Wir befinden uns mitten in einem globalen, digitalen Wettrüsten. Zum Jahresende 2020 liefen geschätzte mehr als 80 Prozent der Workloads von Unternehmen in der Cloud. Klar ist: An der Digitalisierung führt kein Weg mehr vorbei. Dabei spielt die darunter liegende Netzwerkinfrastruktur eine wichtige Rolle.
Flexible Cloud-Nutzung oder die Skalierung von Kapazitäten kann so einfach sein wie das Streaming von Songs oder Podcasts.
Um eine robuste, zuverlässige Konnektivität zwischen verschiedenen Diensten und Umgebungen zu ermöglichen, kommt es auf die richtige Netzwerkstrategie an. Nur wer für eine effiziente Anbindung an die Cloud sorgt, kann in vollem Maße von ihr profitieren. Dennoch wird dieses Thema bei der Planung der digitalen Transformation oft vernachlässigt.
IT-Modernisierung kann vieles bedeuten. In der Regel konzentrieren sich die Unternehmen jedoch auf die Einführung digitaler Technologien, um Prozesse zu verbessern, die Effizienz zu steigern und Innovationen zu fördern. Meist werden zu diesem Zweck die Kernabläufe in die Cloud verlagert. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Beim hybriden Cloud-Ansatz errichtet das Unternehmen eine Infrastruktur, die sich an individuelle Anforderungen und Spezifikationen anpassen lässt. Damit bietet diese Variante mehr Flexibilität als eine Out-of-the-Box-Lösung. Eine andere Möglichkeit ist die Multi-Cloud: Das Unternehmen verteilt seine wichtigsten Workloads auf Dienste verschiedener Anbieter, um das höchstmögliche Maß an Leistung zu erzielen.
Konnektivität – ein entscheidender Faktor
Unabhängig, ob ein Unternehmen einen hybriden oder einen Multi-Cloud-Ansatz verfolgt: Die Konnektivität spielt dabei die entscheidende Rolle. Alle Cloud-Modelle benötigen eine durchgängig leistungsstarke und flexible Verbindung zwischen den Umgebungen, in denen sie sich befinden. Das bedeutet vor allem, dass das Unternehmen in der Lage sein muss, die Verbindung schnell einzurichten und wenn nötig neu aufzusetzen.
Die Konfiguration einer Netzwerkverbindung ist jedoch ein langwieriger und mühsamer Prozess. Cloud-Dienste über herkömmliche Punkt-zu-Punkt-Leitungen zu vernetzen, ist umständlich und kostet wertvolle Zeit. Zudem bieten diese nicht die Sicherheit und Leistung, die Firmen heute benötigen. Auch die Latenzen sind in der Regel zu hoch. Darüber hinaus sind Unternehmen damit häufig an langfristige Verträge gebunden, die Vorgaben bestimmter Laufzeiten und Mindestkapazitäten enthalten.
Mit so genannten Cross-Connect-Systemen lassen sich diese Probleme zwar lösen. Die langen Vorlaufzeiten und die fehlende Flexibilität solcher dedizierten Verbindungen machen die Integration jedoch zu einer Herausforderung. Das gilt besonders dann, wenn Dienste von vielen verschiedenen Anbietern integriert werden sollen. Auch wenn es gelingt, das gewünschte Cloud-Modell umzusetzen: Der Weg dahin ist mühsam und oft kommen die Vorteile der Cloud nicht voll zum Tragen.
Vernetzung nach Bedarf
Hybride und Multi-Cloud-Ökosysteme benötigen Verbindungen, die häufig ändernde Geschäftsanforderungen in verschiedenen Cloud- und On-Premises-Umgebungen unterstützen. Mit herkömmlichen Netzwerkverbindungen ist dies allerdings ein schwieriges Unterfangen. Gefragt sind daher neue Ansätze für eine direkte und flexible Konnektivität.
Wie sie aussehen könnte, beweist der Streaming-Dienst Spotify, der die Musikindustrie grundlegend verändert hat. Sobald der Nutzer die App heruntergeladen hat, kann er per Mausklick beliebige Musikstücke anhören. Praktisch jeder Song lässt sich mit minimaler Verzögerung abspielen, überspringen oder anhalten.
Dieses Maß an Flexibilität ist auch bei Konnektivität möglich, wenn diese auf einem Software-definierten Ansatz basiert, der so genannten Network-as-a-Service-Plattform (NaaS). Anstatt sich auf physische Anschlüsse oder das öffentliche Internet zu verlassen, um sich mit der Cloud zu verbinden, wird alles über einen Software-Layer vermittelt, der die gesamte Infrastruktur vernetzt.
Einfache Bereitstellung von Cloud-Netzwerken
Eine NaaS-Plattform vereinfacht die Bereitstellung von hybriden und Multi-Cloud-Netzwerken erheblich. Ob es darum geht, einen Workload in eine andere Cloud zu verlagern oder die Kapazität bei geringem Datenverkehr herunterzufahren – der Job ist in wenigen Minuten erledigt. Unternehmen profitieren damit von der Stabilität und Geschwindigkeit eines Cross-Connect-Systems sowie gleichzeitig von der Flexibilität und schnellen Bereitstellung virtualisierter Netzwerke.
Durch die noch nie dagewesene Fülle an neuen Technologien, die in der heutigen Arbeitswelt Einzug gehalten haben, müssen Unternehmen agiler denn je sein.
Vincent English, Megaport.
(Bild: Megaport)
Mit einem Software-definierten Netzwerk wird der Zugriff auf einen neuen CSP (Cloud Service Provider) oder die Skalierung von Kapazitäten so einfach wie das Streaming von Songs oder Podcasts. Streaming- und Mediendienste wie Spotify haben die Art und Weise, wie wir Musik hören und Medien konsumieren, für immer verändert. Ein vergleichbarer Wandel ist in der IT-Welt denkbar, wenn die Verbindung zur Cloud flexibel und mit nur wenigen Klicks verfügbar ist.
Stand: 08.12.2025
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