Neue Compuware-Studie offenbart Mängel bei Auslagerungsprojekten

Mainframe-Outsourcing mit versteckten Kosten und mangelnder Qualität

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Eigentlich erhoffen sich die meisten Unternehmen, die ihre Mainframe-Infrastruktur oder deren Management outsourcen, eine Kostenersparnis. Weit gefehlt, beweist eine neue Compuware-Umfrage unter CIOs.
Eigentlich erhoffen sich die meisten Unternehmen, die ihre Mainframe-Infrastruktur oder deren Management outsourcen, eine Kostenersparnis. Weit gefehlt, beweist eine neue Compuware-Umfrage unter CIOs. (Bild: Compuware)

Höhere Kosten als berechnet und unbefriedigende Leistungsqualität – viele CIOs, das zeigt eine neue Compuware-Studie, sind vom Mainframe-Outsourcing mehr als enttäuscht.

520 CIOs großer Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, den Benelux-Ländern, Großbritannien, USA, Japan und Australien wurden im Rahmen einer von Compuware in Auftrag gegebenen Studie durch das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne befragt. Das Ergebnis der Umfrage zeigt die Unzufriedenheit der CIOs mit der Projektumsetzung und ihrem Dienstleister.

So beklagen 71 Prozent der befragten CIOs diverse versteckte Kosten bei der Auslagerung von Entwicklung, Betrieb und Infrastruktur von Mainframe-Anwendungen. Dabei sollte gerade die Reduzierung von Kosten eine wichtige Motivation für das Outsourcing sein. Ein unerwartet höherer MIPS (Million Instructions per Second)-Verbrauch sowie weitere Investitionen in Tests und Fehlerbehebung aufgrund schlechter Qualität und Leistung der Anwendungen, machten die Outsourcing-Projekte teuer. Generell unzufrieden mit der Qualität neuer Applikationen oder Services ihres Dienstleisters sind zwei Drittel der Befragten. Gründe hierfür: Fehlendes Know-how im eigenen Haus, mangelnder Wissenstransfer und eine hohe Fluktuationsrate unter den Mitarbeitern des Dienstleisters.

Eigentlich könne Outsourcing Unternehmen dabei helfen, Kosten zu reduzieren und Zugang zu technischem Know-how zu erhalten, doch gemäß der Studie würden die Erwartungen häufig nicht erfüllt, sagt Maurice Groeneveld, Vice President Mainframe Solutions bei Compuware: „Da es keinen einfachen Weg gibt, dem Dienstleister Wissen über die Anwendung zu vermitteln und umgekehrt die von ihm gebotene Code-Qualität und Performance zu prüfen, werden mögliche Kosteneinsparungen nicht erreicht.“

Mangelnde Qualität treibt Kosten

Einer der größten Kostenpunkte bei Mainframes ist der MIPS-Verbrauch, der durch ineffiziente Codierung unnötig gesteigert wird: So erhöhten sich die MIPS-Kosten jährlich um 21 Prozent, wobei 40 Prozent der Befragten erwähnen, dass der Verbrauch außer Kontrolle gerät. Bei 88 Prozent erfolgt die Abrechnung pro CPU-Belastung, wobei 42 Prozent äußern, dass ihr Dienstleister die CPU-Kosten durch besseres Management reduzieren könnte. Fast 60 Prozent müssen zugeben, dass ihr Dienstleister sich nicht um die Effizienz der entwickelten Anwendungen kümmert. Und nahezu ein Drittel der CIOs glaubt, dass die Zunahme mobiler Anwendungen die MIPS-Nutzung steigern und zusätzliche Kosten erzeugen wird.

Qualitätsprobleme bei der Entwicklung der Mainframe-Anwendungen erhöhen die Gesamtkosten, da zusätzliche Zeit und Kapazitäten nötig werden. So mussten 54 Prozent der Unternehmen aufgrund schlechter Arbeitsqualität des Dienstleisters mehr Investitionen in Performancetesting und Troubleshooting tätigen. Und fast ebenso viele glauben, dass sie Investitionen in ihre interne Qualitätssicherung aufgrund schlechter Arbeitsqualität des Dienstleisters erhöhen müssen. 47 Prozent sind der Meinung, dass die Fehlerrate im Anwendungscode bei Dienstleistern höher ist als bei Entwicklern im eigenen Haus. Im Durchschnitt benötigten die IT-Teams zehn Tage, um von Dienstleistern verursachte Bugs und Performance-Probleme zu beheben. Und auch die Qualität neuer Anwendungen oder Services ihres Providers war für 67 Prozent der Befragten nicht immer zufriedenstellend. Während einige Dienstleister Application-Performance-Management-Tools nutzen, um vor Auslieferung der Anwendungen deren Leistung zu testen, verzichten die meisten darauf.

Wissenstransfer mit Lücken

Die zunehmende Komplexität der Mainframe-Umgebung erhöht den Bedarf zur Modifizierung bestehender Anwendungen sowie zur Entwicklung neuer Services. Fehlendes Wissen im eigenen Haus und mangelhafte Dokumentation motivieren dabei zum Outsourcing. Aber 80 Prozent mussten berichten, dass mangelnder Wissenstransfer die Qualität der ausgelagerten Projekte beeinträchtigt. 68 Prozent sagen, dass ihre eigenen Teams nicht mehr über das Wissen verfügen, um bestehende Mainframe-Anwendungen zu betreuen und 41 Prozent der Unternehmen sehen das fehlende Know-how im eigenen Haus als wichtigen Grund für Outsourcing. Allerdings gaben 65 Prozent an, dass eine hohe Fluktuationsrate bei Providern die Qualität und Dauer der Projekte negativ beeinflusst.

Die Studienergebnisse werden im White Paper „Mainframe Outsourcing: Removing the Hidden Costs“ von Compuware detailliert ausgeführt, das als PDF-Dokument im Anhang dieses Artikels zu finden ist.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 37319270 / Hosting und Outsourcing)