Cloud-Strategien auf dem Prüfstand Repatriation – nur eine Herausforderung für hybride IT-Umgebungen

Ein Gastbeitrag von Kevin Kline* 5 min Lesedauer

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Cloud Computing ist mittlerweile eine Selbstverständlichkeit und fester Bestandteil der modernen IT-Infrastruktur. Unternehmen überdenken jetzt ihre Cloud-Strategien und entscheiden sich in einigen Fällen dafür, bestimmte Ressourcen und Workloads wieder vor Ort zu verlagern. Durch diesen Trend nimmt die Komplexität von hybriden und häufig Multicloud-IT-Umgebungen weiter zu.

In einer Welt, in der die Cloud das Rückgrat der modernen IT bildet, stehen viele Tech-Teams nach der Euphorie am Scheideweg ihrer Cloud-Strategien.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
In einer Welt, in der die Cloud das Rückgrat der modernen IT bildet, stehen viele Tech-Teams nach der Euphorie am Scheideweg ihrer Cloud-Strategien.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Ohne die richtigen Lösungen haben IT-Teams einen eingeschränkten Überblick, was eine effektive Verwaltung ihrer hybriden Umgebungen erschwert. Das wiederum erschwert die Einhaltung von Anforderungen an die Betriebszeit. Außerdem bleibt weniger Zeit für Innovationen. In Zeiten, in denen Teams ihre Workloads aus der Cloud zurückholen, ist es sinnvoll, einen Blick zurück auf die ursprüngliche Entwicklung zu werfen. Außerdem gibt es Schritte, die Unternehmen ergreifen können, damit sie für den IT-Erfolg vor Ort, in der Cloud und darüber hinaus gut gerüstet sind.

Zwischen Innovation und Herausforderungen

Unternehmen, die sich für eine Investition in die Cloud entschieden hatten, begaben sich auf unbekanntes Terrain. Diese Expansion war häufig durch den Bedarf an Flexibilität bedingt: Cloud-Plattformen ermöglichen es Unternehmen, ihre Ressourcen schnell zu skalieren, um einer schwankenden Nachfrage gerecht zu werden. Einer der spannendsten Aspekte der Cloud ist, dass sie Unternehmen schnelle Innovationen ermöglicht.

Von erweiterten Analysen bis hin zur Automatisierung: Dank der Cloud können Unternehmen die neuesten Entwicklungen wie künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen nutzen und so führend in einem sich schnell verändernden Markt bleiben. Neben den zahlreichen Vorteilen, die die Expansion in die Cloud mit sich bringt, gibt es auch neue Herausforderungen. Da die Kosten schnell steigen können, wenn sie nicht sorgfältig überwacht und optimiert werden, müssen Unternehmen neu abwägen. Überwiegen die Vorteile einer Expansion in die Cloud wirklich die Kosten?

Darüber hinaus sind Integration und Interoperabilität im Zuge der Ausweitung der Cloud-Präsenz von Unternehmen zu einem wichtigen Thema geworden. Die Sicherstellung der nahtlosen Integration neuer Cloud-Ressourcen in bestehende Systeme hat sich in einigen Fällen als schwieriger erwiesen als erwartet. Schließlich können Sicherheitsbedenken aufkommen: Viele Unternehmen halten die öffentliche Cloud nicht für sicher, wenn es um ihre Daten geht. Diese Faktoren könnten einige Unternehmen dazu veranlassen, über die Möglichkeit nachzudenken, bestimmte Workloads wieder in lokale Umgebungen zu verlagern.

Kontrolle durch Cloud Repatriation

Bei Cloud Repatriation geht es oft um die Wiedererlangung der betrieblichen Kontrolle. Laut einem aktuellen Bericht verlagern bereits 25 Prozent der befragten Unternehmen einen Teil der Cloud-Workloads zurück in die lokale Infrastruktur. Die Rückverlagerung bietet eine potenzielle Lösung für steigende Kosten, Datenschutzbedenken und Sicherheitsfragen.

Je nach Gegebenheiten kann die interne Verwaltung von IT-Ressourcen einigen Unternehmen die Möglichkeit zur Anpassung ihrer Infrastruktur an diese spezifischen Anforderungen bieten. Gleichzeitig erhalten sie die direkte Kontrolle über Leistung und Sicherheit.

Angesichts immer strengerer Vorschriften zu Datenschutz und ‑sicherheit bietet eine verbesserte Kontrolle über die Speicherung und Verwaltung von Daten vor Ort erhebliche Vorteile. Was die Leistung betrifft, so bieten On-Premises-Systeme manchmal geringere Wartezeiten im Vergleich zu Cloud-Diensten. Insbesondere wenn sich die Rechenzentren in der Nähe der Anwenderbasis des Unternehmens befinden.

