Seit Beginn der Pandemie haben viele IT-Verantwortliche weitreichende Entscheidungen zur Agilität ihres Unternehmens getroffen – zum einen, um die unmittelbaren Herausforderungen von COVID-19 zu bewältigen und zum anderen, um eine stabile Grundlage für das künftige Arbeiten zu schaffen.
Der Wechsel in die Cloud bietet Unternehmen die Möglichkeit, echte Flexibilität und Agilität zu erleben. Dieser Wechsel macht den Weg frei für Innovation.
Die Cloud spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, ein agiles Arbeiten zu ermöglichen. Unternehmen, die schon vor Corona mit der Umstellung auf eine Public-Cloud begonnen haben, profitieren unmittelbar von der Möglichkeit, je nach Bedarf schnell hoch- oder herunter zu skalieren. So können sie ihre IT-Systeme in Echtzeit an die aktuellen Geschäftsanforderungen anpassen.
Die zunehmenden Investitionen in Cloud-Infrastrukturen und -Services sind jedoch nicht erst durch die Pandemie entstanden. Eine Umfrage unter mehr als 500 IT-Führungskräften in der EMEA-Region ergab, dass vor der Pandemie 67 Prozent entweder im Begriff waren oder planten, im Jahr 2020 auf ein Multi- oder Hybrid-Cloud-Modell umzusteigen. Rund 74 Prozent hatten bereits mit der Entwicklung cloud-basierter Lösungen begonnen oder diese geplant. Innerhalb des letzten Jahres haben diese Schritte maßgeblich an Bedeutung gewonnen und die Nachfrage beschleunigt: Drei Viertel der Befragten gaben an, dass die jüngsten Ereignisse sie dazu veranlasst haben, diese Projekte vorzuziehen (73 bzw. 76 Prozent).
Der Weg ist frei für Innovation
Der Wechsel in die Cloud bietet Unternehmen die Möglichkeit, echte Flexibilität und Agilität zu erleben. Dieser Wechsel macht den Weg frei für Innovation. Die Cloud transformiert IT-Umgebungen und -Prozesse. Das ermöglicht es Unternehmen, neue Technologien wie das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen einzuführen. Zudem bietet sie die Möglichkeit, Automatisierungen zu nutzen, um sich selbstreparierende, automatisch skalierende Anwendungen zu erstellen, die nicht den gängigen Serverbeschränkungen unterliegen. Dies wiederum erlaubt eine intelligente Skalierung, die dabei hilft, die Infrastrukturressourcen mit dem Bedarf in Einklang zu bringen.
Innovation war einer der größten Treiber für Aramex, einen weltweit führenden Anbieter von umfassenden Logistik- und Transportlösungen. Die Neugestaltung und Weiterentwicklung der IT-Umgebung hatten oberste Priorität. Die IT-Umgebung wurde jedoch on-premise genutzt. Durch diese Abhängigkeit und veraltete Kernprodukte konnte das Unternehmen nicht flexibel auf sich ändernde Verbrauchertrends reagieren.
Cloud-native Prozesse sind ein wesentlicher Bestandteil, um Effizienz und Produktivität zu optimieren. So können Unternehmen beispielsweise neue Möglichkeiten zur Vermeidung veralteter, ineffizienter oder manueller Prozesse aufdecken. Das erhöht nicht nur die Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit, sondern ist auch ein integraler Baustein bei der Etablierung eines agileren Produktentwicklungsprozesses und der Beschleunigung von Releases. Ein wichtiger Punkt im Rahmen der Migration zu AWS bei Aramex war es, sicherzustellen, dass alle Cloud-Anwendungen native sind – sie sollten nicht als Legacy-Produkte in die Cloud transferiert und verschoben werden. Aramex und Rackspace Technology entwickeln nun eine neue cloud-basierte Architektur, die für mehr als 60 Anwendungen nutzbar sein wird.
Auch Relay42 wollte Cloud-native werden: Der Antrieb war die Nutzung neuester Services von AWS, um die Spitzenstellung des Unternehmens bei der Personalisierung von Daten zu halten. Das Datenmanagement-Unternehmen verwendet bereits künstliche Intelligenz, um bis zu 500.000 personalisierte Kundendatenereignisse pro Sekunde zu übermitteln. Cloud-native Tools sind der Schlüssel zur Bereitstellung von Daten in großem Umfang für Millionen von Kunden und bei Milliarden von Touchpoints.
Inzwischen erkennen Unternehmen den Wert von Cloud-nativen Tools und Prozessen. Die oben genannte Umfrage ergab außerdem, dass fast alle der befragten IT-Entscheider entweder aktiv Cloud-native Tools und Prozesse nutzen (51 Prozent) oder deren Einführung in ihrem Unternehmen in Erwägung ziehen (47 Prozent).
Chancen statt Hindernisse
Es gibt nach wie vor einige Fälle, in denen IT-Teams besser mit Legacy-Technologien oder anderen Modellen vertraut sind. Das führt oftmals zu einer Kompetenzlücke, die Unternehmen daran hindert, in die Cloud zu wechseln. Gründe dafür können sein, dass eine Aufstockung oder Umschulung als Belastung des Budgets angesehen wird oder fehlende Kenntnisse und Fähigkeiten für die Migration von Legacy- zu Cloud-Plattformen sowie die anschließende Optimierung und Verwaltung. Das sollte jedoch nicht als unüberwindbare Hürde für Unternehmen angesehen werden. Professional-Services-Berater bieten den nötigen Support für Migrationen und die Implementierung von Lösungen. Sie arbeiten mit internen Teams zusammen, beraten und unterstützen Unternehmen beim kulturellen Wandel, der für die Transformation zu neuen Wegen in der IT-Verwaltung erforderlich ist.
Stand: 08.12.2025
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Nicht alle Unternehmen sind sofort startklar für den direkten Wechsel zu einer vollständigen Cloud-native Organisation. Ein Verständnis des Ansatzes und seiner potenziellen Vorteile ist aber für alle IT-Verantwortlichen von Nutzen, insbesondere beim Schaffen einer Cloud-Umgebung, die einem Unternehmen jetzt und in Zukunft dienen soll. Ganz gleich, ob sie den Sprung wagen und Teile der IT-Infrastruktur in ihre Hybrid- oder Multi-Cloud-Strategie aufnehmen – der Wert, den Cloud-native Praktiken für ein Unternehmen bringen, kann nur größer werden. Das gilt vor allem, wenn Agilität, Innovation und Produktivität für den Geschäftserfolg und den wirtschaftlichen Vorsprung entscheidend sind.
Simon Bennett, Rackspace Technology.
(Bild: Rackspace Technology)
* Der Autor Simon Bennett ist Chief Technical Officer für die EMEA-Regionen bei Rackspace Technology. Sein Ziel ist es, den Kunden mit hochklassigen Multi-Cloud-Lösungen und -Services einen Mehrwert zu bieten. Bennet war etwas mehr als 20 Jahre in der Geschäftsleitung bei IBM tätig. Dort war er zuletzt für technische Pre-Sales und den detaillierten Lösungs-Support für strategische Deals im Bereich Technologiedienstleistungen zuständig.