Somit wolle man für das Wachstum im Datenzeitalter positioniert sein. Der Abschluss der Transaktion wird, vorbehaltlich bestimmter Bedingungen, für das vierte Quartal des Kalenderjahres 2021 erwartet.

Dell Technologies und VMware wollen weiter gemeinsam wichtige Lösungen entwickeln sowie Vertriebs- und Marketingaktivitäten beibehalten. VMware werde zudem weiterhin Dell Financial Services nutzen, um seine Kunden bei der Finanzierung ihrer digitalen Transformation zu unterstützen.

Michael Dell, Chairman und Chief Executive Officer von Dell Technologies, erwartet durch die Ausgliederung zusätzliche Wachstumschancen. Dell werde sein Kerngeschäft in den Bereichen Infrastruktur und PC weiter modernisieren und neue Möglichkeiten durch ein offenes Ökosystem nutzen, um in den Bereichen Hybrid und Private Cloud, Edge und Telekommunikation zu wachsen.

Nach Abschluss der Abspaltung wird Michael Dell Chairman und Chief Executive Officer von Dell Technologies sowie Chairman des VMware-Boards bleiben. Zane Rowe wird Interims-CEO von VMware bleiben. Auch der VMware-Vorstand soll unverändert bleiben.

Vorteile für Dell Technologies

Mit dem strategischen Schritt, der die Kapitalstruktur stärken soll, will Dell in der Lage sein, von der Erholung der Infrastruktur- und PC-Ausgaben, den neuen Cloud-Betriebsmodellen, die das As-a-Service-Wachstum vorantreiben, der Verlagerung der Datenverarbeitung an den Edge und den längerfristigen Initiativen der Kunden zur digitalen Transformation zu profitieren.

Dell will sich künftig darauf konzentrieren, die Führungsposition des Unternehmens in wachsenden Technologieinfrastruktur- und Client-Märkten zu halten. Zudem will der Konzern in neue Wachstumsbereiche wie Hybrid Cloud, Edge, 5G, Telekommunikation und Datenmanagement vorstoßen. Angedacht ist auch, moderne Kundenerlebnisse in einer „Do-from-anywhere“-Wirtschaft bereitzustellen, einschließlich des schnellen Übergangs zu Cloud-Betriebs- und Verbrauchsmodellen im Rahmen der APEX-Initiative.

Boomi-Verkauf wird geprüft

Der Technologie-Konzern versucht schon seit längerem, seine Abhängigkeit vom Hardware-Verkauf zu verringern und sich in einen Verkäufer von Computerdienstleistungen auf Abonnementbasis zu verwandeln. In den vergangenen Jahren hatte Dell seine Bilanz immer wieder bereinigt und Geschäftsbereiche ausgegliedert. Erst im vergangenen Jahr wurde die Cybersicherheitssparte RSA für 2,08 Milliarden US-Dollar an eine private Beteiligungsgesellschaft verkauft. Die VMware-Auslagerung ist nur ein Baustein dieser Umstellung. Dennoch erzielt Dell noch immer etwa die Hälfte seiner Einnahmen aus dem PC-Verkauf.

Fast gleichzeitig zur VMware-Entscheidung meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider, dass sich Dell auch von Boomi trennen könnte. Demnach prüfe Dell Optionen, einschließlich eines möglichen Verkaufs der Cloud-Integrationssparte Boomi, „wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten“. Es sei damit der jüngste Versuch von CEO Michael Dell, den Computerkonzern zu verkleinern. Dell selbst wollte sich zu den Gerüchten bisher nicht äußern.

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