Interview zum 25. Geburtstag von Microsoft Office

Quo vadis, Büroarbeit? - Die Zukunft der Wissensorganisation

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Spricht man vom Office der Zukunft, ist auch immer von einer „Work-Life-Balance“ die Rede. Ist es denn eher Fluch oder Segen für Angestellte, wenn die Grenze zwischen Beruf und Privatleben immer mehr verschwimmt?

Dr. Hübschen: Zunächst mal ist die Möglichkeit, vernetzt, zeit- und ortsunabhängig zu arbeiten, weder Fluch noch Segen. Es mag wie eine Phrase klingen, aber tatsächlich kommt es darauf an, wie man diese Möglichkeiten nutzt. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Leben gibt es nicht automatisch. Wir, damit meine ich moderne Wissensarbeiter, lernen gerade, wie wir am besten mit modernen Werkzeugen, Arbeitsverhältnissen und Verantwortlichkeiten umgehen. Es wäre aber auch wünschenswert, wenn Führungskräfte in ihrer Multiplikatoren-Funktion dies vorlebten und ihre Teams dazu anleiten würden, diese Freiheiten verantwortungsvoll zu nutzen, sowohl gegenüber dem Arbeitgeber als auch gegenüber sich selbst. Dann ist es möglich, Kollegen und Mitarbeiter zu treffen, auch wenn wir selber zuhause, mit unseren Kindern auf dem Spielplatz oder in der Pause auf der Wiese sitzen. Wir wollen keine 9-to-5-Jobs machen, aber auch nicht solche, bei denen wir unsere Lebenspartner und Kinder nicht zu Gesicht bekommen. Was spricht dagegen, Arbeit und Freizeit, Freizeit und Arbeit miteinander zu mischen und dann produktiv, kreativ und regenerativ zu sein, wenn es möglich oder nötig ist? Es spricht viel dafür!

Wie sieht für Sie das Office in 25 Jahren aus?

Dr. Hübschen: Die Technologie, die jetzt bereits verfügbar ist, wird stetig weiterentwickelt und verbessert werden. So werden virtuelle Meetings Standard sein. HD-Videos lassen die Meetings dabei erlebbarer und einfacher werden. Ungefähr die Hälfte aller Mitarbeiter wird in naher Zukunft von zu Hause oder mobil arbeiten, die Zahl der reinen Präsenzmitarbeiter wird abnehmen. Insgesamt werden Arbeitsmodelle also flexibler werden und Unternehmen vielmehr wie ein Netzwerk agieren. Das bedeutet auch, dass Unternehmensinhalte für jeden Mitarbeiter personalisiert und im Kontext mit den jeweiligen Kollegen auf Knopfdruck verfügbar sind. Unternehmenswissen wird transparenter werden, wobei der Datenschutz mit sämtlichen Auflagen und Regeln respektiert wird. Microsoft wird auch für den Arbeitsplatz in 25 Jahren ein verlässlicher Partner sein, der den Weg des vernetzten Arbeitens vorantreiben wird.

Ergänzendes zum Thema
Dr. Thorsten Hübschen erklärt Office Graph und „OSLO“

„Bei Office Graph handelt es sich um eine Art intelligente Suche, deren Startbildschirm personalisiert ist. Office Graph und die dazugehörige Applikation mit dem Codenamen „Oslo“ sind selbstlernende Systeme, die die personifizierte Suche in immer schlauer werdenden Systemen erleichtern und die Möglichkeit bieten, Inhalte aller Art zusammen zu stellen – egal ob Blogs, Webseiten, Dokumente, Mails oder Termine. Microsoft will sich hiermit von Listendarstellungen verabschieden und stattdessen ansprechende visualisierte Informationen zu jedem Inhalt anbieten. Aus den Unternehmensinformationen soll ein durchsuchbares Netzwerk werden.“

Dr. Thorsten Hübschen, Microsoft Office Division (MOD).
Dr. Thorsten Hübschen, Microsoft Office Division (MOD).
(Bild: Microsoft)
Der promovierte Mathematiker Dr. Thorsten Hübschen treibt als Business Group Lead der Microsoft Office Division (MOD) seine Vision für die Arbeitswelt der Zukunft voran. Er ist verantwortlich für Microsoft Office, das Unternehmensnetzwerk Yammer und Kommunikation via Lync in Deutschland. Mit Office Graph und „OSLO“ will er Unternehmen als agile Netzwerke für Kunden, Mitarbeiter und Produktinnovationen dezentral und transparent zusammenführen.

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