Neue Alternative aus Hamburg Impossible Cloud will die Cloud neu denken

Von Dr. Dietmar Müller 4 min Lesedauer

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Die in Hamburg ansässige Impossible Cloud ist angetreten, eine bessere Cloud für deutsche und europäische Unternehmen zu schaffen. Dafür unterhält sie auch ein Rechenzentrum in Los Angeles. CloudComputing-Insider sprach mit Dr. Kai Wawrzinek, CEO & Co-Founder.

Die Impossible Cloud verspricht, die Cloud „neu zu denken“. (Bild:  frei lizenziert, geralt / Pixabay)
Die Impossible Cloud verspricht, die Cloud „neu zu denken“.
(Bild: frei lizenziert, geralt / Pixabay)

Der Markt für Cloud Computing wächst und wächst… und lässt immer neue Pflänzchen sprießen. Ein ganz Frisches ist in Hamburg erblüht: Die Impossible Cloud verspricht, die Cloud „neu zu denken“. Die Erfahrung dafür bringe man auf jeden Fall mit, so Dr. Kai Wawrzinek, CEO & Co-Founder, im Gespräch mit CloudComputing-Insider: „Unser Führungsteam besteht aus Gründern, die bereits viel Erfahrung im Aufbau von Technologieunternehmen mitbringen. Während mein Mitbegründer Christian Kaul und ich GoodGame Studios zu einem weltweit führenden Anbieter von Online-Spielen aufbauten und an die Börse brachten, haben wir viel mit großen Technologie-Cloud-Anbietern zusammengearbeitet.“

Zusätzlich habe man sich mit dem heutigen CTO Daniel Baker zusammengetan, der aus seinen Führungspositionen bei Anbietern wie Iron Mountain, D2iQ und anderen ebenfalls umfangreiche Erfahrungen mitbringe. Angeschoben wird das Start-up durch Investoren wie HV Capital und 1kx, Protocol Labs, TS Ventures und very early Ventures. Im März 2023 konnte das Führungsteam den Abschluss einer Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von sieben Millionen Euro mitteilen.

Das Führungstrio von Impossible Cloud: Dr. Kai Wawrzinek (CEO), Christian Kaul (COO) und Daniel Baker (CTO)(Bild:  Impossible Cloud)
Das Führungstrio von Impossible Cloud: Dr. Kai Wawrzinek (CEO), Christian Kaul (COO) und Daniel Baker (CTO)
(Bild: Impossible Cloud)

Die Motivation für das Unmögliche

Der Geschäftsführer findet, dass bestehende Cloud-Lösungen zu teuer und zu schwach sind. Der Grund dafür liege im „zentralisierten Geschäftsmodell, das von den Hyperscalern kontrolliert“ werde. „Da die Datenmengen weiterhin exponentiell wachsen, werden die Kosten für Unternehmen in einem unverhältnismäßigen Maß steigen“, prognostiziert Wawrzinek. Nicht so bei der Impossible Cloud - die „unmögliche“ Lösung basiere auf intelligenten Speicheralgorithmen und einer dezentralen Architektur, was unschlagbare Preise ermögliche, die um 80 Prozent günstiger ausfielen als bei AWS S3.

Und das geht laut dem CEO so: Amazon verlange 23 Euro pro TB und Monat für den Speicher zuzüglich 0,09 Euro pro GB für den Egress (x 200 GB), was unterm Strich 41,50 Euro mache. Bei der Impossible Cloud würden lediglich 7,99 Euro für ein gespeichertes TB im Monat fällig und keine Gebühren für ausgehende Daten. „Die Gesamtkosten bei Impossible Cloud von 7,99 Euro liegen rund 80 Prozent niedriger als die Gesamtkosten bei AWS S3“, konstatiert er. „Impossible Cloud ist außerdem vollständig S3-API-kompatibel, was Nutzern ermöglicht, mit dem Austausch einer einzigen Zeile Code zu Impossible Cloud zu wechseln und ihre bestehenden Skripte weiter zu verwenden.“

Sichere Rechenzentren, auch in den USA

Grundsätzlich habe man Impossible Cloud gegründet, „um Europa eine bessere Cloud zu bieten“, so Wawrzinek. Ein dezentralisiertes Netzwerk von zertifizierten Tier 3+ Rechenzentren könne die Leistung der Hyperscaler in großem Maßstab erreichen, wobei die aktuellen Standorte noch überschaubar sind: Frankfurt am Main und Los Angeles (!). „Wir bauen unsere globale Präsenz schnell aus und expandieren kontinuierlich, indem wir die Eröffnung weiterer Einrichtungen planen“, so der CEO.