Bei Anwendungen, die eine Hochgeschwindigkeitsverarbeitung oder Datenzugriff in Echtzeit erfordern, kann die Rückverlagerung kritischer Workloads die Leistung verbessern und die Wartezeit verringern. Cloud Repatriation kann allerdings ganz eigene Herausforderungen mit sich bringen. Mit der Rückverlagerung von Diensten vor Ort können erhebliche Kosten verbunden sein: Sie müssen neue Hardware, einen erhöhten Wartungsaufwand und höhere Energiekosten einkalkulieren.

Dennoch lohnt sich für einige Unternehmen der finanzielle Aufwand für die Rückverlagerung. Vor allem dann, wenn Cloud-Ausgaben nicht mehr tragbar sind oder wenn durch die teilweise lokale Verwaltung von Ressourcen erhebliche Einsparungen erzielt werden können. Cloud Repatriation stellt ein kalkuliertes Risiko dar, das vielen Unternehmen zu mehr Effizienz und Gelassenheit verhelfen kann, sofern sie aus den richtigen Gründen und erfolgreich durchgeführt wird.

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Hybrid IT vereint das Beste aus Cloud- und On-Premises

Durch eine teilweise Rückverlagerung entstehen immer mehr Hybrid IT-Umgebungen, in denen Unternehmen Cloud- und On-Premises-Lösungen kombinieren, um Leistung, Kosten und Sicherheit zu optimieren. Inzwischen nutzen 72 Prozent der Unternehmen eine hybride Cloud-Architektur, denn viele Unternehmen haben die Vorteile einer ausgewogenen Verteilung von Workloads und der damit verbundenen Flexibilität erkannt. Gleichzeitig birgt dieser Ansatz aber auch eine gewisse Komplexität, wenn Ressourcen über verschiedene Plattformen hinweg verwaltet und optimiert werden sollen.

Der „Solarwinds IT Trends Report 2024“ (Download gegen Registrierung) zeigt, dass die Beschleunigung der Hybrid-IT die Netzwerkkomplexität erhöht hat, was bei IT-Experten das Selbstvertrauen hinsichtlich der Verwaltung dieser Umgebungen schwinden lässt. Um diese Herausforderungen effektiv zu bewältigen, ist ein solides Observability-Programm unverzichtbar.

Mit Tools für Hybrid Cloud Observability können Unternehmen die Leistung nachverfolgen, die Produktivität steigern, die Systemintegrität sicherstellen und Probleme schnell beheben. Die Folge sind weniger Ausfälle, kürzere Ausfallzeiten und eine höhere Serviceverfügbarkeit für Mitarbeiter und Kunden. Durch die Verbesserung von Transparenz und Erkenntnissen steigern Observability-Tools letztlich die Widerstandsfähigkeit der gesamten IT-Infrastruktur – unabhängig davon, welchen Weg ein Unternehmen in Bezug auf die Cloud einschlägt.

Berücksichtigung von Workloads und strategischen Zielen

Bei der Entscheidung, welche Workloads in die lokale Infrastruktur zurückverlagert und welche in der Cloud verbleiben sollen, sollten Unternehmen ihre spezifischen Anforderungen wie Kostenbeschränkungen, Leistungsanforderungen und Compliance-Verpflichtungen sorgfältig berücksichtigen. Fortgeschrittene Hybrid-Observability-Lösungen können auch hier nützlich sein. Hybrid Observability bietet wichtige Einblicke in die Leistung sämtlicher Umgebungen und hilft Unternehmen bei der Entscheidung, welche Workloads am besten in der Cloud verbleiben und welche in lokale Systeme zurückverlagert werden sollten. Dies gewährleistet optimale Effizienz und die Ausrichtung auf strategische Ziele.

Die Entscheidung für eine Rückverlagerung oder Erweiterung in die Cloud ist mehr als nur eine technische Überlegung: Es ist ein strategischer Schritt, der die Weichen für die zukünftige IT-Architektur und betriebliche Effizienz stellt. Mit Hybrid-Observability-Lösungen können Unternehmen fundierte Entscheidungen treffen, die mit ihren strategischen Zielen übereinstimmen und sicherstellen, dass sie in einer zunehmend komplexen digitalen Umgebung agil und wettbewerbsfähig bleiben.


* Der Autor Kevin Kline ist Database Technology Evangelist bei Solarwinds.

Bildquelle: Solarwinds

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