Kernkompetenzen von Entwicklern und IT-Managern Cloud Computing im Wandel: Jetzt sind neue IT-Skills gefragt

Ein Gastbeitrag von John Bradshaw* 5 min Lesedauer

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Die Integration von KI und Edge-Computing verändert die IT-Landschaft grundlegend. Unternehmen müssen sich auf verteilte Cloud-Modelle und Echtzeitverarbeitung einstellen. Das erfordert technologische Anpassungen und neue Kompetenzen in Teams. Worauf sich Unternehmen jetzt einstellen müssen.

Die Zukunft des Cloud Computing erfordert neue Kompetenzen: KI, Edge-Computing und Multicloud-Strategien verändern die Arbeit von Entwicklern und IT-Managern gleichermaßen.(Bild: ©  pathdoc - stock.adobe.com)
Die Zukunft des Cloud Computing erfordert neue Kompetenzen: KI, Edge-Computing und Multicloud-Strategien verändern die Arbeit von Entwicklern und IT-Managern gleichermaßen.
(Bild: © pathdoc - stock.adobe.com)

Cloud Computing erlebt eine tiefgreifende Transformation: Die Verbindung von künstlicher Intelligenz (KI) und Edge-Computing beeinflusst nicht nur IT-Architekturen, sondern auch die Arbeitsweise von Entwicklern und IT-Managern.

Während verteilte Systeme und Echtzeitverarbeitung zum neuen Standard avancieren, wächst der Bedarf an Fachkräften, die mit diesen Technologien vertraut sind.

Neue Skills: Von Data Science bis Edge-Architekturen

Um in der neuen Cloud-Ära erfolgreich zu sein, müssen Entwickler ihr Fachwissen deutlich erweitern. Neben klassischen Programmierkenntnissen wird insbesondere Data Science zu einer Schlüsselkompetenz. Die Fähigkeit, Daten zu analysieren, Muster zu erkennen und diese Erkenntnisse in strategische Entscheidungen umzusetzen, wird zunehmend wichtiger.

In einer digitalisierten Welt, in der Daten als das neue Öl gelten, sind analytische Fähigkeiten essenziell. Ein großer Teil dieser Datenverarbeitung erfolgt heute bereits unter Einsatz von KI-Technologien. Diese helfen dabei, große Datenmengen effizient auszuwerten und intelligente Prognosen zu stellen. Entwickler sollten daher auch ein grundlegendes Verständnis für KI-gestützte Analyseverfahren mitbringen, um diese Technologien gezielt im eigenen Workflow einzusetzen.

Auch die Verwaltung von Edge-Computing-Architekturen gewinnt an Bedeutung. Die Herausforderung besteht darin, Anwendungen so zu entwickeln, dass diese möglichst nah an den Datenquellen verarbeitet werden. Dadurch lassen sich Latenzzeiten minimieren und die Effizienz der Systeme steigern. Um diese Vorteile voll auszuschöpfen, benötigen Entwickler ein tiefgehendes Verständnis der Netzwerkinfrastruktur und der spezifischen Anforderungen dezentraler Rechenmodelle.

Zudem rückt die Fähigkeit in den Fokus, technische Lösungen auf betriebswirtschaftliche Anforderungen abzustimmen. Entwickler müssen über den Tellerrand hinausschauen und ein Gespür für Geschäftsprozesse sowie Kundenbedürfnisse entwickeln. Nur so lassen sich IT-Architekturen gestalten, die sowohl innovativ als auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Zum Anforderungskatalog gehört außerdem die Fähigkeit, komplexe technische Konzepte verständlich zu kommunizieren.

Steigende Anforderungen an IT-Manager

Auch für IT-Manager bringt die Entwicklung neue Herausforderungen mit sich. Besonders in Deutschland müssen sie sich intensiv mit regulatorischen Vorgaben auseinandersetzen. Datenschutzanforderungen sind hier besonders streng, oft über die DSGVO der EU hinausgehend. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Cloud-Lösungen diesen Regularien entsprechen.

Zudem erfordert der vermehrte Einsatz von Multicloud-Umgebungen strategische Planung. Die Kombination aus öffentlichen, privaten und lokalen Cloud-Optionen kann die Performance verbessern, gleichzeitig aber auch die Komplexität erhöhen. IT-Manager müssen genau abwägen, welche Cloud-Modelle am besten zu den individuellen Anforderungen ihres Unternehmens passen, welche Anbieter geeignet sind und wie eine nahtlose Integration sichergestellt werden kann.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Verfügbarkeit physischer Datenzentren. Die Nachfrage nach geeigneten Standorten ist hoch und IT-Manager stehen vor der Aufgabe, kreative Lösungen für die steigenden Kapazitätsanforderungen zu finden. Dies kann die Identifikation neuer Standorte, die Modernisierung bestehender Infrastruktur oder auch Kooperationen mit lokalen Behörden umfassen. Dabei spielen sowohl wirtschaftliche als auch regulatorische Faktoren eine Rolle.

