Definition: Analytische Bewertung des Cloud-Reifegrades Was bedeutet Migration Readiness Assessment (MRA)?

Von zeroshope 3 min Lesedauer

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Der Begriff Migration Readiness Assessment (MRA) beschreibt eine analytische Einschätzung darüber, wie weit der Umzug der IT eines Unternehmens in die Cloud vollzogen ist. Diese Statuserhebung informiert über aktuelle Stärken und Schwächen.

Migration Readiness Assessment beschreibt die Evaluierung, wie weit ein Unternehmen auf seinem Weg in die Cloud fortgeschritten ist.(Bild:  frei lizenziert © Gerd Altmann /  Pixabay)
Migration Readiness Assessment beschreibt die Evaluierung, wie weit ein Unternehmen auf seinem Weg in die Cloud fortgeschritten ist.
(Bild: frei lizenziert © Gerd Altmann / Pixabay)

Migration Readiness Assessment (MRA - „Einschätzung der Bereitschaft für die Migration“) ist der Fachbegriff für die Analyse, wo sich ein Unternehmen derzeit auf seiner sogenannten „Cloud-Reise“ befindet. Dies bedeutet, es beschreibt den Status des Umzuges der eigenen IT in die Cloud.

Ursprünglich war das dahinterstehende Konzept vor allem mit den Amazon Web Services (AWS) verknüpft, die es entwickelt und den Namen gewählt hatten. Inzwischen bieten aber praktisch alle größeren Cloud-Anbieter Variationen an. Spezialisierte Dienstleister können als Drittpartner zudem ebenfalls die Aufgabe übernehmen. Die AWS haben für diese Aufgabe einige Anbieter zertifiziert.

Die Grundzüge des Migration Readiness Assessments (MRA)

Da das MRA der AWS das Ursprungskonzept war, soll es hier exemplarisch für die weiteren Erläuterungen dienen. Dabei handelt es sich um eine Analyse, die durch einen eintägigen Workshop mit dem gesamten Team stattfindet. Dies bedeutet, der MRA-Partner stellt Experten ab, die gemeinsam mit dem fraglichen Unternehmen am Migrationsplan arbeiten. Dabei sollen der Ist-Zustand und mögliche Hemmnisse identifiziert werden. Der Workshop basiert auf den folgenden Bausteinen:

  • Fragebogen zu den Bereichen organisatorische und technische Befähigung: Antworten erfolgen durch die Angabe eines Scores.
  • Einschätzung, ob ein „Lift and Shift“-Umzug (genaue Kopie der bisherigen Lösung in der Cloud) sinnvoll ist: Dies kann beispielsweise nicht der Fall sein, wenn spezielle Daten nicht in der Cloud gespeichert werden dürfen.
  • Bewertung, ob alle Beteiligten den Migrationsprozess vollständig verstehen.
  • Gemeinsame Anpassung des Migrationsplans.

Durch den Workshop gewinnen die Experten ein Bild davon, wie „bereit“ das Unternehmen ist, seine digitalen Prozesse in die Cloud auszulagern. Sie nutzen diese Analyse, um einen Aktionsplan zu erstellen, wie das weitere Vorgehen aussehen sollte. Durchführende Drittanbieter bleiben oft auch für die folgenden Arbeitsschritte an der Seite des Unternehmens und helfen bei der konkreten Umsetzung. Die schriftliche Analyse mit Aktionsplan heißt „Assessment Report“. Als Visualisierung ist in vielen Fällen ein Spinnennetzdiagramm dabei, dass die Ergebnisse für alle Unternehmensbereiche veranschaulicht.

Position des MRA im AWS-Konzept

Die AWS teilen den Prozess der Migration in drei Phasen auf, die sie „analysieren, mobilisieren und modernisieren“ nennen. Um diese möglich effizient durchzuführen, haben sie das Migration Acceleration Program (MAP - „Umzugsbeschleunigungsprogramm“) entwickelt. Dieses umfasst alle drei Phasen. Da MRA einen deutlich erkennbaren analytischen Schwerpunkt haben, zählen sie also zur ersten Phase.

Vorteile des Migration Readiness Assessments (MRA)

Das MRA bietet folgende Vorteile:

  • Übersicht über Stärken und Schwächen mit Blick auf die Cloud-Migration.
  • Einbindung des Teams, was die Konsensbildung erleichtert und die Bildung von Widerständen verhindert.
  • Einschätzung der Praktikabilität der Migrationsziele.

Nachteile des Migration Readiness Assessments

Das MRA ist nicht kostenlos. Vierstellige Beträge für den eintägigen Workshop sind die Regel. Der ohnehin nicht günstige Umzug in die Cloud wird auf diese Weise noch teurer. Zudem kann als Ergebnis der Einschätzung stehen, dass die Migration nicht empfehlenswert ist. Müssen Arbeitsprozesse beispielsweise komplett neugestaltet werden, um weiterhin Compliance-Richtlinien zu erfüllen, kann dies das Ergebnis sein.

Überdies kann der Workshop das Gefühl der Überforderung bei einigen Team-Mitgliedern auslösen. Es ist deshalb empfehlenswert, schon die Planung des Workshops eng mit dem ausgesuchten Partner vorzunehmen.

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