Die Datenflut und die vielen -Silos machen es den Unternehmen zu schaffen. Nach und nach nimmt das Chaos die Überhand. Cohesity, ein Unicorn der VC-Sparte der Siemens-Gruppe, will eine Lösung entwickelt haben: eine „kohärente“ Multi-Cloud-Plattform, um Datenfragmentierung zu beenden.
Das Cloud-Startup Cohesity aus dem kalifornischen San Jose arbeitet mit ihrer Multi-Cloud-Datenplattform Helios gegen die schleichende Datenfragmentierung.
(Bild: Elnur - stock.adobe.com)
Wertschöpfung aus fragmentierten Daten verteilter Arbeitslasten ist für Unternehmen ein wahrer Albtraum. Datenströme von Edge bis hin zur Cloud versenken die Unternehmens-IT in einem unüberschaubaren Flickenteppich aus Datensilos, von SQL über NoSQL bis hin zu Daten im Transport. Backups gehen ans Geld und multiplizieren das Chaos. Die Wiederherstellung geht an die Substanz: Sie läuft nicht schnell genug ins Ziel.
Cohesity ist ein Unicorn im Portfolio von Next47, der Münchener Venture-Capital-Sparte von Siemens. In der Abbildung: Siemens-Zentrale in München.
(Bild: Siemens AG)
„Unternehmen müssen das Problem der massenhaften Datenfragmentierung [unbedingt] anpacken“ rät Mike O´Rourke, IT-Direktor bei Lighthouse Ressources. Sein Unternehmen hat sich auf Güterexporte „at scale“ spezialisiert und versteht etwas von großen Maßstäben. „Zu verstehen, wo sich Ihre Daten befinden, ist ein entscheidender Schritt, um sie von einem Problem in einen Wettbewerbsvorteil umzuwandeln“, führt er weiter aus. Lighthouse zählt zu den Vorzeigekunden von Cohesity.
Cohesity, ein Cloud-Startup aus dem kalifornischen San Jose, will der teuren Datenfragmentierung ein für alle Mal ein Ende setzen. Mit der Flaggschiff-Plattform Helios möchte das Unternehmen eine Ransomware-resistente multi-cloud-fähige Datenmanagementplattform geschaffen haben. So sollen Unternehmen dem Daten-Chaos entkommen.
Helio(s)zentrisch bzw. Helios im Zentrum
Die Multi-Cloud-Datenplattform Helios, eine softwaredefinierte logische Datenverwaltungsebene, soll der schleichenden Datenfragmentierung Einhalt gebieten. Die Lösung vereint unsichtbar alle Datensilos und gibt dem Unternehmen ein zentrales Schaltpult (Engl. „single pane of glass“) an die Hand.
Storage-Bestände unternehmenskritischer Arbeitslasten sind nur die Spitze des Eisbergs der „Datenvorräte“; ungeahnter Mehrwert schlummert laut Cohesity in den fragmentierten Sekundärdatenbeständen, Stichwort: Dark Data.
(Bild: Cohesity)
Als einzige Plattform vermittelt sie zwischen Edge-Standorten, Datencentern und Public Clouds. Sie erkennt Datenreplikas, die im Unternehmen ihr teures Dasein vor sich hinfristen, und ersetzt sie durch geklonte Kopien, die in der Gewinn-und-Verlustrechnung keinen Kostenabdruck hinterlassen. Sie kann sämtliche verteile NoSQL-Datenbanken, Bereitstellungen von HDFS (Hadoop Distributed File System), Kubernetes-Namensräume und -Daten und SaaS-Umgebunden einschließlich Microsoft Office 365 Exchange Online und OneDrive unter einen Hut bringen und setzt hierbei auf proaktive Verteidigung vor Ransomware.
Zu den Nutzern der Plattform zählen über 300 Finanzinstitute, zwei der Top-5-Unternehmen von der Fortune 500-Liste und drei der fünf größten Pharmakonzerne der Welt. Die Resultate für die Nutzer können sich sehen lassen und in vielen Fällen auch in Zahlen ausdrücken: Novartis konnte seine IT-Ausgaben für Datencenter mit Cohesity und AWS halbieren. West Lotto hat den Zeitaufwand für Backup und Wiederherstellung eines unternehmenskritischen Glücksspiel-Transaktionsservers um 98 Prozent gesenkt von mehr als einem Tag auf gut 15 Minuten.
