Jetzt hat sie es endlich geschafft: Die Cloud gehört für mehr als 80 Prozent der Unternehmen als Basistechnologie zum IT-Betrieb dazu. Der aktuelle „Cloud Report 2024“ des Bitkom hat aber noch mehr herausgefunden.
Immer mehr Unternehmen nutzen die Cloud, um ihre Digitalisierung voranzutreiben.
(Bild: Bitkom)
Mehrheitlich wollen die Cloud nutzenden Unternehmen ihre internen Prozesse digitalisieren (2024: 61 %; 2023: 45 %). Zudem treiben Künstliche Intelligenz (KI) und Cybersicherheit das Cloud-Wachstum. Die Umstellung auf Plattformen und Software-as-a-Service forcieren 61 Prozent der Unternehmen (2023: 57 %). Nur fünf Prozent der für den aktuellen „Cloud Report 2024“ vom Bitkom befragten Unternehmen ist die Cloud noch immer kein Thema.
6 von 10 Unternehmen (61 %), die Cloud Computing nutzen oder dies zumindest diskutieren, wollen so ihre internen Prozesse digitalisieren. Vor einem Jahr lag der Anteil nur bei 45 Prozent.
(Bild: Bitkom)
Aktuell betreiben die Unternehmen rund ein Drittel (38 %) der IT-Anwendungen aus der Cloud. In fünf Jahren soll der Anteil auf 54 Prozent gestiegen sein. Damit habe sich, kommentiert Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst, die Cloud auch in Deutschland zu einer Basis-Technologie der digitalen Wirtschaft etabliert. Denn Cloud-Anwendungen ermöglichten selbst kleinen Unternehmen eine vollständige Digitalisierung ihrer Prozesse und Geschäftsmodelle.
Die Bitkom-Studie hat weitere Ziele bei der Cloud-Nutzung identifiziert:
Kostenreduzierungen (62 %),
Erhöhung der IT-Sicherheit (57 %),
Reduzierung von CO2-Emissionen (56 %),
Aufbau von Plattformen zur Kooperation mit Dritten (50 %)
Entwicklung innovativer Produkte und Dienste (49 %).
Ausweg aus der Hardware-Knappheit für den Betrieb eigener Server (44 %),
Zugang zu innovativen Technologien wie Internet of Things und Künstliche Intelligenz (38 %).
Beim Thema Nachhaltigkeit sehen die Unternehmen sowohl Vor- als auch Nachteile durch die Cloud:
Einsparung von Cloud Computing Energie und Ressourcen (61 %),
leichtere Erstellung von Nachhaltigkeits-Reports (59 %),
ressourcenhungrige Software durch leichte Skalierbarkeit (75 %),
intransparenter Energie- und Ressourcenverbrauch der Cloud (54 %).
Nachfrage an KI-Anwendungen aus der Cloud steigt rasant
Aktuell nutzen die Unternehmen in Deutschland eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen aus der Cloud:
E-Mail (67 %),
Anwendungen für Personalverwaltung, Buchhaltung sowie Finanzplanung (67 %),
Speicherplatz für Dateien (66 %),
Office-Software (64 %).
58 Prozent nutzen die Rechenleistung der Cloud parallel für unterschiedlichste Anwendungen, 56 Prozent haben Datenbanken in der Cloud. Dahinter folgen Webconferencing (49 %), Kollaborationstools (48 %), Sicherheitssoftware (48 %), ERP (36 %), IoT-Dienste (34 %), CRM (32 %) und Softwareentwicklung (30 %). Bereits 17 Prozent der Unternehmen nutzen die Cloud für KI-Anwendungen.
Die Cloud wird die Unternehmens-IT künftig dominieren.
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst
Fragt man die Unternehmen, was in den kommenden fünf Jahren für sie interessant sein könnte, gibt es eine ganze Reihe von Anwendungen mit großem Wachstumspotenzial:
E-Mail aus der Cloud nutzen (80 %, +13 %),
Speicherplatz (74 %, +8 %),
Office Software (73 %, +9 %),
Webconferencing (60 %, +11 %),
Softwareentwicklung (41 %, +11 %).