Jedes Rechenzentrum verfüge über Sicherheitsbeauftragte, die rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr im Einsatz seien. Selbstverständlich würden Standards wie ISO27001, SOC-2, HIPPA, DSGVO, ISO22301 und andere eingehalten. Es gebe Sicherheitskameras, Zwei-Faktor- oder strengere Authentifizierungsverfahren sowie biometrische Lesegeräte zur Sicherung des Gebäudezugangs. Alle Daten würden mittels MFA, Objektsperre, dreifacher Verschlüsselung, IAM, CORS etc. vor Ransomware und Cyberangriffen geschützt.

Trotzdem: Ein Rechenzentrum in den USA? „Wir legen großen Wert auf die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen und bieten volle Transparenz darüber, wo die Daten gespeichert werden“, erläutert Wawrzinek. „Für Kunden, die dies wünschen, wird durch Geo-Fencing sichergestellt, dass ihre Daten in DSGVO-zertifizierten Rechenzentren innerhalb der EU - oder bei Bedarf auch nur in Deutschland - gespeichert werden.“

Für die Bedienung und Migration müssten die Kunden übrigens kein Know-how aufweisen: „Mit einer einzigen Zeile Code können sie die Cloud wechseln und dabei die vorhandenen Skripte verwenden“, erklärt Wawrzinek.

Bereits mehrere Hundert Kunden

Noch immer befinde sich die Impossible Cloud im Aufbau, die Objektspeicherlösung war ja erst im April dieses Jahres allgemein verfügbar gemacht worden. Die Belegschaft in Hamburg müsse hauptsächlich noch in den Bereichen Sales, Marketing und Engineering verstärkt werden. Dennoch verfüge man bereits über mehrere hundert Kunden, „darunter globale Partnerunternehmen wie Veritas und Acronis oder spezialisierte Cloud-Vertriebspartner wie DSD Europe und aconitas“.

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Dr. Kai Wawrzinek, Geschäftsführer und Mit-Gründer von Impossible Cloud(Bild:  Impossible Cloud)
Dr. Kai Wawrzinek, Geschäftsführer und Mit-Gründer von Impossible Cloud
(Bild: Impossible Cloud)

„Das Feedback der Kunden zeigt, dass sie die Plattform gerne nutzen: Nach dem Onboarding hat kein einziger B2B-Kunde, Distributor oder Vertriebspartner die Zusammenarbeit mit Impossible Cloud aufgegeben oder die Nutzung der Plattform eingestellt“, berichtet der Gründer. „Ebenso haben 100 Prozent der B2B-Kunden ihre Service-Abonnements beibehalten, was die beständige Zufriedenheit und das Vertrauen in die Plattform unterstreicht. Außerdem konnten wir einen sprunghaften Anstieg des Datenvolumens der Endbenutzer beobachten: um etwa 22 Prozent im Vergleich zum Vormonat.“

Außerdem werde gerade ein Partner-Ökosystem für Value Added Reseller (VARs), Systemintegratoren (SI), Managed Service Provider (MSP) und anderen auf- und ausgebaut. „Impossible Cloud erreicht nicht nur B2B-Kunden, sondern richtet sich auch an eine riesige Reseller-Landschaft, die es SI, Beratern und MSP ermöglicht, unseren Speicherservice direkt in ein Lösungspaket für ihre Kunden zu integrieren“, so Wawrzinek. Die übliche Vertriebsstrategie im Cloud-Service-Bereich also. Nichts ist unmöglich!

Mehr zum Partnerprogramm von Impossible Cloud findet sich u.a. auch bei den Kollegen der IT-BUSINESS.

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