„Cloud oder On-Premises, das ist hier die Frage“, würde Shakespeare seinen Protagonisten Hamlet wohl einen modernen Monolog über den Aufbau und Betrieb einer IT-Landschaft beginnen lassen. Denn wie Unternehmen ihre Systeme betreiben und wo sie ihre Daten speichern, ist zu einer Grundsatzfrage geworden.
Die Symbiose moderner SAP-IT-Landschaften berücksichtigt die Bedürfnisse von Unternehmen in Bezug auf Cloud und lokale Infrastrukturen gleichermaßen.
Dabei muss die Entscheidung gar nicht zugunsten des einen und gegen das andere fallen. Möglich ist auch der Aufbau einer hybriden IT-Landschaft, die sich als eine vielschichtige und ausgewogene Herangehensweise präsentiert und sich zum neuen Standard etabliert.
Der Aufbau und Betrieb hybrider Landschaften stellt nicht nur aufgrund der Verbindung von Cloud-Lösungen und lokalen Infrastrukturen (On-Premises) eine gelungene Strategie dar, sondern bildet auch die Realität ab: Schließlich sollen nicht alle Unternehmensdaten ihren Weg in die Cloud finden. Über Geschäftsgeheimnisse, sensible Kunden- und Finanzdaten, betriebsinterne Informationen oder geistiges Eigentum wollen Unternehmen selbst die Kontrolle behalten und speichern all diese Daten daher lieber auf lokalen Servern. Dennoch schrecken Unternehmen nicht mehr gänzlich vor der Cloud zurück, sondern haben deren Potenzial für das Vorantreiben der Digitalisierung erkannt.
Unternehmen investieren vermehrt in zukunftsweisende Technologien – darunter auch Cloud-Lösungen – und bauen so ihre technologischen Schulden, die sie aufgrund von massiven Kosteneinsparungen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten aufgebaut haben, allmählich ab. Dabei liegen vor allem spezifische As-a-service-Dienste im Fokus: Konsumieren statt selbst programmieren heißt hier die Prämisse, zumal sich AAS-Modelle an On-Premises-Systeme anbinden und entsprechend des Bedarfs sehr einfach skalieren lassen.
Für PoC- oder Sandboxsysteme, die nur vorübergehend genutzt werden, sind Pay-as-you-go-Modelle für Unternehmen ideal. Sie werden via Infrastructure as Code (IaC) in Rekordgeschwindigkeit ausgerollt und kosten nur einen Bruchteil im Gegensatz zu vergleichbaren On-Premises-Lösungen. Cloud-Strategien haben daher in der jüngsten Vergangenheit an Schwung gewonnen und werden von immer mehr Unternehmen etabliert.
Gerade im Umfeld von SAP-Technologien zeichnet sich inzwischen der Trend hin zu hybriden IT-Landschaften ab. Rund ein Drittel der SAP-Kunden ist bereits auf die Lösung S/4HANA umgestiegen, die sowohl in der Cloud als auch lokal betrieben und genutzt werden kann. Die Transformation der alten Systemwelten bezieht sich aber lange nicht nur auf die ERP-Systeme.
Denn nicht nur der S/4HANA Vorläufer ECC wird Ende 2027 mit Einstellung der kostenlosen Wartung abgelöst, auch viele andere Produkte laufen bis dahin aus dem Support – darunter Enterprise Portal, Solution Manager, Content Server mit MaxDB und Process Integration / Orchestration. Im Gegensatz zum modernen System S/4HANA, mit dem nach wie vor eine On-Premises-Lösung angeboten wird, wandern alle anderen abgekündigten Produkte mit ihren Nachfolgern komplett in die Cloud.