Vorteile von KI-gestützten Cloud-Systemen

Die zunehmende Integration von KI in Cloud-Systeme eröffnet Unternehmen zahlreiche Vorteile. KI-gestützte Analyseverfahren ermöglichen es, große Datenmengen in Echtzeit auszuwerten und Entscheidungsgrundlagen schneller bereitzustellen. Besonders in zeitkritischen Anwendungen führt dies zu einer verbesserten Performance und Effizienz. Für Entwickler bedeutet das, dass sie zunehmend gefordert sind, Anwendungen so zu gestalten, dass diese KI-Funktionen effektiv nutzen – etwa durch das Training passender Modelle oder die Anbindung performanter Inferenzlösungen an der Edge.

Darüber hinaus kann KI zur Automatisierung und Optimierung von Prozessen beitragen. Dazu ist von Entwicklern ein tiefes Verständnis von MLOps-Tools und Automatisierungsframeworks gefragt, damit die Infrastruktur optimal auf dynamische KI-Workloads abgestimmt und Prozesse effizient orchestriert werden können. Denn die Prozessautomatisierung und -optimierung bedeutet nicht nur eine Reduzierung von Kosten, sondern auch eine effizientere Nutzung vorhandener Ressourcen. Unternehmen können ihre IT-Infrastruktur so skalieren, dass sie flexibel und bedarfsgerecht genutzt wird, ohne unnötige Investitionen zu tätigen.

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Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt im Bereich der Cybersicherheit. KI-gestützte Systeme sind in der Lage, potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und automatisch Gegenmaßnahmen einzuleiten. Durch kontinuierliche Analyse großer Datenmengen lassen sich Anomalien und Angriffsmuster identifizieren, bevor sie Schaden anrichten können. Damit wird KI zu einem entscheidenden Faktor für den Schutz moderner Cloud-Umgebungen. Auch hier steigen also die Anforderungen an Entwickler – sie müssen KI-gestützte Security-Tools integrieren können und sicherstellen, dass ihre Anwendungen mit Echtzeitanalysefunktionen und präventiver Abwehr arbeiten – auch in komplexen Multicloud-Umgebungen.

Investitionen in Weiterbildung sichern Wettbewerbsvorteile

Wer Anwendungen für eine zunehmend automatisierte, KI-zentrierte Infrastruktur entwickelt, muss die Fähigkeit besitzen, Performance, Effizienz und Sicherheit von Beginn an mitzudenken und technologisch umzusetzen. Unternehmen sollten daher spätestens jetzt damit anfangen, verstärkt in skalierbare, KI-gesteuerte Lösungen zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei werden kosteneffiziente Cloud-Abonnementmodelle eine zentrale Rolle spielen, da sie Unternehmen helfen, ihre IT-Ausgaben besser zu steuern und flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren.

Entwickler müssen nicht nur technische Exzellenz beweisen, sondern auch in der Lage sein, sich stetig auf neue Tools, Programmiersprachen und Frameworks einzustellen. Die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden wird also immer wichtiger. Nur durch gezielte Schulungsmaßnahmen können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Belegschaft mit den neuesten Technologien vertraut ist und das volle Potenzial von KI und Edge-Computing ausschöpfen kann.

Die Integration von KI und Edge-Computing in Cloud-Systeme bringt Unternehmen einerseits große Herausforderungen, eröffnet andererseits aber auch enorme Chancen. In einer Branche, die sich in rasantem Tempo weiterentwickelt, braucht es IT-Manager mit Neugier, Lernbereitschaft und Trendgespür. Mit der Fähigkeit, technologische Entwicklungen nicht nur zu erkennen, sondern sie zu verstehen und aktiv zu gestalten, können Führungskräfte strategische Weichen richtig stellen und ihr Team entsprechend ausrichten. Nur so lassen sich die Vorteile der neuen Cloud-Ära optimal nutzen und langfristige Wettbewerbsvorteile sichern. Es bleibt spannend, welche weiteren Entwicklungen die Branche noch bereithält – fest steht jedoch: Die IT-Welt gehört denen, die bereit sind, ihre Skills kontinuierlich zu erweitern.


* Der Autor John Bradshaw ist EMEA Director of Cloud Computing Technology and Strategy bei Akamai. Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Cloud-Technologie versteht er Chancen und Herausforderungen von Unternehmen rund um vernetzte Cloud-Lösungen und unterstützt Kunden dabei, mit einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur ihre Wachstumspotenziale zu realisieren. Als Branchenexperte für Cloud Computing, Unternehmensarchitektur und Solutions Engineering hatte John bereits Schlüsselpositionen bei AWS, Skytap und Dropbox inne und leitete als Head of Cloud die digitale Cloud-Transformation von WPP.

Bildquelle: Akamai

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