Interview mit Bryan Harris, Chief Technology Officer von SAS Analytics-as-a-Service: KI in der Cloud spart Zeit und Geld

Von Dr. Dietmar Müller

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SAS hat vor mehr als drei Jahren mit der Neugestaltung der Analytics-Plattform SAS Viya den Sprung in die Cloud gewagt. Heute geht das Unternehmen einen wesentlichen Schritt weiter: mit der Bereitstellung seiner Viya-basierten Lösungen als „Pay as you go“-Angebot über den Microsoft Azure Marketplace.

SAS hat vor mehr als drei Jahren mit der Neugestaltung der Analytics-Plattform SAS Viya den Sprung in die Cloud gewagt. (Bild:  gemeinfrei, geralt / Pixabay)
SAS hat vor mehr als drei Jahren mit der Neugestaltung der Analytics-Plattform SAS Viya den Sprung in die Cloud gewagt.
(Bild: gemeinfrei, geralt / Pixabay)

Bryan Harris ist seit Anfang 2021 Executive Vice President und Chief Technology Officer (CTO) von SAS, bekanntlich etablierter Anbieter von Lösungen für Analytics und künstliche Intelligenz (KI). Er folgte auf Oliver Schabenberger, der nun Chief Innovation Officer beim Silicon Valley-Start-up SingleStore ist, das wiederum eine mit SAS integrierte Datenbank liefert.

„Wir haben unser Portfolio seit 2019 so umgestaltet, dass es Cloud-nativ und Cloud-portabel ist. Mit dem neuen Pay-as-you-go-Angebot für SAS Viya können Unternehmen Analytics, KI und Machine Learning jetzt noch schneller und kostengünstiger in der Cloud nutzen", so Harris. „Unser Ziel ist, dass unsere Plattform und unsere Lösungen zu einem entscheidenden Teil der analytischen Innovation jedes Kunden werden."

Bryan Harris ist seit Anfang 2021 Executive Vice President und Chief Technology Officer (CTO) von SAS(Bild:  SAS)
Bryan Harris ist seit Anfang 2021 Executive Vice President und Chief Technology Officer (CTO) von SAS
(Bild: SAS)

Cloud-Analytics auf Knopfdruck

Harris war für SAS früher als Senior Vice President sowie Head of Engineering tätig und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Analytics, Enterprise-Search-Technologien, Distributed-Computing- und Cloud-Architekturen. In jüngster Zeit war er maßgeblich an der Entwicklung der neuesten Generation von SAS Viya beteiligt und hat die Cloud-Strategie von SAS mitgeprägt. Was steht für ihn aktuell im Fokus?

„Das Kostenthema ist für unsere Kunden nach wie vor aktuell. Als SAS vor drei Jahren ankündigte, eine Milliarde US-Dollar für die Entwicklung von künstlicher Intelligenz ausgeben zu wollen – was in weiten Teilen in die Cloud-native Umgestaltung von Viya auf Basis von Containern und Kubernetes geflossen ist – haben wir uns auch intensiv um die Performance unserer Analytics-Lösung gekümmert. Denn im verbrauchsorientierten Geschäftsmodell des Cloud Computing bedeuten schnellere Antwortzeiten handfeste Kosteneinsparungen. Auch die enge Integration mit SingleStore spart den Anwendern Zeit.“

Dass der Betrieb von SAS-Lösungen in der Cloud den Anwendern direkten finanziellen und operativen Nutzen bringen kann, zeigt eine neue Studie von Forrester Consulting: Unternehmen, die SAS Viya auf Microsoft Azure einsetzen, können mit einer Amortisation in nur 14 Monaten rechnen. Der Return on Investment (ROI) liege bei über 200 Prozent innerhalb von drei Jahren.

Freiheit bei der Wahl der Programmiersprache

In den kommenden 12 bis 14 Monaten soll SAS zudem noch offener werden. Das Unternehmen machte sich zwar zunächst durch seine eigene Sprache SAS einen Namen, inzwischen ist SAS jedoch offen für sämtliche Programmiersprachen – egal, ob Open Source oder proprietär. „Die Performancegewinne, die wir für SAS erzielt haben, sollen auf jede denkbare Programmiersprache ausgeweitet werden. Und auch Modelle, die mit Python oder R entwickelt wurden, lassen sich in den gesamten Analytics Lifecycle integrieren“, stellt Harris in Aussicht.