Siemens nutzt Cohesity für das globale Datenmanagement
Neuerdings hat sich der traditionsreiche deutsche Technologiekonzern Siemens zu den Vorzeigekunden dazugesellt. Cohesity ist im Übrigen ein Unicorn im Portfolio von Next47, der Münchener Venture-Capital-Sparte von Siemens. Die Entscheidung fiel im September 2020 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit dem Sicherheitsspezialisten Atos. Siemens will fortan sowohl den Schutz von mehr als 300 Windows-Servern in 39 Ländern als auch die Langzeitarchivierung von Konzerndaten in der Schweiz der Cohesity-Plattform anvertrauen.
Die Technologieführerschaft der Siemens-Gruppe bedarf sicherlich in keinem Industrieland einer besonderen Erläuterung, aber nur so der Vollständigkeit halber: Das Unternehmen ist ein globales Schwergewicht in einer Vielzahl von Geschäftsfeldern von digitalen Industrien über smarte Infrastrukturen bis hin zur Mobilität. Lösungen von Cohesity sollen die Anforderungen von Siemens in den Bereichen Backup und Recovery, Datenspeicherung und Langzeitarchivierung vollauf erfüllen.
Architektur des verteilten Cloud-Dateisystems SpanFS von Cohesity.
(Bild: Cohesity)
„Der zukunftssichere Ansatz von Cohesity für das Datenmanagement hat uns von Anfang an überzeugt“, erklärt Frederik Janssen, Leiter von Siemens IT Strategy & Governance. Dank der in Cohesity integrierten Datenkomprimierungs- und De-Duplizierungs-Technologien biete die Lösung „optimale Möglichkeiten zur Datensicherung im weltweiten Siemens-Netzwerk, selbst in Niederlassungen mit geringer Bandbreite“.
Der Siemens AG lag es vor allem daran, nicht nur eine moderne Technologie einzusetzen, sondern auch daran, dass diese konzernweit leicht und intuitiv zu bedienen ist. Janssen bringt die Meinung von Siemens zur Cohesity-Lösung folgendermaßen auf den Punkt: „Wir profitieren von einer zentralen, einfach zu bedienenden Steuerung, die auch Zweigstellen einbezieht, sodass wir nicht unbedingt überall IT-Experten vor Ort schicken müssen.“
Stand: 08.12.2025
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Einfach, genial
Simplizität ist anscheinend ein wesentlicher Teil des Erfolgsrezepts. Mit Cloud-nativen Lösungen von Cohesity für softwaredefinierten Speicher sei das Sichern, Verwalten und Verwerten von Daten für Unternehmen „ein Kinderspiel“, verspricht Mohit Aron, Gründer und CEO von Cohesity. Diese Simplizität der Verwaltung tut jedoch der Leistungsfähigkeit der Plattform keinen Abbruch. Helios setzt auf einem speziellen Cloud-Dateisystem auf: SpanFS. Es kommt ohne einen Master-Knoten aus, hat keinen Single Point of Failure und keinen Flaschenhals. Es ist softwaredefiniert auf x86. Es unterstützt Zugriffe via NFS, SMB und S3 und trumpft mit der Fähigkeit zum Upgrade im laufenden Betrieb.
Zufällige und sequenzielle Lese-/Schreibleistung des Cloud-Dateisystems SpanFS von Cohesity: SpanFS skaliert linear, in der Abbildung auf Clustern von 8 bis 256 Knoten auf Microsoft Azure.
(Bild: Cohesity)
Dank einer Technologie namens SnapTree kann SpanFS eine unbeschränkte Anzahl verteilter Snapshots ohne Performance-Einbußen handhaben. Es bietet unbeschränkte Geo-Replikation sowie starke, standardkonforme Verschlüsselung. Damit, so unsere Einschätzung, ist Helios ein Cloud-Dateisystem der ersten Güte und das einzige, welches alle Anwendungsfälle für Sekundärspeicher im Cloud-Maßstab abdeckt und das Beste aus Unternehmens- und Cloud-Stacks zusammenbringen kann.
Erfolgsbilanz: ausgezeichnet
Auf den ersten Blick scheint es, als ob sich Cohesity vielleicht doch etwas zu viel vorgenommen hätte. Das Unternehmen hat sich auf Sekundärspeicher spezialisiert. (ein Sekundärspeicher ist ein Datenspeicher für sekundäre Arbeitslasten). Es hat sich mit Lösungen rund um File-Storage sowie Backup und Archivierung breiter aufgestellt. Aber Unternehmen in diesem Bereich gibt es in Hülle und Fülle. Der Hype bläst Cohesity starken Wind entgegen. Nach der Finanzierungsrunde Nummer E bereitet sich der Unicorn gerade auf seinen Börsengang vor. Im Kontext der soliden Erfolgsbilanz scheint der Hype um das Unternehmen durchaus gerechtfertigt.