CRM-Anwendungen (48 %, +16 %),
Sicherheitslösungen (64 %, +16 %),
Künstliche Intelligenz (17 %, +34 %).
„IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz werden dem Cloud Computing einen kräftigen Schub verleihen und gleichzeitig fördert die Cloud den Einsatz von KI und stärkt die Sicherheit“, erklärt Wintergerst.
KI aus der Cloud weckt immer größeres Interesse
Bei KI-Diensten aus der Cloud interessieren sich die Unternehmen, die sie bereits nutzen oder das tun wollen vor allem für Vorhersagen und Prognosen (87 %) sowie Datenanalysen (81 %). Zwei Drittel (67 %) wollen KI-basierte Sicherheitslösungen und Betrugserkennung nutzen, dahinter folgen die Automatisierung von Geschäftsprozessen (52 %), die Analyse und Generierung von Texten (50 %), Sprache oder Audio (46 %) sowie Bilder oder Videos (43 %). KI-gestützte Softwareentwicklung ist für 42 Prozent interessant, Chatbots für 37 Prozent und Personalauswahl und Recruiting für 31 Prozent. Ein Viertel (24 %) hat Interesse an Gesichtserkennung und zwölf Prozent an Emotionenerkennung.
Trotz des großen Interesses sind vielen Unternehmen die KI-Anwendungen aus der Cloud derzeit noch zu teuer (75 %), sie werden als Sicherheitsrisiko betrachtet (64 %) oder gelten als nicht vereinbar mit dem Datenschutz (62 %). 59 Prozent können sie aufgrund fehlenden Know-hows im Unternehmen derzeit nicht nutzen.
Viele setzen auf „Cloud only“ oder „Cloud first”
Bei KI-Diensten aus der Cloud interessieren sich die Unternehmen, die sie bereits nutzen oder das tun wollen vor allem für Vorhersagen und Prognosen (87 %) sowie Datenanalysen (81 %).
(Bild: Bitkom)
Jedes siebte Unternehmen (14 %), das die Cloud nutzt, fährt eine „Cloud only“-Strategie. Das bedeutet, Cloud Computing wird für alle Anwendungen und Systeme genutzt und bestehende Lösungen werden in die Cloud überführt. Weitere 26 Prozent setzen auf „Cloud first“. Dabei werden Cloud-Lösungen bei neuen Projekten bevorzugt verwendet und bestehende Anwendungen werden bei Bedarf in die Cloud umgezogen. 39 Prozent haben eine „Cloud too“-Strategie, ergänzen also bestehende IT-Lösungen um Cloud-Anwendungen. 18 Prozent folgen bei der Cloud keiner festgelegten Strategie.
Zudem setzen 25 Prozent der Cloud-Nutzer auf eine Hybrid-Cloud, das heißt auf eine Mischung von öffentlichen und privaten Cloud-Diensten. 38 Prozent nutzen eine Multicloud, das heißt sie verwenden Cloud-Dienste verschiedener Anbieter.
Für die Multicloud spricht aus Sicht der Anwender vor allem:
Vermeidung von Ausfällen (100 %),
bessere Verteilung von Ressourcen bei voller Auslastung (96 %)
Reduzierung von Lock-In-Effekten (76 %),
Stärkung der Handlungsfreiheit (62 %),
wirtschaftliche Gründe wie Kostensenkung (51 %).
Mehr als die Hälfte will in die Cloud investieren
In diesem Jahr wollen 54 Prozent aller Unternehmen in Deutschland in die Cloud investieren. Ein Drittel von ihnen (33 %) plant dabei höhere Ausgaben als im Vorjahr, nur 21 Prozent wollen sie reduzieren. 42 Prozent halten die Investitionen stabil. Für die Zukunft planen sogar 77 Prozent Cloud-Investitionen.
