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Vom gläsernen Verbraucher zum gläsernen Dienstleister Trendanalyse erklärt Cloud

Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Die Denkfabrik "2b.AHEAD ThinkTank" will den unverstandenen Megatrend Cloud erklären und eine Dystopie voller gläserner Anwender mit unkonventionellen Zukunftsregeln auflösen.

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Trendforscher meinen: Vertrauen entscheidet den Verteilungskampf um das "Betriebssystem unseres Lebens".
Trendforscher meinen: Vertrauen entscheidet den Verteilungskampf um das "Betriebssystem unseres Lebens".

Die Cloud ist ein unverstandener Megatrend, sagt Sven Gábor Jánszky, seines Zeichens studierter Politikwissenschaftler und Journalist. In der Rolle als Trendforscher für die Denkfabrik "2b.AHEAD ThinkTank" erklärt Jánszky den "respektablen Regelbruch innerhalb der bisherigen IT-Logiken" und nennt Unternehmen wirtschaftliche Erfolgsrezepte.

"Wenn plötzlich Daten und Programme nicht mehr auf dem eigenen Gerät abgelegt werden sollen", so Jánszky, "dann verändert dies zwangsläufig die Funktionsweisen der Geschäftsmodelle und die Denkweisen der Käufer und Verkäufer!" Mit seiner Feststellung ignoriert der Trendforscher klassische Client-Server-Modelle und beschreibt sogleich ein Internet der (mobilen) Dinge und Sensoren. Heutige Smartphones und Apps seien lediglich ein Vorgeschmack auf "iMirror, iTable und iWall". Die Verbindungen zwischen den Gadgets nennt der Trendforscher "Betriebssystem unseres Lebens". Unternehmen die dieses Betriebssystem – also die Cloud – kontrollieren, erhalten eine größere strategische Macht, können Bedürfnisse des Kunden erkennen und individuelle Kundenwünsche prognostizieren – noch bevor sie ausgesprochen worden.

So sehr derlei transparente Kunden und ein von Jánszky heraufbeschworener Verteilungskampf um das "Betriebssystem unseres Lebens" an Orwell''sche Fiktion erinnern, so fiktiv dürften Jánzskys Lösungsansätze zunächst erscheinen. Der Journalist setzt dabei auf ein Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und Anbieter.

Mächtige Verbraucher

Anbieter sollen Kundendaten nicht weiterverkaufen und nur verwenden, um Anwendern einen „Zusatznutzen“ zu bieten. Der propagierte, mündige Verbraucher soll geradezu alles mit seinen von Unternehmen gesammelten Daten anstellen: Die Daten selbst sowie daraus erstellte Prognosen einsehen, Informationen zurücksetzen oder ganz löschen und Daten zu anderen Cloud-Anbietern mitnehmen.

Diesen radikalen Ansatz schränkt Jánszky schließlich ein und laviert: "[...] diese Offenheit einer Cloud gegenüber anderen Cloudsystemen mag zeitweise gegen das strategische Interesse des Cloudanbieters gehen. Wir werden aus diesem Grund sowohl stark geschlossene als auch offene Cloudkonzepte sehen. Vermutlich haben beide ihre Berechtigung und ihre Zielgruppen."

Standards und Schnittstellen

Für Unternehmen, die dennoch auf komplette Offenheit setzen, brauche es aber neue Standards und Schnittstellen. Diese müssten dann auch "realtime gemessene Bewegungsdaten sowie die gezogenen Schlussfolgerungen der Prognostik- und Business Intelligence Systeme" abdecken.

Jánszkys komplette Trendanalyse "Der unverstandene Megatrend: Die Zukunft der Cloud" ist online verfügbar.

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