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T-Systems spendet Cloud-Ressourcen und Know-how Covid-19 zwingt Unternehmen zur digitalen Transformation

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Am geplanten Eröffnungstag der abgesagten Hannover Messe 2020 hat die Telekom zum digitalen Event „Accelerate Digital Now“ eingeladen. Die Veranstaltung ersetzte den Messeauftritt der Telekom und ihrer Geschäftskundensparte T-Systems: Aus der Pressekonferenz wurde ein Livestream für alle, aus den Exponaten Infopakete im Internet.

Die Corona-Krise bietet neue Chancen für die digitale Transformation, indem Projekte schneller abgearbeitet oder Cloud-Services beschleunigt werden.
Die Corona-Krise bietet neue Chancen für die digitale Transformation, indem Projekte schneller abgearbeitet oder Cloud-Services beschleunigt werden.
(Bild: Deutsche Telekom AG)

Adel Al-Saleh, Vorstand und CEO von T-Systems, erklärte zu Beginn der virtuellen Konferenz, wie die Covid-19-Krise „schneller als gedacht“ zu neuen Arbeitsweisen in den Unternehmen geführt hätte. Und die Dinge würden nie wieder so „normal“ sein, wie vor Beginn des Corona-Ausnahmezustands, sagt Al-Saleh voraus: „Wir werden eine neue Normalität haben und Unternehmen werden deshalb ihre Strukturen überprüfen müssen.“

Die Digitale Agenda der Unternehmen werde sich anpassen bzw. die Umsetzung deutlich beschleunigen müssen. Schon jetzt würden CEOs viel Arbeit investieren, um ihre Strukturen zu überarbeiten. „Das heißt: Es hat sich schon etwas verändert“, sagte Al-Saleh. Jetzt gehe es darum, drängende Fragen zu klären, zum Beispiel wie Vertriebsmitarbeiter künftig mit den Kunden agieren, werden, wenn Flüge gestrichen oder Lieferketten unterbrochen sind. „Das muss jetzt geplant und entschieden werden, da neue Krisen sicher kommen werden“, so Al-Saleh. „In der Krise ging es zunächst darum, das Geschäft am Laufen zu halten. Jetzt arbeiten Unternehmen daran, Kosten zu senken, die Effizienz zu erhöhen und die finanzielle Lage zu stabilisieren. Dabei spielt Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Wir müssen die Digitalisierung systematisch und noch schneller einsetzen, um den langfristigen Geschäftserfolg zu sichern.“

Computing und Connectivity contra Corona

Im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie spendet T-Systems Cloud-Ressourcen und Know-how. Speziell für Institutionen der Öffentlichen Hand und aus der Forschung hat der IT-Dienstleister ein Programm aufgelegt. Dies umfasst neben Kapazitäten der Open Telekom Cloud auch die Netzanbindung (Konnektivität). Außerdem unterstützen Experten von T‑Systems bei der Nutzung der Cloud.

In einer Adhoc-Aktion hatte T-Systems bereits Regierungsstellen beim Aufbau einer Internet-Plattform geholfen, um das schnelle und unkomplizierte Auszahlen von Unterstützungsleistungen für Unternehmen zu ermöglichen. Die Ressourcen dafür kommen aus der sicheren, in Deutschland gehosteten Open Telekom Cloud. Das ist insbesondere wichtig, wenn es um das Verarbeiten personenbezogener beziehungsweise geschäftskritischer Daten geht. Deshalb läuft etwa auch der Corona-Chatbot von Docyet auf der Open Telekom Cloud. Er ist als Medizinprodukt der Klasse 1 zertifiziert und liefert Menschen, die eine Ansteckung befürchten, eine erste Einschätzung ihrer gesundheitlichen Situation.

Adel Al-Saleh, Vorstand und CEO T-Systems: „Wir müssen Digitalisierung systematisch und noch schneller einsetzen.“
Adel Al-Saleh, Vorstand und CEO T-Systems: „Wir müssen Digitalisierung systematisch und noch schneller einsetzen.“
(Bild: Deutsche Telekom AG)

Für Regierung und Verwaltung sowie Institutionen aus Forschung und Wissenschaft insbesondere im Gesundheitssektor bietet T-Systems zusätzlich kostenlose Hilfe. „Wir haben ein spezielles Angebot für Forschungseinrichtungen aufgelegt, die gegen das Coronavirus kämpfen“, erklärte T-Systems-CEO Al-Saleh. „Sie können kostenlos Rechenleistung aus unserer Public Cloud beziehen. Im Unterschied zu anderen Cloud-Providern bieten wir zusätzlich kostenlose Servicezeiten unserer Experten, um einen robusten Betrieb für jene Anwendungen zu gewährleisten, die sicher laufen müssen.“

Das Programm von T-Systems hat eine Laufzeit von drei Monaten und richtet sich an Anwender, die bis dato keinen Zugriff auf die Open Telekom Cloud haben. Das Paket besteht aus drei aufeinander aufbauenden Modulen:

  • Das schnelle Aufschalten auf die Open Telekom Cloud, einschließlich Support für IT-Architekten des Kunden;
  • Unterstützung durch T-Systems-Experten bei der effizienten Nutzung der Cloud, einschließlich technischer Hilfe sowie Betriebs- und Sicherheitstests;
  • Die nachhaltige Transformation von IT-Systemen in die Cloud, einschließlich Ende-zu-Ende-Service mit Monitoring und Incident Management.

Neue Lösungen für IoT und Edge Computing

Zum digitalen Event präsentierte die Telekom neue Lösungen: Mit dem „IoT Solution Builder“ können Unternehmen ihr Internet der Dinge jetzt selbst aufbauen, angeblich sehr schnell und einfach. Der Online-Konfigurator ist der Baukasten dafür: von der Plattform über Hardware und Konnektivität, Data Management bis zu den Services. Alle Komponenten sind miteinander kombinierbar. Kunden können damit aber auch bereits bestehende Anwendungen erweitern. Hierfür erhalten sie Zugang zu mehr als 10.000 Sensoren.

Noch mehr Möglichkeiten soll künftig das laut Telekom weltweit erste offene Netzwerk für das Internet der Dinge bieten. Der neue Branchentreff der Telekom soll alle Akteure aus der IoT-Welt zusammenbringen. Neben den Angeboten der Telekom kann der Kunde aus dem Portfolio von Partnern und Drittanbietern wählen. Dank offener Schnittstellen können künftig unterschiedliche IoT-Ökosysteme untereinander kommunizieren und Entwicklung und Betrieb von IoT-Lösungen sollen erheblich vereinfacht werden. Noch im zweiten Quartal will die Telekom mit den eigenen IoT-Diensten starten.

T-Systems hat zudem eine Lösung zur Analyse weltweit verteilter Daten entwickelt. Denn immer mehr vernetzte Maschinen und Produkte produzieren Informationen. Wegen der schieren Menge und der dafür benötigten Bandbreite ist das Übertragen der Daten in ein zentrales Rechenzentrum aufwändig und teuer. Deshalb wertet die neue Lösung „Big Data & Global Edge Analytics“ Massendaten vor Ort aus.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de