Cohesity wurde vergangenes Jahr zum zweiten Mal in Folge in die prestigeträchtige Forbes Cloud 100 aufgenommen, die „definitive Rangliste“ der 100 besten privaten Cloud-Unternehmen der Welt. Die Rangliste wird von Forbes in Zusammenarbeit mit Bessemer Venture Partners und Salesforce Ventures veröffentlicht. Cohesity positioniert sich darin weiterhin als Innovator, Disruptor und Marktführer.
Auch der Werdegang des Unternehmensgründers, Mohit Aron, erweckt Vertrauen in die Datenmanagementkünste des kalifornischen Startups. Aron ist studierter Ingenieur, Experte für Storage und verteilte Systeme. Unter anderem eben aus seiner Feder stammt das verteilte Dateisystem des bisherigen Weltmarktführers Google. Nach seinem Weggang dort gründete Aron das Unternehmen Nutanix und hat in seiner Rolle als CTO in den Folgejahren die Entwicklung von softwaredefiniertem Speicher und hyperkonvergenten Systemen entscheidend mitgeprägt.
Arons Beitrag an zahllosen Patenten von Google, Nutanix, Cohesity und Teradata ist gut dokumentiert. Seine Kompetenz kann das Vertrauen namhafter Venture Capital-Firmen wie Sequioa und Vision Fund sicherlich begründen genauso wie das Vertrauen der Nutzer in die Datenplattform.
Analystenhäuser geben grünes Licht
„Das Private-Cloud-Ökosystem reift angesichts des rasanten digitalen Wandels weiter und macht den Wettbewerb um einen der begehrten Plätze auf der Cloud-100-Liste stärker denn je“, kommentierte Byron Deeter, Partner bei Bessemer Venture Partners. Der Marktwert von Cloud-Startups würde immer stärker zunehmen, da der Bedarf nach diesen Lösungen auf Wachstumskurs sei, so Deeter. Allein in den letzten fünf Jahren sei der durchschnittliche Marktwert der Cloud 100 auf das 2,5-fache angestiegen, von 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2016 auf 2,7 Milliarden US-Dollar im Jahre 2020. Die Marktvaluierung von Cohesity hat in nur einem Jahr um 48 Prozent zugelegt.
Neben der Anerkennung durch Forbes erhielt Cohesity Lob in diversen Analyseberichten. Im Gartner Magic Quadrant for Data Center Backup and Recovery Solutions fungiert das Startup als einer der Technologieführer. Auch in dem Report „The Forrester Wave: Data Resiliency Solutions und im GigaOm Radar for Unstructured Data Management“ konnte sich das Unternehmen als Leader positionieren. Im Jahr 2021 gab es Lob von den Nutzern: Gartner Peer Insights „Voice of the Customer“ erkannte das Unternehmen in der Kategorie „Verteilte Dateisysteme und Objektspeicher“ als Kundenwahl an.
In der „beispiellosen Zeit“ der Pandemie sei die Digitalisierung ein dringendes Gebot, glaubt Matt Garratt, Managing Partner bei Salesforce Ventures. „Das Innovationstempo beschleunigt sich“, so Garratt weiter. Unternehmen rund um den Globus, in allen Branchen, müssten aus seiner Sicht „unbedingt“ Cloud-Technologien einsetzen, um ihre digitale Transformation voranzutreiben. Die Chancen für die Cloud seien „gewaltig“. Es gäbe heute mehr als 25 börsennotierte SaaS-Unternehmen mit einem Wert von über 10 Milliarden US-Dollar, während es vor fünf Jahren nur drei waren. Cohesity zähle zu denjenigen, die nicht nur einen Vorgeschmack geben auf das, was kommen dürfte, sondern selbst daran arbeiteten, die Zukunft zu gestalten.
Fazit der Autoren
Ihre beispiellose Flexibilität verdankt die Daten-Multi-Cloud Cohesity dem Cloud-Dateisystem SpanFS und einer kräftigen Dosis Pragmatismus. Beides kann die Wirtschaft durchaus gut gebrauchen.
* Das Autorenduo Anna Kobylinska und Filipe Pereira Martins arbeitet für McKinley Denali Inc. (USA).