Master Data Management auf Open Source-Basis als Alternative zu proprietären Lösungen

Open Source macht Stammdatenmanagement erschwinglich

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Datenintegration plus MDM gleich Datenmanagement

Seit Anfang 2010 bietet der französische Softwareanbieter Talend die Open-Source-MDM-Lösung „Talend MDM“ an. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit seiner Datenintegrationsplattform gemacht und konnte seitdem mehr als 8 Millionen Downloads seiner Datenintegrations- und Datenqualitätslösungen verzeichnen.

Nachdem die Datenintegrationssoftware zahlreiche Erweiterungen erfahren hat, war MDM der nächste logische Schritt. Damit es schnell geht, hat sich Talend Ende 2009 dazu entschlossen, die bewährte MDM-Technologie von Amalto Technologies zu erwerben, diese zu erweitern und zu einem MDM-Paket auf Open-Source-Basis zu transformieren.

Talend MDM basiert komplett auf offenen Standards und Produkten, darunter: IBM Eclipse, JBoss Application Server und Portal; eXist Open Database; XSD / XML Schema für die XML-Datenmodelle; XSLT zur Datentransformation; Objektprogrammierung nach EJB 2.1 Standards („Enterprise Java Beans“) auf JBoss Server; XQuery für Anfragen an die XML-Datenbank; Document/literal WSI norm („Web Service Interoperability“) für Web-Services und Bonita zum Business Process Management.

Die Lösung ist optimal an die weiteren Datenmanagementlösungen von Talend angepasst, so dass Nutzer der Software für Datenintegration oder Datenqualität ihre Installation schnell um MDM-Funktionalität erweitern können. Neue Interessenten haben dadurch die Möglichkeit, neben MDM auch gleich alle anderen Datenintegrationsaspekte mit abzudecken. Die Lösung ist aber natürlich auch „standalone“ einsetzbar.

Option nicht nur für Einsteiger

Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg von MDM liegt in der Entwicklung branchenspezifischer Datenmodelle: Bislang ist es so, dass praktisch jede Industrie eigene Datenmodelle definiert und diese dann unter Verschluss hält. Dies ist unter anderem ein Grund dafür, dass viele MDM-Lösungen am Markt einen starken Branchenbezug haben.

Die Open-Source-Community wird eigene Datenmodelle entwickeln und dann der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Dadurch werden die meisten Unternehmen mit der Software auch gleich Vorlagen für ihre Lösungen erhalten, welche die notwendigen Anpassungen der MDM-Lösung erheblich erleichtern.

Der Community-Gedanke soll auch bei der Verbreitung fortschrittlicher Algorithmen zum Tragen kommen: Ein grundlegender Bestandteil von MDM-Lösungen sind sogenannte Entity-Resolution-Algorithmen, mit denen sich zusammenpassende Einträge aus zahlreichen Datenquellen identifizieren lassen, etwa Kundeneinträge in mehreren Datenbanken.

Diese hochkomplexen Algorithmen wurden in der Vergangenheit als geistiges Eigentum angesehen. Open-Source kann nun die treibende Kraft sein, um diese Algorithmen gleich als MDM-Funktion in eine Softwarelösung zu integrieren.

Professionelles MDM wird erschwinglich

Wie schon im Bereich Datenintegration oder bei kompletten Business-Intelligence-Suiten richtet sich Open-Source nicht nur an wechselwillige Großkunden, sondern auch und vor allem an solche Unternehmen, für die Standardsoftware preislich bisher nicht erschwinglich war. Open-Source macht MDM zum Massenmarkt: Gerade kleinere und mittelständische Firmen können dank Open-Source von den Vorteilen modernen Datenmanagements und von professioneller BI profitieren – das verbessert die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber großen Konzernen erheblich.

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