Vier von fünf Unternehmen nutzen Cloud Computing – diese Zahl aus dem Bitkom Cloud Report 2024 zeigt, welche große Rolle Cloud-Lösungen in der deutschen Wirtschaft spielen. Kostendruck, künstliche Intelligenz (KI) und regionale Regularien werden 2025 die Entwicklungen prägen.
Wohin bewegt sich der Trend in Sachen Cloud Computing im Jahr 2025?
(Bild: Starmarpro - stock.adobe.com)
Als wichtigste Ziele ihrer Cloud-Aktivitäten nennen die von Bitkom Research befragten Organisationen Kostenreduzierung, die Umstellung auf Plattformlösungen und Software-as-a-Service (SaaS) sowie die Digitalisierung interner Prozesse. Weitere Prioritäten sind die Erhöhung der IT-Sicherheit und die Reduzierung der CO2-Emissionen. Doch vor allem finanzielle Engpässe könnten Unternehmen im kommenden Jahr in ihren Bestrebungen ausbremsen.
Unternehmen stehen unter wirtschaftlichem Druck, ihre Abläufe zu verschlanken. Dabei werden auch die Kosten für Cloud Computing genauer unter die Lupe genommen. Die Kostenrechnung geht über die Reduzierung von Egress-Gebühren hinaus und umfasst eine ganzheitliche Bewertung, wo und wie Arbeitslasten ausgeführt werden. Unternehmen werden ihre Geschäftstätigkeit zunehmend in Regionen mit niedrigeren Personalkosten verlagern und Talente sowie Offshore-Funktionen auslagern, um Kosten zu senken.
Nachhaltigkeitsrichtlinien sind zwar von entscheidender Bedeutung, können jedoch in den Hintergrund treten, wenn Maßnahmen zur Kosteneinsparung an Priorität gewinnen. Cloud-Lösungen sind sowohl effizient als auch erschwinglich. Deshalb bleiben entsprechende Systeme hoch in Kurs. Entscheidend für den Erfolg wird allerdings das Gleichgewicht von Kosten, Technologie und Humankapital sein.
Sparzwang führt kurzfristig zur Rückkehr zu On-Premises-Lösungen
Trotz der zunehmenden Verbreitung der Cloud verlagern einige Unternehmen ihre Arbeitslasten aus Kostengründen wieder auf On-Premises-Lösungen. Dieser Trend scheint eher eine Kurzschlussreaktion auf steigende Cloud-Kosten zu sein als eine gut durchdachte, langfristige Strategie. Während lokale Lösungen für bestimmte Anwendungsfälle mit vorhersehbaren Kosten und weniger finanziellen Überraschungen punkten, besteht mit diesem Schritt die Gefahr einer Überkorrektur, die langfristig möglicherweise nicht die gewünschten Ergebnisse bringt.
Ein hybrider Ansatz kombiniert eine effizientere Cloud mit tragbaren Open-Source-Lösungen und lokalen Ressourcen. Wenn Organisationen ihre Strategie für Infrastruktur neu bewerten, könnte diese Lösung sich als bevorzugtes Modell für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Flexibilität und Kosteneffizienz erweisen.
KI-gesteuerte Abläufe rücken endlich in den Mittelpunkt der Cloud
Im Jahr 2025 wird künstliche Intelligenz ein integraler Bestandteil von cloudgesteuerten Abläufen sein. Anwendungen werden deutlich konkreter und praxisbezogener als bisher. Unternehmen erkennen zunehmend das Potenzial, sich wiederholende Aufgaben und Entscheidungsprozesse zu automatisieren. Viele Organisationen sind jedoch mit der Herausforderung konfrontiert, dass sie zu wenig Budget für die KI-Implementierung eingeplant haben und die Systeme nur mit umfangreichen Datenanforderungen effektiv funktionieren.
Während KI vom Schlagwort zur geschäftlichen Notwendigkeit wird, werden viele Unternehmen feststellen, dass ihre Cloud-Infrastruktur, die als Rückgrat der KI-Fortschritte unerlässlich ist, noch nicht für die intensive Daten- und Rechenlast gerüstet ist, die KI erfordert.
