Der Analytics-Experte SAS hat mit einem Paukenschlag sein Virtual SAS Global Forum 2020 eröffnet. Bereits im unmittelbaren Vorfeld des Forums hatte man mitgeteilt, dass man in Sachen Cloud-Analytics und -KI enger mit Microsoft zusammenarbeiten werde.
Der Analytics-Experte SAS hat mit einem Paukenschlag sein Virtual SAS Global Forum 2020 eröffnet.
(Bild: SAS)
Eine umfassende strategische Partnerschaft umfasst die Technologieentwicklung und -vermarktung, Analytics und Branchenlösungen von SAS sollen bevorzugt auf Microsoft Azure laufen.
Oliver Schabenberger, Chief Technology Officer (CTO) und Chief Operating Officer (COO) bei SAS, erklärte, dass man SAS in Microsofts Cloud-Angebot – Azure, Dynamics 365, Microsoft 365 und Power Platform – integrieren werde. Die branchenspezifischen Lösungen und die Analytics-Expertise von SAS sollen für Microsoft-Kunden in verschiedensten Bereichen, darunter Healthcare und Financial Services, direkt nutzbar sein. Das geht über die bisherigen, seit Jahren bekannten Kooperationsbemühungen weit hinaus.
Oliver Schabenberger, Chief Technology Officer (CTO) und Chief Operating Officer (COO) bei SAS
(Bild: Dr. Dietmar Müller)
Der Analytics-Experte will sein Portfolio auch in Lösungen für spezifische Unternehmensbereiche wie Kundeninteraktion, Betrugserkennung oder Risikomanagement auf dem Azure Marketplace integrieren. Zudem wird die Microsoft-Azure-IoT-Plattform mit den Edge-to-Cloud-Funktionen für IoT Analytics und KI von SAS integriert, so der CTO.
„SAS und Microsoft haben ein gemeinsames Ziel: Unternehmen die digitale Transformation zu erleichtern. Dabei kommt es auf aussagekräftige Daten an, die als Basis für fundierte Entscheidungen dienen – und letztlich für Optimierungen in unterschiedlichsten Situationen sorgen“, so Schabenberger. „Die Zusammenarbeit mit Microsoft beseitigt Hürden auf dem Weg in die Cloud. Damit sind unsere Kunden in der Lage, das volle Potenzial aus ihren SAS-Lösungen zu schöpfen und – unabhängig vom bisherigen Kenntnisstand – mit Analytics datenbasierte Entscheidungen zu treffen.“
SAS CIO Jay Upchurch nannte als Ziel der Partnerschaft ein „gemeinsames Betriebssystem für die digitale Transformation“. Insbesondere bei enorm großen Datenmengen, wie sie das Internet of Things (IoT) generiere, könne die Kooperation und die daraus entspringenden Angebote hilfreich sein. Etwa wenn die Microsoft-Azure-IoT-Plattform mit den Edge-to-Cloud-Funktionen für IoT Analytics und KI von SAS integriert werde. Die Stadt Cary im US-Staat North Carolina habe das bereits umgesetzt und ein gemeinsames IoT-Angebot von Microsoft und SAS am Start, um Vorhersagen zu Überschwemmungen zu treffen.
„Lokale Überschwemmungen sind ein weitverbreitetes kommunales Phänomen, so auch bei uns“, erläuterte Nicole Raimundo, Chief Information Officer der Stadt Cary. „Sensoren, Wetterdaten, SAS IoT Analytics und die Azure-IoT-Plattform geben uns einen zuverlässigen Einblick in die Lage – wo Gewässerpegel steigen und eine Überschwemmung droht – und ermöglichen dank Automatisierung eine schnelle Intervention. Cary teilt diese Daten auch mit Nachbargemeinden, die dadurch ihren Bürgern einen besseren Service bieten können.“
SAS Viya bald Cloud-native
Als erstes soll SAS Viya für Azure optimiert werden. Das passt, weil es davon eine ganz neue, Cloud-native Version geben wird. „Diese Veröffentlichung ist ein innovativer Schritt für die SAS-Plattform und für unsere Kunden gleichermaßen“, so Schabenberger. „Unternehmen wollen ihre digitale Transformation mit Agilität, Geschwindigkeit, Automatisierung, Intelligenz und Kontinuität voranbringen. Das sind die Attribute von SAS Viya 4 – Cloud-native Advanced Analytics und AI für Anwender aller Qualifikationsstufen, die Business Intelligence in ein intelligentes Business in der Cloud verwandeln wollen.“
Die neu gestaltete Cloud-native Architektur ist (natürlich) containerbasiert und nutzt Kubernetes zur Orchestrierung. Sie bietet Portabilität in verschiedenen Cloud-Umgebungen, einschließlich Azure, Google, AWS und OpenShift. Mit seinem Fokus auf APIs soll SAS Viya 4 zudem insbesondere die Anwendungsentwicklung erleichtern. Dafür steht ein „kontinuierlicher Integrationsprozess“ (Continuous Delivery, CI/CD) bereit, mit dem Kunden ihre Veröffentlichungsintervalle hochtakten können.
In Sachen KI vereinfacht SAS Viya 4 die Modellbereitstellung und hilft dabei, diese kritische „letzte Meile der Analyse“ (so SAS-Gründer Jim Goodnight) zu schaffen. Es bietet einen zentralen Ort, um die Leistung aller Analysemodelle zu überwachen und zu verwalten. „SAS Viya bietet eine flexible und effiziente Möglichkeit, Daten- und Analyse-Workloads innerhalb der Container- und Microservices-fähigen Architektur auszuführen“, urteilte Dan Vesset, Group Vice President, Analytics and Information Management bei IDC. „Sie können die Analysen von den Umgebungen, in denen sie ausgeführt werden, um Services schnell zu skalieren, entkoppeln und die Entscheidungsanforderungen viel agiler erfüllen.“ SAS Viya 4 soll Ende 2020 verfügbar sein.
Stand: 08.12.2025
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Kooperation auch mit KPMG
Als dritten großen Punkt des Forums wurde die Gründung von Cloud Acceleration Centern in Nordamerika, Europa und Asien mitgeteilt. Das wolle man zusammen mit den Beratern von KPMG angehen. Die Center sollen SAS-Kunden schneller in die Cloud bringen.
„Ein beschleunigter Wechsel in die Cloud ist für viele Unternehmen zur Notwendigkeit geworden; Die Optimierung und Anpassung von Geschäftsprozessen ist eine großartige Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit der Cloud zu maximieren“, sagte Schabenberger. „SAS und KPMG arbeiten zusammen, um unseren gemeinsamen Kunden dabei zu helfen, das Beste aus dieser Transformation zu machen.“
Keine Entlassungen
Jim Goodnight, hier im Oktober 2019 in Mailand.
(Bild: Dr. Dietmar Müller)
Zur Eröffnung des Forums ließ der legendäre Jim Goodnight durch Pamela Meek, Senior Director of Communications, wissen, dass er Entlassungen wegen Covid-19 ausschließe. „Das ist der SAS-Weg“, so Goodnight, der das Unternehmen seit 1976 (!) leitet. Die Firma ist einer der beliebtesten Arbeitgeber der USA und hat sogar das Reinigungs- und Sicherheitspersonal fest angestellt. Es ist Firmenphilosophie, völlig unabhängig agieren zu können. Die enge Verschränkung mit Microsoft kam für viele Beobachter daher überraschend.