Soziale Netzwerke können Frustration auslösen

Facebook-Nutzer sind oft neidisch und unzufrieden

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Vom Neid zur „Neidspirale“

Ein Fünftel aller Ereignisse, ob online oder offline, die bei den Befragten Neid hervorriefen, fanden im Facebook-Kontext statt, was den immensen Stellenwert dieser Plattform im Leben vieler Nutzer verdeutlicht. Paradoxerweise können die Neidgefühle der Nutzer häufig zu einer ausgeprägteren Selbstpräsentation auf Facebook führen, die wiederum Neidgefühle bei anderen hervorruft – ein Phänomen, das die Forscher als „Neidspirale“ bezeichnen.

An erster Stelle der Neidobjekte liegt in Deutschland sowohl offline als auch online das Themenfeld „Reisen und Freizeit“. „Dies wird durch die vielen geposteten Urlaubsfotos begünstigt, die besonders unter deutschen Facebook-Nutzern beliebt sind“, so Dr. Thomas Widjaja von der TU Darmstadt, der ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Definitiv konnten die Wissenschaftler auf Basis der Studiendaten einen Zusammenhang zwischen Neid und Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben nachweisen: Die passive Nutzung von Facebook macht neidisch auf das Leben anderer, was sich unmittelbar negativ auf die Lebenszufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer auswirkt.

„Angesichts der weltweiten Nutzung von Facebook und der Tatsache, dass Neid eine universelle Emotion ist, sind sehr viele Menschen von diesen Auswirkungen betroffen“, erklärt Co-Autorin Helena Wenninger von der TU Darmstadt. Die Wissenschaftler planen daher eine weiterführende Studie, welche die Auswirkungen der Facebook-Nutzung auf Neidgefühle und deren Konsequenzen in verschiedenen Kulturen untersucht.

Die Studie „Envy on Facebook: A Hidden Threat to Users’ Life Satisfaction“ ist unter diesem Link verfügbar.

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