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Die Marktführer von Public Cloud Services für Unternehmen (Teil 2)

Public Cloud Services mit Tücken und Mucken

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Windows Azure von Microsoft

Windows Azure umfasst zur Zeit elf Dienste, die der Nutzer je nach Bedarf kombinieren kann (siehe Illustration in der Bildergalerie). Auf der IaaS-Ebene stehen übliche Services wie Compute, Storage, Virtual Network und Virtual Machines zur Verfügung. Der Interessent sollte darauf achten, was Microsoft als "Virtual Computer" anbietet - Windows oder Linux? Es gibt hier beides. Auch sicherheitsrelevante Merkmale wie Access Control, Active Directory und Service Bus sind zu finden.

Die Compute-Kapazitäten sind ähnliche gestaffelt wie bei Google, nämlich nach der Anzahl der CPU-Kerne (bis zu 8), der CPU-Geschwindigkeit, dem Arbeitsspeicher und dem Volumen des Speichers pro Instanz (bis zu 2040 GB). Demzufolge können sich auch die Preise pro Nutzungsstunde ganz beträchtlich unterscheiden. Sie liegen nämlich zwischen 0,0142 € und 0,6809 €.

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Uhrstunde vs. Nutzungsstunde - kleine Unterschiede, große Wirkung

Dass auch die Zeit eine wichtige Rolle spielt, zeigt der Unterschied zwischen einer Uhrstunde und einer Nutzungsstunde, die abgerechnet wird. "Für eine Uhrstunde einer mittleren Cloud-Dienst-Instanz", so die Erklärung dazu, "werden auf der Rechnung an den Kunden beispielsweise zwei Stunden für eine kleine Cloud-Dienst-Instanz ausgewiesen. Die Zeit wird basierend auf dem Satz für kleine Instanzen in Höhe von 0,0852 € pro Stunde berechnet."

Auf der Ebene der Platform as a Service findet sich zum Beispiel die Datenbank SQL Server, die vormals SQL Azure hieß. Zu ihr gehören auch Tabellen und BLObs (Binary Large Objects). Die Datenbank dient als Grundlage für Business Analytics. Hier lassen sich große Datenmengen mit einer Hadoop-Implementierung auswerten, SQL Reporting realisieren und Business Analytics auf virtuellen Windows Azure Computern ausführen.

Interessanterweise subsumiert Microsoft auch seinen Windows Azure Marketplace unter Business Analytics. Der Anbieter begründet dies wie folgt: "Windows Azure Marketplace ist ein globaler Onlinemarkt für SaaS-Anwendungen und Premium-Datasets. Die Eintragung Ihrer Windows Azure-basierten Anwendungen im Marketplace bietet Ihnen die Möglichkeit, die Anwendungen international anzubieten und zu verkaufen. Zudem können Sie im Marketplace eingetragene Premium-Datasets in Ihren Anwendungen abonnieren oder eigene Datasets über den Marketplace verteilen und zu Geld machen." Wir befinden uns mit Marketplace also bereits auf der SaaS-Ebene.

Content Delivery als Differenzierungsmerkmal

Eines der differenzierenden Merkmale von Azure ist Content Delivery, zu Deutsch "Mediendienste". Es geht hier um Workflows für die Bereitstellung von Inhalten und Formaten: "Mediendienste enthalten Cloud-basierte Versionen vieler vorhandener Technologien der Medienplattform von Microsoft und diverser Medienpartner. Hierzu gehören Aufnahme-, Codierungs-, Formatkonvertierungs- und Inhaltsschutzfunktionen sowie Funktionen für On-Demand- und Livestreaming."

Diese Dienste sollen sich leicht in On-premise-Werkzeuge und Anwendungen integrieren lassen, um so hybride Lösungen für Workflows zu bilden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Während es Google, Oracle und Microsoft verstehen, sich voneinander durch spezielle Angebote abzuheben, so verblüffen oder verwirren sie den Beobachter durch Eigenwilligkeiten. Google hat seine eigene "Währung" für Rechenleistung eingeführt und Microsoft seine eigene Zeiteinheit. Das kann Vorteile bieten, kann aber auch ins Auge gehen, wenn der Nutzer nicht aufpasst. Auf jeden Fall lohnt sich eine eingehende Prüfung aller Services.

* Der Autor: Michael Matzer ist freier Fachjournalist aus Waldenbuch bei Böblingen.

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