Software und Add-Ons kommen in die Cloud

Sage erfindet sich als reine SaaS-Company neu

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Bei Sage setzt man voll auf die angehende SaaS-Ära.
Bei Sage setzt man voll auf die angehende SaaS-Ära. (Bild: © teguhjatipras - stock.adobe.com)

Der Weg von „On-Prem“ über „Cloud-connected“ bis hin zu „Cloud-native“ ist bei Sage klar vorgezeichnet. Was Reseller und unabhängige Entwickler im ehemaligen „Sage KHK“-, dem aktuellen„Sage 100cloud Plus“-Umfeld angeht: Sie können aufatmen.

1997 startete Sage auf dem deutschen Markt mit der Übernahme des Software-Hauses KHK und dessen verbreiteter Lösung „Officeline“. Inzwischen wurde die Software in „Sage 100cloud Plus“ umbenannt und ist im deutschen Mittelstand stark vertreten. „Dieses Produkt hat den größten Anteil an unseren Umsätzen in Deutschland. Insofern sind Grundsatzentscheidungen, welche Wege wir mit dieser Software beschreiten wollen, von zentraler Bedeutung für unser hiesiges Geschäft“, sagt Andreas Zipser, Managing Director Central Europe bei Sage.

So viel vorab: Der Sage-KHK-Nachfolger soll als natives Cloud-Produkt auf den Markt gebracht werden. Dabei wird ein eigenes Entwicklerteam die bisherige Desktop-Lösung weiterentwickeln – inklusive der rund 200 Add-Ons im App-Store und inklusive einer Möglichkeit für Sage-Partner, ihre ursprünglich für den On-Premises-Bereich konzipierten Apps, in die Cloud-Welt zu überführen. „Bestehende Entwicklungen und Programmierungen können also auch mit der neuen nativen Cloud-Version weiterverwendet werden – das ist für die Entwickler-Community naturgemäß eine sehr wichtige Information“, betont der Manager.

Grundlegender Strategiewechsel

Im Herbst 2018 wurde der damalige CFO, Steve Hare, zum CEO der Sage Group befördert. Der Aktienwert von Sage ist in den folgenden Monaten um fast 30 Prozent gestiegen. Der Grund hierfür war die Ankündigung des grundlegenden Strategiewechsels, Sage als reine SaaS-Company zu positionieren. Der Weg dorthin sollte jedoch in den einzelnen Ländern entsprechend der jeweiligen Marktsituationen unterschiedlich sein. Insofern war nicht ganz klar, welche Pfade mit „Sage 100cloud Plus“ eingeschlagen werden. Nun steht fest: „Es wird im Design und in der User Experience ein paar Verbesserungen geben, aber das Look-and-Feel soll so bleiben wie gewohnt. Die Software wird dann allerdings komplett browserbasiert und vollständig über den Webbrowser bedienbar sein.“

Disruptive Technologie

Andreas Zipser, Managing Director Central Europe, Sage
Andreas Zipser, Managing Director Central Europe, Sage (Bild: Sage)

Dass man den Weg in die Cloud robust beschreitet, hat seine Gründe: „Kleine und mittlere Betriebe haben inzwischen erkannt, dass für den Betrieb eines sicheren Rechenzentrums spezielles Knowhow und IT-Infrastrukturen nötig sind, welche die eigenen Kapazitäten überschreiten“, so Zipser. „Aus diesem Grund geben immer mehr Unternehmen diese Aufgaben in die Hände spezialisierter Betreiber.“ Die Zeit, in der Unternehmen hybride IT-Architekturen im Einsatz haben, wird zwar noch eine Weile anhalten, postuliert der Sage-Manager. Cloud Computing sei eine disruptive Technologie, die sich in letzter Konsequenz auf dem Markt durchsetzen wird, ist der Zentraleuropachef bei Sage überzeugt. „Aus unserer Sicht werden spätestens 2030 bis auf Ausnahmen – beispielsweise im Freeware-Bereich – beim kommerziellen Einsatz von Software On-Premise-Architekturen keine nennenswerte Rolle mehr spielen.“

Übergangslösungen

Im Rahmen der SaaS-Strategie setzt Sage neben nativen Public-Cloud-Lösungen auch auf Software, die – beispielsweise aus Datensicherheitsgründen – in einer Private Cloud betrieben werden kann. Zusätzlich sind für die Übergangsphase in die „Cloud-Native-Welt“ noch On-Premises-Systeme im Angebot, die „cloud connected“ sind. Dahinter steht der Ansatz, dass verbreitete Cloud-Services, beispielsweise Office365 oder die Zahlungsdienste Paypal und Stripe, von Haus aus in die Desktop-Lösungen eingebunden sind. Den Anwendern wird über weitere APIs die Möglichkeit geboten, zusätzliche Applikationen aus der Cloud – beispielsweise Webshops – zu integrieren. „Auf diese Weise ermöglichen wir dem Anwender von On-Premise-Software den sanften und schrittweisen Einstieg in die Cloud“, ist Zipser überzeugt. Bei der verbleibenden On-Prem-Software wurde zudem weitgehend vom Lizenzmodell auf Subskription umgestellt.

Multi Cloud: Kommt 2020 der große Durchbruch?

Interview mit dem neuen Managing Director Central Europe von Sage, Andreas Zipser

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15.11.18 - Sage war lange als Experte für ERP im Mittelstand bekannt. Das Unternehmen will heute eher als „Technologieführer für Cloud-basierte Unternehmenslösungen“ wahrgenommen werden. Da passt ins Bild, dass der frisch berufene Managing Director Central Europe Andreas Zipser „Innovation und Cloud Computing im Mittelstand“ zu seinen besonderen Anliegen zählt. Wir haben ihn zur neusten Studie von IDC zur Cloud-Nutzung in Deutschland befragt und wollten seine Erfahrungen mit den deutschen Mittelständlern hören. lesen

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