Studie von IBM Wie es um die Transformation deutscher Unternehmen steht

Ein Gastkommentar von Matthias Götz* 4 min Lesedauer

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Im Jahr 2023 stehen deutsche Unternehmen unter einem noch nie dagewesenen Druck, sich mit dem Aufkommen generativer KI und den Anforderungen wie Nachhaltigkeit, Arbeitsproduktivität und Sicherheit digital zu transformieren. Führungskräfte in Deutschland betonen die Notwendigkeit eines hybriden Cloud-Ansatzes, um die Möglichkeiten generativer KI auszuschöpfen.

Neue Erkenntnisse aus dem „Cloud Transformation Report“ von IBM zeigen, dass Nachhaltigkeit, Sicherheit und Fachkräftemangel für deutsche Unternehmen die größten Herausforderungen sind.(Bild:  Лилия Захарчук - stock.adobe.com)
Neue Erkenntnisse aus dem „Cloud Transformation Report“ von IBM zeigen, dass Nachhaltigkeit, Sicherheit und Fachkräftemangel für deutsche Unternehmen die größten Herausforderungen sind.
(Bild: Лилия Захарчук - stock.adobe.com)

Der „Cloud Transformation Report“, eine aktuelle globale Studie des IBM Institute for Business Value (IBV), ergab, dass viele führende Unternehmen eine gemeinsame Ausgangsbasis für die digitale Transformation haben – eine klare Hybrid Cloud-Strategie. Diese Unternehmen nennen mehrere Hauptvorteile eines hybriden Cloud-Ansatzes, um die Unternehmenstransformation voranzutreiben, darunter Modernisierung, Agilität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und die Möglichkeit generative KI zu nutzen.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Faktoren, die sich im vergangenen Jahr auf die Cloud-Transformation ausgewirkt haben, und was sie für Unternehmen auf ihrem Weg zur Cloud-Modernisierung bedeuten:

1. Überlegungen zur Einführung von generativer KI

In diesem Jahr hat generative KI die Aufmerksamkeit von Unternehmensleitern auf sich gezogen – aber auch die Frage aufgeworfen, was die richtige Grundlage ist, um den Einsatz von generativer KI zu beschleunigen und zu skalieren. Für viele Unternehmen liegt die Antwort in einem hybriden Cloud-Ansatz. Im weltweiten Vergleich liegen deutsche Unternehmen, die auf eine Hybrid Cloud Strategie setzen, jedoch in der Einführung formeller, unternehmensweiter Richtlinien für den Umgang mit generativer KI zurück. 56 Prozent haben diese bereits implementiert, im Gegensatz zu 68 Prozent der internationalen Unternehmen, die ebenfalls auf hybride Architekturen setzen.

Mit dem Aufkommen generativer KI geht auch ein massiver Zuwachs an Daten einher. Dies kann zwar enorme geschäftliche Innovationen fördern, erfordert aber auch strategische Überlegungen. Bei der Umsetzung einer KI-Strategie müssen Unternehmen ihre aktuellen Rechenkapazitäten, den Ort, an dem sich die Daten befinden – in der Cloud, vor Ort oder am Edge –, die Art des Datenzugriffs, die erforderlichen Sicherheitskontrollen und die Frage, wie bestehende Technologieinvestitionen effektiv genutzt werden können, in Betracht ziehen. Ein hybrider Cloud-Ansatz kann nicht nur die Zuverlässigkeit und Leistung verbessern, sondern auch die Flexibilität erhöhen, da Cloud- und On-Premises-Umgebungen miteinander verbunden werden können, wodurch die Hindernisse für flexible KI-Workflows beseitigt werden.

2. Sicherheits- und Compliance-Bedenken aufgreifen

Die Unternehmen machen sich bei generativer KI ebenfalls Gedanken über die mögliche Offenlegung sensibler Daten. 48 Prozent der Führungskräfte in Deutschland, die an Cloud-Projekten arbeiten, bezeichneten Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit und der Vertraulichkeit von Daten und Informationen als Haupthindernis für die Einführung generativer KI.

Auf globaler Ebene deuten die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass regulierte Branchen verstärkt die Sicherheitsrisiken abwägen, wenn sie den Einsatz von KI planen. Allerdings ist bei diesen Unternehmen der Anteil jener geringer, die einen formellen Ansatz für KI haben, als in anderen Branchen. 57 Prozent der Banken und Finanzmarktorganisationen, 54 Prozent der Versicherungsunternehmen und 54 Prozent der Institutionen aus dem Bereich Biowissenschaften/Pharma haben bisher einen formellen Ansatz für diese Technologie gewählt.

Für stark regulierte Branchen, die wichtige Daten schützen müssen, steht viel auf dem Spiel. Um Sicherheitslücken zu vermeiden, ist eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie, die Transparenz über die gesamte hybride Cloud-Infrastruktur hinweg bietet, für die Risikominderung unerlässlich.

3. Herausforderungen bei der Qualifikation überwinden

Der Bericht zeigt auch, dass die Qualifikationslücke bei Kenntnissen zu Cloud-Technologien nach wie vor ein Hindernis für eine breitere Einführung der Cloud ist. 52 Prozent der deutschen Entscheidungsträger sagen, dass fehlende Fachkenntnisse zu Cloud Technologien eine große Herausforderung darstellen (was unter dem weltweiten Durchschnitt von 58 Prozent liegt). 72 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben neue Stellen geschaffen, um den Bedarf an Cloud-Fachkenntnissen zu decken (was dem weltweiten Durchschnitt von 72 Prozent entspricht).

Global gesehen ist dieses Defizit innerhalb einzelner Branchen sogar noch größer: 79 Prozent in stark regulierten Branchen wie dem Bankwesen und den Finanzmärkten sowie 81 Prozent im Transport- und Reisegewerbe und 79 Prozent in der Chemie- und Erdölindustrie.

4. Nachhaltigkeitsinitiativen ins Rampenlicht stellen

In letzter Zeit wurde Nachhaltigkeit enger mit den Geschäftszielen verknüpft und zu einer höheren Priorität für Technologieinvestitionen in Unternehmen aller Branchen. Doch mit der zunehmenden Adaption generativer KI steigt auch die für KI-Workloads erforderliche Datenverarbeitung. Das kann Unternehmen, die ihre Treibhausgasemissionen reduzieren wollen, vor neue Herausforderungen stellen.

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Mit den richtigen Tools kann die Cloud den Unternehmen helfen, Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen, zu verwalten und darüber zu berichten – Partner und Dritte inbegriffen. Tatsächlich haben unsere Ergebnisse gezeigt, dass 43 Prozent der deutschen Entscheidungsträger bestätigen, dass sie die Cloud bereits nutzen, um Nachhaltigkeitsziele intern umzusetzen, zu verfolgen und zu verwalten.

Blick in die Zukunft

Da immer mehr Unternehmen mit der Einführung von KI beginnen, müssen sie sicherstellen, dass sie über die richtige Infrastruktur und die richtigen Talente verfügen. Unternehmen, die zu einer agilen, sicheren Datenstruktur mit einer hybriden Cloud-Architektur übergehen, werden wahrscheinlich die Gewinner von morgen sein – ausgestattet mit einer starken Grundlage, in der KI-getriebenen Landschaft von Morgen konkurrieren können.


* Der Autor Matthias Götz ist Technology Leader Public Cloud DACH bei IBM.

Bildquelle: IBM Deutschland GmbH

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