Stand: 08.12.2025
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Bei der Auswahl ihres Cloud-Anbieters sind für die Unternehmen insbesondere Vertrauen in IT-Sicherheit, Datenschutz und Compliance (99 %), die Leistungsfähigkeit und Stabilität des Angebots (97 %) sowie die Möglichkeit zur Datenverschlüsselung (93 %) entscheidend.
Weitere wichtige Kriterien sind
Nachhaltigkeit (61 %),
Interoperabilität (60 %),
Rechenzentren in Deutschland oder der EU (59 %),
ein vertrauenswürdiges Herkunftsland des Anbieters (58 %),
Innovationskraft wie Zugriff auf neueste Lösung (50 %),
Offenheit, etwa durch Open Source (46 %),
niedrige Kosten (41 %),
Konformität mit Gaia-X (30 %),
weltweite Verfügbarkeit des Angebots (28 %).
Cloud-Standort Deutschland liegt ganz vorn
IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz werden der Cloud-Nutzung in den kommenden fünf Jahren einen kräftigen Schub verleihen.
(Bild: Bitkom)
Bei den Unternehmen, die auf den Standort der Cloud-Rechenzentren achten, rangiert Deutschland ganz oben: 99 Prozent würden heimische Rechenzentren bevorzugen, für 1 Prozent kommen sie zumindest in Frage. Standorte in der übrigen EU würden 60 Prozent bevorzugen, für 37 Prozent kommen sie in Frage. Dahinter folgen die USA (11 % würden sie bevorzugen, für 34 % kommen sie in Frage), der Rest von Europa (8 % bzw. 24 %), Japan (8 % bzw. 16 %) sowie Indien (5 % bzw. 15 %). Großbritannien würden nur 3 Prozent bevorzugen, aber für 49 Prozent kämen Rechenzentren dort zumindest in Frage. Schlusslichter sind China, das nur 1 Prozent bevorzugen und 3 Prozent akzeptieren würden, sowie Russland, das für praktisch kein Unternehmen (0 %) überhaupt in Frage kommt.
Zunehmend relevant am Markt für hochregulierte Anwendungen wie etwa im Finanz- oder Gesundheitswesen oder auch für die öffentliche Verwaltung sind sogenannte souveräne Cloud-Angebote. Sie versprechen Datenschutz und Datensouveränität auf höchstem Niveau.
Allerdings können derzeit nur 4 Prozent der Verantwortlichen in den Unternehmen erklären, worum es dabei geht, 31 Prozent wissen zumindest ungefähr, worum es sich dabei handelt. 21 Prozent haben bereits davon gehört, können aber nicht erklären, was es bedeutet, und 41 Prozent sind souveräne Cloud-Angebote völlig unbekannt. „Anbieter souveräner Cloud-Angebote müssen noch viel Aufklärungsarbeit leisten, wenn sie sich am Markt etablieren wollen“, so Wintergerst. „Das Potenzial für souveräne Clouds ist auf jeden Fall groß.“
Hindernisse bei der Cloud-Nutzung
Größte Hemmnisse bei der Umsetzung von Cloud-Projekten und den Umzug in die Cloud sind
fehlendes qualifiziertes Personal (76 %),
Sorge vor unberechtigtem Zugriff auf sensible Daten (64 %),
fehlende Zeit (63 %),
hoher Investitionsbedarf (62 %),
Komplexität einer Cloud-Migration (55 %),
fehlende qualifizierte externe Beratung (53 %),
Angst vor Datenverlust (52 %),
Widerstand im eigenen Unternehmen (43 %).
Aber auch externe Vorgaben hemmen den Cloud-Einsatz. So beklagen 55 Prozent zu hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit, 51 Prozent zu hohe Anforderungen an den Datenschutz und 50 Prozent fühlen sich allgemein durch regulatorische Vorgaben an Cloud-Projekten gehindert.
Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von Kalenderwoche 12 bis Kalenderwoche 19 2024 statt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.