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Infrastruktur, Warehouses, Pooling und Interoperabilität GAIA-X? Gibt es doch bereits!

Autor / Redakteur: M.A. Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Im Kern gibt es GAIA-X bereits – sagt Marcus Busch, Geschäftsführer des IaaS-Anbieters Leaseweb. Dem entsprechend sei die offene Dateninfrastruktur auf Basis europäischer Werte tatsächlich noch 2020 zu realisieren.

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GAIA-X wurde nach der griechischen Erdgöttin benannt.
GAIA-X wurde nach der griechischen Erdgöttin benannt.
(Bild: © Patrick Hermans - stock.adobe.com)

Im Vorjahr zum Digital-Gipfel in Dortmund vorgestellt, soll das Projekt GAIA-X noch dieses Jahr in den Livebetrieb gehen. Und das hält Marcus Busch für durchaus wahrscheinlich. In einem jetzt verbreiteten Kommentar argumentiert der Managing Director der Leaseweb Deutschland GmbH wie folgt:

„Der Zeitplan dafür ist straff: Von der Dateninfrastruktur, den Data-Warehouses, dem Datenpooling bis hin zur Entwicklung der Dateninteroperabilität soll Gaia-X noch in diesem Jahr realisiert werden. Dies klingt zwar ambitioniert, ist aber durchaus realisierbar. Denn tatsächlich gibt es längst lokale, europäische Anbieter, die bereits umsetzen, was Gaia-X verspricht. Es geht also unter anderem darum, die unterschiedlichen Angebote dieser Anbieter technologisch und vermarktungstechnisch unter einem Dach zu vereinen.“

Ganz gleich wie die Umsetzung letzten Endes gestaltet werde: Leaseweb will GAIA-X nach eigenem Bekunden tatkräftig unterstützen, um die Schaffung eines europaweiten Cloud-Netzes sicherzustellen. Man erwartet: Das Projekt werde erfolgreich sein, das Ergebnis der Initiative könne sich positiv auf die Digitalisierung des europäischen Marktes auswirken.

Microsoft zeigt sich interessiert

US-Anbieter dürften das Projekt derweil nicht so positiv aufnehmen, glaubt Marcus Busch und führt aus:

„Die neue Plattform soll so einen Großteil der Risiken der Datenüberwachung beseitigen, die mit den Cloud-Angeboten der derzeitigen Marktführer aus den USA verbunden sind. Diese können dann keine Daten mehr an die US-Institutionen übermitteln, egal wo sich diese Daten befinden. Es überrascht nicht, dass Unternehmen wie Amazon und Microsoft Gaia-X kritisch gegenüberstehen. Das Wall Street Journal berichtete über Stimmen, die befürchten, dass die neue Plattform Datendienste nicht mehr über Ländergrenzen hinweg leisten könnte. Es ist unwahrscheinlich, dass die US-Anbieter Gaia-X mit offenen Armen empfangen werden.“

Nichtsdestotrotz versucht Microsoft anscheinend dennoch, bei dem europäisch ausgerichteten Projekt einen Fuß in die Tür zu bekommen. So erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland Sabine Bendiek am 14. Januar in einem Gastkommentar für die Frankfurter Allgemeine Zeitung: Man habe beim Bundeswirtschaftsministerium offiziell das Interesse an einer Teilnahme bei GAIA-X hinterlegt.

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