Eine weitere Aufgabe ist für Harris und sein Team, mehr Transparenz und dadurch Vertrauen in KI zu schaffen. Kunden von SAS kommen oft aus dem Finanzsektor, die dort anfallenden Daten sind hochsensibel. Gerade in solchen Bereichen ist es immens wichtig, dass KI-gestützte Entscheidungen nachvollziehbar sind – sowohl für Mitarbeiter als auch für Kunden. SAS will mit seinen Lösungen höhere Transparenz schaffen – und somit die Akzeptanz für KI im Unternehmen steigern. „Empfiehlt Ihnen die KI eine Handlung, die Sie vernünftig finden, dann werden sie dies umsetzen. Gibt sie Ihnen eine auf den ersten Blick nicht plausible oder unangenehme Vorhersage, verwerfen Sie diese mit einiger Wahrscheinlichkeit. Wir arbeiten daran, die Entscheidungen der KI nachvollziehbarer zu machen, was wiederum die Nutzung von Analytics bei den Anwendern verbessern wird.“

Digitaler Zwilling soll Lieferketten robuster machen

Ein konkretes Beispiel bildet die Kooperation mit CosmoTech, ein Partner, mit dem SAS gemeinsam eine Kombination aus Analytics und digitalem Zwilling bereitstellt, mit denen Unternehmen Zukunftsszenarien simulieren können. „Für Verantwortliche ist es schwierig, die Auswirkungen einer Entscheidung, einer Störung oder eines ungeplanten Ereignisses auf die gesamte Lieferkette vorherzusagen“, erläutert Harris. „Die Kombination aus der SAS Intelligent Planning Suite auf SAS Viya und der Cosmo Tech 360 Simulation Platform erlaubt es ihnen, anhand der Auswertung von Sensordaten mithilfe von IoT Analytics in Echtzeit ihre Lieferketten besser zu verstehen. Sie sind somit in der Lage, Risiken vorherzusehen und dadurch Unterbrechungen in der Lieferkette zu minimieren oder zu vermeiden“, so Harris.

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Aktuell konzentriere man sich auf Lieferketten für Fertigung, Konsumgüter und Einzelhandel, das Angebot der Simulation durch einen digitalen Zwilling soll aber auf weitere Branchen vom Gesundheitswesen bis zu Finanzdienstleistungen ausgedehnt werden.

Microsoft Azure als erste Plattform für „Pay as you go“

SAS Viya ist auf allen drei Hyperscalern erhältlich. Im Mittelpunkt des SAS-Events „SAS Explore“ stand das neue „Pay as you go“-Angebot, das ab sofort über den Microsoft Azure Marketplace bereitsteht. Dies ist ein Ergebnis der strategischen Partnerschaft, die SAS und Microsoft vor zwei Jahren eingegangen sind. Erklärtes Ziel: „bessere Entscheidungen für die Kunden in der Cloud“.

Man unterhalte auch gute Beziehungen zu AWS und zur Google Cloud, viele Kunden von SAS seien aber eben auch Microsoft-365-Anwender. Azure biete sich daher in einem ersten Schritt als Bereitstellungplattform für Analytics geradezu an, zumal SAS und Microsoft tief integriert seien, was wiederum der Performance und dem Durchsatz zugutekomme.

Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, zeigt sich auch darin, dass SAS kürzlich von Microsoft mit dem „Global Independent Software Vendor (ISV) 2022 Partner of the Year Award“ für die „hervorragende Implementierung von Kundenlösungen auf Basis von Microsoft-Technologie“ ausgezeichnet wurde.

„SAS Viya auf Microsoft Azure gibt den Anwendern Zugriff auf das vollständige Viya-Paket, das SAS Visual Analytics, SAS Visual Statistics, SAS Visual Data Mining und Machine Learning sowie SAS Model Manager umfasst. Die Plattform bietet sowohl Programmier- als auch Low- oder No-Code-Optionen auf einer visuellen Oberfläche“, so Harris. „Mit SAS Viya auf Microsoft Azure haben Kunden weltweit somit Zugang zum gesamten ModelOps-Lifecycle.“

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