K.O.-Kriterien bei Cloud-Anbietern

Im Blindflug durch die Wolke

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Deutsche Unternehmen sind längst in der Cloud

Die Cloud ist da. Auch in deutschen Unternehmen setzt sich die Akzeptanz für Cloud-Dienste durch: 44 Prozent aller Unternehmen nutzten im vorigen Jahr bereits Cloud Computing, wie die Wirtschaftsprüfer von KPMG in Zusammenarbeit mit Bitkom herausfand. Vor allem in großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern gehört die Cloud mit einer Nutzungsrate von 70 Prozent zum Standard. Im Mittelstand mit 100 bis 499 Beschäftigten ist es jedes zweite Unternehmen (52 Prozent), bei kleineren Betrieben (20 bis 99 Mitarbeiter) findet sich immerhin bei 41 Prozent bereits Cloud Computing.

Der Marsch in die Cloud geschieht also unabhängig von der Größe der Unternehmen. Doch gerade kleine Betriebe verwetten sozusagen den eigenen Hof, wenn sie alles in die Cloud schieben. Anstatt eigene Rechenzentren zu entwickeln, investieren kleine Unternehmen lieber in Mitarbeiter und lagern die Technik aus. Sei es aus kalkulierten Gründen oder aus Dringlichkeit – die gekaufte Leistung muss stimmen, die Performance muss kommen, sonst sind kleine Unternehmen schnell gefährdet. Ihr Geschäftserfolg hängt an der Performance der Cloud-Anbieter.

Bei größeren Unternehmen bilden sich meist hybride Lösungen aus. Dies führt zu einer Verteilung der Daten – ein Teil wird in eigenen Rechenzentren gehalten, ein Teil wandert in die Cloud. Doch welche Daten sollten wo gelagert werden? Welche Anwendungen profitieren von einer Cloud und wann ist der beste Zeitpunkt, um umzuschichten? Eine Internet-Performance-Analyse kann hier wertvolle Einblicke geben.

Blindflug durch die Wolke

Mit dem Umzug in die Cloud geben Unternehmen Kontrolle ab. Das ist bereits bekannt, doch wird der Grund dafür gerne vergessen: die Sichtbarkeit geht verloren. Natürlich können Unternehmen in die Verträge blicken und dort die generellen Angaben zu Uptime und Problembehandlung nachlesen. Bei genauem Hinsehen ergibt sich schnell, dass auch Cloud-Anbieter nur jene Probleme zu lösen versprechen, die im Rahmen ihrer Kontrolle liegen. Ein Versprechen könnte etwa sein, sechs redundante Server als Failover-Sicherheit anzubieten. Doch meist berufen sich Anbieter bei Performance-Problemen darauf, dass diese nicht durch den Vertrag abgedeckt seien – auch wenn sie selbst Drittanbieter unter Vertrag nehmen, die sie nicht kontrollieren und damit deren Leistung nicht garantieren können.

Die wenigsten Unternehmen setzen auf mehr als einen Cloud-Partner in der Provisionierung. Dabei ist das Denken in Alternativen ein strategischer Schlüssel zum Erfolg. Der erste Schritt besteht darin, zu verstehen, wie verschiedene Cloud-Anbieter in verschiedenen Märkten Leistung erbringen und welche Wege sie wählen, um dorthin zu gelangen. Haben IT-Entscheider sich davon ein gutes Bild gemacht, so können sie leicht verschiedene Anbieter wählen, die auf unterschiedlichen Routen unterwegs sind und so selbst beim Ausfall einer gesamten Route noch immer schnell auf den Zielmarkt gelangen. Doch wie können Unternehmen eine solche Einsicht nehmen?

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