Definition: Modulare Bereitstellung von Finanzdienstleistungen Was ist Banking as a Service (BaaS)?

Von zeroshope 3 min Lesedauer

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Banking as a Service ist die Bezeichnung für die Bereitstellung modularer Softwarelösungen über das Internet, mit deren Hilfe Interessenten eigene Banking- und Finanz-Geschäftsmodelle online anbieten können.

Banking as a Service: modulare Software- und Leistungspakete für digitale Geschäftsmodelle im Bereich Banking und Finanzdienstleistungen, die von spezialisierten Technologie-Anbietern zur Verfügung gestellt werden.(Bild:  frei lizenziert © Gerd Altmann /  Pixabay)
Banking as a Service: modulare Software- und Leistungspakete für digitale Geschäftsmodelle im Bereich Banking und Finanzdienstleistungen, die von spezialisierten Technologie-Anbietern zur Verfügung gestellt werden.
(Bild: frei lizenziert © Gerd Altmann / Pixabay)

Banking-as-a-Service (BaaS) sorgt als Bezeichnung häufig für Verwechslungsgefahr. Aufgrund des breiten Software-as-a-Service-(SaaS)-Angebots wird es mit Online-Banking gleichgesetzt. Tatsächlich bewegt sich dieses Angebot jedoch nicht im Business-to-Consumer-Bereich (B2C), sondern in der Business-to-Business-Sparte (B2B). Es handelt sich um die Bereitstellung von Softwaremodulen über das Netz, die dazu gedacht sind, eigene digitale Geschäftsmodelle umzusetzen, die zum Bereich der Finanzdienstleistungen und des Bankings zählen.

Diese Angebote zählen beispielsweise zu Banking as a Service:

  • Vermögensverwaltung,
  • Kontoführung,
  • Mobile Banking,
  • Kreditwesen,
  • Personal Finance Management,
  • Zahlungsabwicklungen,
  • Beratungswesen.

Aus „Embedded Payments“ wurden „Embedded Finances“

Die Entwickler nutzen Module bzw. das „Baukastenprinzip“, damit jedes Unternehmen nach den eigenen Bedürfnissen Angebote integrieren können. Die meisten Endkunden sind unbewusst schon mit BaaS-Lösungen in Kontakt gekommen.

Die Einbindung von Zahlungsdienstleistern in Online-Shops erfolgt zumeist über Schnittstellen, die von einem Drittanbieter stammen. Ursprünglich sprach man diesbezüglich von „Embedded Payments“ bzw. von „eingebetteten Zahlungen“. Da weitere Finanzdienstleistungen hinzukamen, wuchs das Konzept zu „Embedded Finances“ bzw. „eingebettete Finanzen“. Durch die bewusste Umsetzung als Geschäftsmodell wurden die Embedded Finances zu BaaS.

Blick zurück: Banking as a Service ist das ehemalige White Label Banking

Banking as a Service ist seit geraumer Zeit verbreitet. Es trug allerdings lange einen anderen Namen. Früher war es unter dem Namen White Label Banking bekannt. Dabei handelte es sich um Fintechs mit Bankenlizenz, die für Partner ohne entsprechende Genehmigung Softwarelösungen entwickelten. Die eigentliche Bank sollte dabei unbedingt im Hintergrund bleiben. White Label lässt sich frei mit „unbeschriebenes Blatt“ übersetzen.

Dies hat sich geändert. Einige der Anbieter haben sich einen ausgezeichneten Namen erworben, der bei Endkunden für Vertrauen sorgt. Entsprechend erfolgte der Wechsel zu Banking as a Service, bei dem die Herkunft der Module deutlich erkennbar ist. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es keine White Label-Umsetzungen mehr geben würde. Dies kommt auf den individuellen Fall an.

Die Vorteile von Banking as a Service:

  • keine eigenen Entwicklungskosten,
  • Softwaremodule flexibel an den eigenen Bedarf anpassbar,
  • keine eigene Bankenlizenz notwendig,
  • technische Innovationen schnell integrierbar,
  • verbesserte Kundenerfahrungen.

Die Nachteile von BaaS:

  • regelmäßige Kosten durch monatliche Abrechnungen,
  • extrem sensible Daten laufen über Fremdanbieter-Lösungen,
  • rechtlich und regulatorisch komplex für Unternehmen ohne eigene Bankenlizenz.

Open Banking als Fundament

Unverzichtbar für Banking as a Service ist das sogenannte Open Banking, das vielerorts auch sprachlich mit BaaS vermischt wird. Dabei handelt es sich um eine der rechtlichen Grundlagen. Open Banking ist die Bezeichnung für die gesetzliche Verpflichtung von Banken, anderen Finanzdienstleistern Zugang zu ihren Kundendaten zu ermöglichen, damit diese Anbieter über ihre Schnittstellen in deren Namen Transaktionen durchführen können. Die BaaS-Anbieter benötigen also Open Banking, damit ihre Module überhaupt funktionieren.

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