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Social Collaboration in Deutschland Zeitreihenstudie belegt Schwachstellen bei digitaler Zusammenarbeit

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Die Unternehmen im deutschsprachigen Raum haben in den vergangenen fünf Jahren Fortschritte beim Einsatz von Social-Collaboration-Tools erzielt. Doch nach wie vor gibt es zahlreiche Schwachpunkte.

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Der Anteil von Firmen mit Collaboration-Tools steigt jährlich, das Potenzial ist aber längst nicht ausgeschöpft – vor allem die Erwartungen an KI und Big Data haben sich bislang nicht erfüllt.
Der Anteil von Firmen mit Collaboration-Tools steigt jährlich, das Potenzial ist aber längst nicht ausgeschöpft – vor allem die Erwartungen an KI und Big Data haben sich bislang nicht erfüllt.
(Bild: gemeinfrei© Gerd Altmann / Pixabay )

Das zeigt die seit 2016 jährlich veröffentlichte Deutsche Social Collaboration Studie der Technischen Universität Darmstadt und der Management- und Technologieberatung Campana & Schott. Demnach ist der Social-Collaboration-Reifegrad auf einer Skala von 1 bis 7 fast jedes Jahr gestiegen – von 3,48 im Jahr 2016 auf 4,08 im Jahr 2020. Das heißt: In Deutschland setzen Mitarbeiter vermehrt moderne Tools für die Kommunikation ein. Dennoch sind die Firmen von den maximal möglichen 7 Punkten immer noch weit entfernt.

Hybrides Arbeiten wird Standard

„Der Anstieg des Reifegrads um 17 Prozent über fünf Jahre ist aus meiner Sicht zu wenig“, kommentiert Dr. Eric Schott, CEO von Campana & Schott, die Studienergebnisse. „Diejenigen, die bereits vor der COVID-19-Pandemie vernetzt zusammengearbeitet und Prozesse digitalisiert hatten, hatten im Tagesgeschäft viel weniger Schwierigkeiten in der Krise. Sie konnten auch von zu Hause aus effizient arbeiten. Sorgen machen mir die anderen, die müssen jetzt schnell aufholen.“ Dabei dürfe man bei Social Collaboration nicht nur an die Büro-Mitarbeiter denken, sondern müsse auch die Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt oder in der Produktion einbeziehen, ergänzt Boris Ovcak, Director Social Collaboration bei Campana & Schott. Die sogenannten Firstline Worker seien lange vernachlässigt worden, dabei sei gerade bei ihnen das Effizienzpotenzial besonders hoch. Geeignete Tools könnten sie bei ihren täglichen Arbeitsprozessen direkt unterstützen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Mehr als ein Drittel der Unternehmen nutzte 2018 bereits Technologien aus den Bereichen Big Data bzw. Data Analytics, über ein Fünftel aus dem IoT-Umfeld. Die Mehrheit erwartete, dass Künstliche Intelligenz sowie Augmented und Virtual Reality innerhalb der kommenden fünf Jahre die Arbeitsprozesse beeinflussen werden. Doch die Erwartungen haben sich bislang nicht erfüllt. 2020 sieht zwar etwa die Hälfte der Teilnehmer KI als Schlüsseltechnologie. Aber fast drei Viertel nutzen überhaupt keine KI, Business Intelligence- oder Analytics-Tools, um geschäftsrelevante Daten auszuwerten. Dennoch sehen Unternehmen vor allem im Bereich Chatbots, automatischer Bildverarbeitung sowie maschineller Übersetzung vielversprechende Einsatzszenarien.

Bessere Unternehmenskultur

Social-Collaboration-Tools werden vor allem eingeführt, um die Unternehmenskultur zu verbessern. Dieses Ziel wird auch tatsächlich erreicht, wie die Studie in allen Jahren nachweisen konnte. Eine höhere Kundenzufriedenheit kam 2020 erstmals auf den zweiten Platz. Das heißt, Unternehmen blicken zunehmend über den eigenen Tellerrand hinaus und stellen den Kunden in das Zentrum ihrer Arbeit.

Die größten Hürden sind Anschaffungs- und Implementierungskosten, Ausgaben für die notwendige Infrastruktur – etwa zur mobilen Anbindung aller Mitarbeiter – sowie das Risiko für den Datenschutz. 2018 wurden darüber hinaus eine unzureichende Usability der Tools sowie mangelnde Möglichkeiten des mobilen Zugriffs genannt. Aktuelle Lösungen scheinen diese Probleme behoben zu haben.

Über die Studie
Als mehrjährige Zeitreihenuntersuchung liefert die Deutsche Social Collaboration Studie seit 2016 einen tool- und herstellerunabhängigen Gesamtüberblick über die Entwicklung digital vernetzter Zusammenarbeit in deutschsprachigen Unternehmen. An der Erhebung beteiligten sich jedes Jahr quer durch ein breites Branchenspektrum mehr als 1.000 Mitarbeiter großer und mittelständischer Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben wissenschaftlichen Aussagen zum Status quo der Social-Collaboration-Adaption in der Wirtschaft bietet die Studie empirisch abgesicherte Erfolgsfaktoren für den praktischen Einsatz in Unternehmen.

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Über den Autor

 Elke Witmer-Goßner

Elke Witmer-Goßner

Redakteurin, CloudComputing-Insider.de