Interview zum 25. Geburtstag von Microsoft Office

Quo vadis, Büroarbeit? - Die Zukunft der Wissensorganisation

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Was sind aus Unternehmer-Sicht die Vorteile eines vernetzten, mobilen Office?

Dr. Hübschen: Das mittlere Management profitiert durch geringeren Koordinationsaufwand. Vorgesetzte ermöglichen ihren Beschäftigten durch Office in der Cloud mehr Verantwortung und Initiative zu übernehmen. Dadurch können diese schneller agieren und Aufgaben mit weniger Reibungsverlusten erledigen. Das Gesamtunternehmen profitiert durch bessere betriebswirtschaftliche Kennziffern, weil es schneller auf Marktbewegungen reagieren kann und näher am Kunden ist. Unternehmen wie RWE und BASF rüsten dementsprechend um. Heute vertrauen mehr als zwei Drittel der DAX-30-Konzerne in Deutschland auf die Microsoft Cloud – Tendenz steigend.

Für Großunternehmen mit Finanzpower ist es leichter zu verkraften, die Büro-IT zu modernisieren. Werden die kleinen Unternehmen abgehängt?

Dr. Hübschen: Absolut nicht. Der Vorzug von Cloud-IT ist ja gerade, dass sie flexibel skalierbar ist und mit dem Unternehmen wächst. Man braucht nicht mehr Ressourcen zu beschaffen als man eben wirklich braucht. Man kann sich aufs Kerngeschäft konzentrieren. Wir wissen von vielen Unternehmen, die ihre Verwaltungskosten schlank kalkulieren müssen, dass sie Office 365, Sharepoint, Yammer, Lync und andere Cloud-Produkte für ihre Wissensorganisation nutzen. Dazu zählen Werbeagenturen, Fachzeitschriftenverlage aber auch Hilfsorganisationen wie der Malteser Hilfsdienst, der seine ehrenamtlichen Tätigkeiten mit Microsoft SharePoint organisiert.

Kommen wir zurück auf das Thema „Arbeitskultur“. Was steckt hinter dem „Manifest für ein neues Arbeiten“?

Dr. Hübschen: Zur aktuellen Debatte, wie wir in Zukunft arbeiten wollen, haben wir mit dem „Manifest für ein neues Arbeiten“ einen eigenen Standpunkt entwickelt. Wir fordern eine Debatte für die Arbeitswelt, lehnen klassische 9-to-5-Jobs ab und begleiten Unternehmen auf dem Weg ins Social Enterprise. Vor uns liegen viele Trends, die bisweilen noch unverknüpft betrachtet werden. Dazu gehört Büroarchitektur genauso wie ein neuer Führungsstil im Unternehmen und Technologien, die uns wie ein Netzwerk arbeiten lassen. Klare Handlungsempfehlungen, wie wir die Möglichkeiten der Digitalisierung in unser Leben integrieren und optimal für uns nutzen können, lassen sich bisher jedoch nur schwer ableiten. Fakt ist: Noch findet Wissensarbeit vor allem am Schreibtisch und zu festen Zeiten statt, noch dominieren starre Hierarchien vor flexiblen und kundenorientierten Netzwerkorganisationen. Noch hinkt die Infrastruktur in Deutschland hinter den Möglichkeiten der Technik hinterher. Noch ist Arbeiten so, wie wir es uns vorstellen, nicht immer realisierbar.

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