Trotz dieser Einschränkungen werden Unternehmen 2025 in skalierbare, KI-gesteuerte Lösungen investieren, die auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Nur so können sie in digitalisierten Märkten wettbewerbsfähig bleiben. Kostengünstige Cloud-Abonnementmodelle werden von entscheidender Bedeutung sein. Auch die Weiterbildung der Belegschaft wird eine wichtige Rolle spielen, da Unternehmen KI-Kenntnisse fördern und Mitarbeitende darin schulen, sich an fortschrittliche Technologien anzupassen. Dabei wird es eine besondere Herausforderung, Qualifikationslücken zu schließen und Mitarbeitende in KI-zentrierte Rollen zu überführen, ohne den Betrieb zu stören. Gleichzeitig gilt es, ethische Bedenken wie den verantwortungsvollen Umgang mit KI, insbesondere mit sensiblen Daten, zu berücksichtigen.
Deutscher Datenschutz stellt besondere Herausforderungen an Cloud-Anbieter
Anbieter, die sich auf lokale Infrastruktur, regulatorische Anpassung und Multi-Cloud-Flexibilität konzentrieren, sind am besten für den deutschen Cloud-Markt gerüstet. Im Vergleich zu anderen europäischen Märkten ist das deutsche Umfeld durch außergewöhnlich strenge Datenschutzbestimmungen definiert. Oft gehen sie sogar über die Standardanforderungen der europäischen DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) hinaus. Datensicherheit und individuelle Rechte stehen im Vordergrund. Diese hohen Standards stellen zwar eine Herausforderung dar, sind aber unerlässlich, um Vertrauen auf dem deutschen Markt aufzubauen.
Stand: 08.12.2025
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Cloud-Anbieter müssen diese Vorschriften berücksichtigen, indem sie die Einhaltung durch lokalisierte Datenspeicherung und -verarbeitung sicherstellen und so dem besonderen Fokus auf Datensouveränität gerecht werden. Um die regulatorischen Anforderungen weiter zu erfüllen, sehen sich Cloud-Anbieter in Deutschland mit einer hohen Nachfrage nach physischen Standorten konfrontiert. Das wird zunehmend schwieriger, da erstklassige Standorte knapp sind. Dieser Umstand könnte eine regulatorische Flexibilität erfordern, um Rechenzentren über die traditionellen Gebiete hinaus zu erweitern.
Auch aus diesem Grund sollten Cloud-Anbieter 2025 eine hybride Cloud-Strategie verfolgen, um den Bedürfnissen deutscher Unternehmen gerecht zu werden. Damit ermöglichen sie Unternehmen, öffentliche, private und lokale Cloud-Optionen zu kombinieren, ohne mehrere Tools, Prozesse und Teams implementieren zu müssen.
Mehr zum Thema: Hybrider Cloud-Ansatz
Ein hybrider Cloud-Ansatz kombiniert öffentliche und private Cloud-Umgebungen, um Daten und Workloads je nach Anforderungen zu verteilen. Unternehmen profitieren damit von erhöhter Flexibilität, Kosteneffizienz und der Möglichkeit, sensible Daten sicher lokal zu halten. So können sie skalieren, Innovationen fördern und gleichzeitig Compliance-Anforderungen erfüllen.
Fertigung sowie Medien und Unterhaltung als treibende Kräfte
Bestimmte Branchen werden bei der Einführung von Cloud-Lösungen aufgrund ihrer Abhängigkeit von daten- und arbeitsintensiven Prozessen eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Fertigungsindustrie wird sich als wichtiger Anwender herausstellen, der Cloud und KI nutzt, um die Produktionseffizienz zu verbessern und sich an lokale Anforderungen anzupassen.
Die Medien- und Unterhaltungsindustrie wird ein starkes Zugpferd bleiben. Das gilt insbesondere in Mitteleuropa, wo die Nachfrage nach lokalisierten Inhalten von lokalen Streaming-Anbietern Unternehmen dazu zwingt, fortschrittliche Cloud-Lösungen zu übernehmen.
* Der Autor John Bradshaw ist EMEA Director of Cloud Computing Technology and Strategy bei Akamai. Mit mehr als zehn Jahren Erfahrung in der Cloud-Technologie versteht er Chancen und Herausforderungen von Unternehmen rund um vernetzte Cloud-Lösungen und unterstützt Kunden dabei, mit einer leistungsfähigen IT-Infrastruktur ihre Wachstumspotenziale zu realisieren. Als Branchenexperte für Cloud Computing, Unternehmensarchitektur und Solutions Engineering hatte John bereits Schlüsselpositionen bei AWS, Skytap und Dropbox inne und leitete als Head of Cloud die digitale Cloud-Transformation von WPP.