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Kundenkonferenz Inforum 2016 in New York

Infor setzt auf Cloud, Transformation und AWS

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Connected Commerce für das „Multi-Enterprise-ERP“

Das Thema der B2B-Netzwerke ist nicht erst seit SAPs Kauf von Ariba ein heißes Thema – auch für Infor. Etwa 80 Prozent aller Aktivitäten eines Unternehmens seien laut Anand verbunden mit Daten und Parteien außerhalb der eigenen Grenzen: „Entlang der Supply Chain sind Hersteller, Zulieferer und Dienstleister beteiligt und interagieren miteinander.“

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Dafür hat Infor 2015 mit GT Nexus einen großen Player gekauft. „Nexus bringt mit seiner Commerce Cloud diese Teilnehmer zusammen und bildet Finanz- und Warenströme kombiniert ab - in Echtzeit und in der Cloud. Die Prozesse laufen automatisiert ab und sind self-service-basiert. Schon heute ist daher das Multi-Enterprise-ERP Realität geworden“, freut sich Anand.

In solchen Netzwerken sollen alle Beteiligten inner- und außerhalb des Unternehmens Zugriff auf die zentralen Daten haben und alle auf dem gleichen Wissensstand sein, lautet das Ideal. So soll das Papier aus den Procure-to-Pay-Prozessen verschwinden und Nutzer in Echtzeit zum Beispiel auf einer Karte sehen können, wo sich ein LKW befindet, aber auch Prozesse in Fabriken einsehen können.

Als Besonderheit kann Nexus alle diese Daten in einer einzigen konsolidierten Tabelle darstellen, die auf Knopfdruck aktualisiert wird. Um den Connected Commerce auszubauen, gab Infor seine Absicht bekannt, den auf Retail Solutions spezialisierten Anbieter StarMount zu kaufen – dieser liefert unter anderem einen datenreichen Commerce Hub für den Einzelhandel.

E-Commerce

Doch der Handel mit Endbenutzern läuft heute über Webshops ab, die einen hohen Bedienkomfort bieten müssen: Customer Experience ist gefragt. Für diesen Einsatzbereich hat Infor seine Cloud-Suite CX vorgestellt. Sie dient dem Management der Customer Experience und vereint dafür Funktionen für Commerce, Multi-Channel-Marketing und Analytics – und ist vollständig mit allen Cloud-Suiten integrierbar.

Zum Hintergrund erläutert der Manager: Bis heute arbeiteten viele Marketiers für Kampagnen mit einem halben Dutzend Applikationen, in die sie parallel eingeloggt seien. Jede Applikation habe ihre eigene Datenbank, ihre eigene Sicht auf den Kunden. Gesendete Nachrichten könnten nur in der jeweiligen App gesehen werden. „Die Infor Cloud-Suite CX hingegen integriert alle B2B- und B2C-Kanäle auf Basis von Infor Rhythm, einer cloudbasierten Plattform für E-Commerce mit einer modernen, flexiblen Nutzeroberfläche. Kampagnen lassen sich so besser targeten und werden effektiver.“

Das Internet der Dinge

Zu guter Letzt kündigte Infor eine IoT-Plattform an. Das war keine Überraschung, denn jeder Anbieter, der etwas auf sich hält, hat das getan, von SAP über Microsoft und IBM bis hin zu Salesforce. COO Pam Murphy charakterisierte die IoT-Plattform als branchenspezifisch, umfassend und interoperabel. Die Interoperabilität ist ein wichtiger Aspekt, in dem sich viele Anbieter unterscheiden. Interessant ist, dass die Verarbeitung mit maschinellem Lernen (ML) erfolgt, die Kontextualisierung mit ION und die Nutzung der IoT-Daten mit den Cloud-Suiten, GT Nexus oder Mobilgeräten. Es bleibt abzuwarten, wie hoch die Nachfrage ausfällt.

Analystenmeinung

„Infor sollte innerhalb der nächsten zwölf Monate alle seine Cloud-Suiten auf das gleiche Level von Cloud-Fähigkeit bringen“, empfiehlt der kanadische Analyst Alexey Osintsev, der für Technology Evaluation Centers arbeitet. „An sich ist so ein Paket, das eine ganze Branche abdeckt, sehr hilfreich. Aber Infor sollte besser kommunizieren, was eigentlich in solch einer Suite drinsteckt. Hier kommt noch bisweilen Verwirrung auf, zumindest bei mir.“

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