Für Unternehmen gilt daher, auch bei anderen SAP-Produkten zeitnah umzusteigen und – sofern S/4HANA dauerhaft on-premises betrieben werden soll – eine hybride IT-Landschaft aufzubauen, um weiterhin mit einer reibungslos funktionierenden IT-Infrastruktur arbeiten zu können und dabei den geltenden Sicherheitsanforderungen gerecht werden. Solche Migrationsprojekte sind für Unternehmen allein allerdings kaum zu stemmen, weil sie umfangreich und zeitintensiv sind. Die internen Kapazitäten fehlen, ebenso das nötige Erfahrungswissen. Es ist daher ratsam, auf externe Experten zurückzugreifen.
Stärken aus beiden Welten nutzen
Obschon die Hybrid-Lösungen eine Brücke zwischen den beiden Lösungen schlagen, ist es wichtig, sie sorgfältig zu planen, zu implementieren und zu verwalten. Dadurch gelingt es, die Synergieeffekte zu maximieren und die Komplexität zu beschränken. Zudem muss mit dem Aufbau einer hybriden IT-Landschaft das Mindset zum Betrieb einer modernen IT vorhanden sein: Das Management sollte neue Arbeitsweisen vorleben und insbesondere die IT in die Zukunftsplanung einbeziehen.
Die IT-Abteilung wiederum muss sich selbst öffnen und mit anderen Unternehmensbereichen interagieren. Veränderungen, die mit den neuen Technologien einhergehen, und auch ihr Mehrwert müssen klar kommuniziert werden. Denn Technologien, die von den Anwendern nicht (richtig) genutzt werden, scheitern. Bei der abteilungsübergreifenden Kommunikation, Interaktion und Organisation helfen moderne Herangehensweisen wie Design Thinking, Lean-Prinzipien und agile Methoden.
Stand: 08.12.2025
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Mit dem fachkundig aufgesetzten hybriden Ansatz können Unternehmen dann das Beste aus beiden Welten nutzen und mit den Stärken der Cloud die Schwächen von On-Premise-Lösungen ausgleichen – und umgekehrt. Sie behalten die Hoheit und Kontrolle über ihre Daten, erhalten gleichzeitig skalierbare und wartungsarme Services. Vor allem innerhalb des SAP-Multiversums sind die Integrationsszenarien unbegrenzt und erlauben die maximale Interoperabilität der Systeme. Solche hybriden IT-Landschaften erweisen sich somit als optimale Lösung, Unternehmen können agil auf veränderte Anforderungen reagieren und gleichzeitig kritische Daten und Workloads sicher in einer kontrollierten Umgebung behalten.
Mit hybriden Landschaften werden Unternehmen zudem dem Kulturwandel innerhalb ihrer Belegschaft gerecht und schaffen es, sowohl junge IT-Fachkräfte zu gewinnen als auch langjährige Mitarbeiter zu halten.
Hybride Modelle für flexible IT-Infrastrukturen
Hybride IT-Landschaften sind eine effektive Strategie, die die Bedürfnisse von Unternehmen in Bezug auf Cloud und lokale Infrastrukturen gleichermaßen berücksichtigt. Während Unternehmen weiterhin sensible Daten auf lokalen Servern speichern möchten, erkennen sie das Potenzial der Cloud für die Digitalisierung und investieren vermehrt in Cloud-Lösungen. Hybride Lösungen ermöglichen es Unternehmen, das Beste aus beiden Welten zu nutzen und verschiedene Generationen von IT-Fachkräften zusammenzubringen. Wichtig ist dabei in den meisten Fällen, einen externen Partner hinzuzuziehen, der über das notwendige Fachwissen sowie Erfahrungswerte verfügt. Die Kombination von lokaler Kontrolle und skalierbaren Cloud-Services bietet Flexibilität und Agilität, um den sich ständig ändernden Anforderungen gerecht zu werden.
* Der Autor Gerhard Kiehl ist Geschäftsführer der nexQuent Consulting GmbH und ein renommierter Experte im Bereich SAP-Technologie mit einer erfolgreichen Karriere, die über 24 Jahre SAP-Erfahrung umfasst. Seine Expertise erstreckt sich von den Anfängen mit R/2 über die Ära von R/3 bis hin zur modernen S/4HANA-Technologie.