Erst wirkte die Pandemie für die digitale Transformation wie Öl im Feuer, dann wirbelt der Ukraine-Krieg seit Frühjahr die gesamte Weltordnung durcheinander. Nichts ist mehr, wie es war. Rezession, Inflation, steigende Energiepreise – gepaart mit einem Fachkräftemangel. Die Welt hat zuvor noch keine makro-ökonomische Krise mit vergleichbaren Rahmenbedingungen erlebt.
Die Auslagerung administrativer Aufgaben an Managed Service Provider hält der internen IT-Abteilung den Rücken frei für die Entwicklung und Anpassung neuer Geschäftsmodelle.
(Bild: nataliaderiabina - stock.adobe.com)
Die damit verbundenen Unvorhersehbarkeiten erschweren Unternehmen, zukünftig erforderliche Ressourcen einzuplanen. Dies gilt auch für die IT-Infrastruktur: Speicherkapazitäten, Server-Standorte und die zu verwaltenden Datenmengen – hinter all dem stehen Fragezeichen.
Doch gerade angesichts der mehr denn je erforderlichen Kosteneffizienz sollten sich die eingesetzten IT-Ressourcen idealerweise an das kaum zu kalkulierende Geschäft anpassen. Managed-Services, die Public Cloud und Open Source ermöglichen Unternehmen in dieser Situation Flexibilität. Ein Asset, das selten so wertvoll war wie aktuell.
Wie mehr Flexibilität gelingt
Denn mehr denn je sind Unternehmen in der heutigen Zeit gefordert, in unvorhersehbaren Situationen flexibel und effizient zu reagieren und ihre interne IT-Infrastruktur an den Puls der Zeit anzupassen. Wechsel von Cloud-Providern, um regionalen Bestimmungen gerecht zu werden, Ressourcen bei Bedarf hochzufahren oder zu reduzieren oder um Open-Source-Lösungen zu implementieren. Ein Überblick, wie mehr Flexibilität in der IT gelingt:
Ressourcen hoch- oder runterfahren In der Public Cloud lassen sich im Handumdrehen Ressourcen hoch- oder runterfahren. Auch die Server-Standorte können kurzfristig gewechselt werden. Dies ist nicht unerheblich, für den Fall neuer Sanktionen oder einer hoffentlich ausbleibenden Ausdehnung von Krieg und Krise auf weitere Regionen. Auch bei für den Fall, dass Gesetzgeber neue regulatorische Vorgaben erlassen oder bestehende nachjustieren, können erforderliche Speichervolumen, Prozesse für die Datenverarbeitung und Speicherstandorte flexibel angepasst werden.
Anbieter wechseln Steigende Energiekosten und vor allem die Inflation bringen das Preiskarussel in Schwung. Gut möglich, dass der aktuell günstigste Anbieter in einigen Wochen oder Monaten nicht mehr die beste Wahl ist. Wer auf Multi-Cloud-Anbieter wie Aiven setzt, kann teils schon mit einem Klick den Anbieter wechseln.
Neue Software implementieren Je unsicherer das Verhalten von Konsumierenden, umso wichtiger, dass möglichst in Echtzeit datenbasierte Analysen über die sich permanent ändernden Bedürfnisse vorliegen. Open-Source ist der Schlüssel für ein intelligentes Ökosystem, in dem Daten florieren und unternehmerische Entscheidungen sich den Gegebenheiten anpassen, ohne dass sich Entscheider auf ihr eigenes Bauchgefühl verlassen müssen. Und wachsende Datenmengen erfordern oftmals auch neue Software-Lösungen, die diesen Volumina auch gewachsen sind. Voraussetzung für einen reibungslosen Wechsel von einer Lösung zur nächsten ohne jeglichen Datenverlust ist wiederum, dass Unternehmen von vorneherein Vendor-Lock-in-Situationen vermeiden.
Schutz wichtiger Unternehmensdaten Die Digitalisierung und Schutz wichtiger Unternehmensdaten zählen zu den Kernkompetenzen eines Managed Services Providers. Angesichts der angespannten Weltlage nehmen auch IT-Attacken zu. Organisationen, die auf Open Source setzen, profitieren von der großen Community, die umgehend aktiv wird. Dank dieser Schwarmintelligenz ist die Reaktionszeit oftmals kürzer als bei proprietärer Software. Viele Managed Service Partner verfügen über eine Vielzahl verschiedener Experten, die die IT-Security für ihre Partner verwalten. Auch die zeitnahe Reaktion auf Attacken bedeutet mehr Flexibilität für andere Aktivitäten.
Administration an externe Experten abgeben Die Fachkräftelücke in IT-Berufen so groß wie nie zuvor. IT-Spezialisten sind rar gesät und stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Dennoch sollten sich Unternehmen nicht zusätzlich mit der Verwaltung, Updates und der IT-Security der eigenen Cloud beschäftigen. Dies können externe spezialisierte Dienstleister effizienter und zu geringeren Kosten.
Der Innovation Zeit und Raum geben
Mit einem Managed Service Provider und der einhergehenden Auslagerung von administrativen Aufgaben können Unternehmen direkt auf das Know-how externer Softwarespezialisten, IT-Administratoren oder IT-Sicherheitsberatern zugreifen. Ihre internen Entwickler können sich dann um das Entwickeln neuer innovativer Produkte kümmern: Gerade in unsicheren Zeiten ist Innovation der Schlüssel für unternehmerischen Erfolg, um flexibel neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder diese anzupassen.
Stand: 08.12.2025
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* Über den Autor Holger Hammel ist Vice President Engineering bei Aiven, einem Managed-Cloud-Service-Unternehmen, das weltweit Open-Source-Datentechnologien wie PostgreSQL, Apache Kafka und OpenSearch in allen wichtigen Clouds anbietet. Mit Aiven können Entwickler Anwendungen erstellen, während Aiven die Cloud-Dateninfrastruktur verwaltet.