KI-Infrastruktur, Agenten und Daten-Souveränität dominieren Gartner benennt die wichtigsten Trends für 2026

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Von AI Supercomputing bis Geopatriation – die Analysten von Gartner definieren zehn strategische Trends, die den technologischen Wandel der kommenden Jahre bestimmen. Für datengetriebene Unternehmen und KI-Akteure wird 2026 damit zum entscheidenden Jahr, um Weichen zu stellen. – andernfalls drohe Rückstand.

Gartner nennt für 2026 Trends wie AI Supercomputing, Multiagent Systems, Domain-Specific Language Models und Geopatriation.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Gartner nennt für 2026 Trends wie AI Supercomputing, Multiagent Systems, Domain-Specific Language Models und Geopatriation.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Das Jahr 2026 markiert nach Einschätzung von Gartner einen Wendepunkt: Noch nie habe sich der technologische Fortschritt in so kurzer Zeit derart verdichtet. Innovation, Disruption und Risiko lägen enger beieinander als je zuvor. In seiner aktuellen Analyse listet das Marktforschungsunternehmen zehn strategische Technologietrends, die weit über kurzfristige Hypes hinausgehen und die digitale Wertschöpfung der kommenden Jahre prägen sollen.

Im Mittelpunkt steht dabei die enge Verzahnung von Künstlicher Intelligenz, Daten-Infrastruktur, Sicherheit und regulatorischen Rahmenbedingungen. Gartner spricht von einem „Zeitalter des beschleunigten Vertrauensaufbaus“, in dem Unternehmen ihre technologische Basis neu denken müssen – von der Rechenarchitektur bis zur Herkunft der Daten.

Die zehn zentralen Technologie-Trends laut Gartner

  • 1. AI Supercomputing Platforms:
    Hochleistungsrechner, die CPUs, GPUs, AI-ASICs und neuromorphe Chips kombinieren, sollen daten- und KI-intensive Workloads beschleunigen. Hybride Supercomputing-Konzepte mit dynamischer Ressourcenverteilung werden laut Gartner schon in wenigen Jahren zum Standard in Analyse- und Trainingsumgebungen.
  • 2. Multiagent Systems (MAS):
    Verteilte KI-Agenten, die autonom zusammenarbeiten, bilden die nächste Evolutionsstufe intelligenter Automatisierung. Unternehmen sollen dadurch komplexe Geschäftsprozesse skalierbarer und resilienter gestalten können.
  • 3. Domain-Specific Language Models (DSLMs):
    Branchen- oder funktionsspezifische Sprachmodelle ersetzen zunehmend generische KI-Systeme. Sie liefern präzisere Ergebnisse, reduzieren Fehlausgaben und ermöglichen regulatorisch sauberes Prompting in sensiblen Umgebungen.
  • 4. AI Security Platforms:
    Neue Sicherheitsplattformen sollen den gesamten Lebenszyklus von KI-Anwendungen absichern – von Modelltraining und Datenqualität bis zu Richtlinien-Management und Angriffserkennung. Sicherheit wird damit zum festen Bestandteil des KI-Stacks.
  • 5. AI-Native Development Platforms:
    Software-Entwicklung wird KI-nativ. Plattformen integrieren generative und assistive KI-Funktionen direkt in Entwicklungsprozesse und sollen Produktivität, Qualität und Time-to-Market deutlich verbessern.
  • 6. Confidential Computing:
    Vertrauliches Rechnen gewinnt an Bedeutung: Daten werden auch in nicht vollständig vertrauenswürdiger Infrastruktur verschlüsselt verarbeitet. Gartner sieht darin eine Grundvoraussetzung für sichere Multi-Cloud- und Edge-Szenarien.
  • 7. Physical AI:
    Künstliche Intelligenz verlässt den digitalen Raum. Sie steuert Roboter, Drohnen und Maschinen in der realen Welt und verschmilzt damit IT, OT und IoT zu einer gemeinsamen Intelligenzschicht.
  • 8. Preemptive Cybersecurity:
    Statt nur auf Angriffe zu reagieren, setzen Sicherheitsstrategien zunehmend auf vorausschauende Erkennung und Täuschungstaktiken. KI-gestützte Analysen sollen Bedrohungen neutralisieren, bevor sie Schaden anrichten.
  • 9. Digital Provenance:
    Die Herkunft und Integrität von Daten, Modellen und Inhalten wird zum Wettbewerbsfaktor. Unternehmen benötigen Mechanismen zur Nachverfolgung und Authentifizierung digitaler Assets, um Vertrauen in KI-Systeme sicherzustellen.
  • 10. Geopatriation:
    Angesichts geopolitischer Spannungen verlagern viele Unternehmen Daten und Workloads von globalen Hyperscalern in souveräne oder regionale Clouds. Datensouveränität wird damit zu einem strategischen Standortfaktor.

Warum gerade jetzt Handlungsdruck besteht

Gartner betont, dass sich diese Trends gegenseitig verstärken: Wer AI Supercomputing aufbaut, braucht Confidential Computing für Datensicherheit; wer DSLMs nutzt, muss digitale Provenienz gewährleisten; und wer Multiagent Systems implementiert, sollte eine vorausschauende Cybersecurity-Architektur einplanen.

Für Unternehmen im Bereich Big Data, KI und Cloud-Infrastruktur ist 2026 damit kein Jahr für kleine Schritte, sondern für klare strategische Entscheidungen. Technologien, die heute noch als optional gelten, werden in wenigen Jahren zur Grundlage digitaler Wettbewerbsfähigkeit.

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